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Vorarlberg

Von Osterbock bis Karfreitagsei

Bockbier war im Mittelalter eine „Fastenspeise“.  Shutterstock

Bockbier war im Mittelalter eine „Fastenspeise“.  Shutterstock

Mit einem Bockbier-Fest wird vielerorts das Ende der Fas­tenzeit eingeläutet. Karfreitagseier dienen als Glücksbringer.

Am morgigen Ostersonntag geht die Fastenzeit zu Ende. Dies wird gerne mit einem besonderen Menü zelebriert, traditionell wird an den Festtagen auch vielerorts Bockbier ausgeschenkt. Derweil diente das Starkbier urspünglich als Fas­tenspeise, wie Ina Karl von der Mohrenbrauerei in Dornbirn weiß: „In den Klöstern nahmen die Geistlichen während der Fas­tenzeit nur eine Mahlzeit am Tag zu sich. Diese durfte jedoch weder Milch- noch Fleischprodukte enthalten. Das Bockbier diente sozusagen als flüssiger Brotersatz, gemäß der Mönchsregel: „Flüssiges bricht das Fas­ten nicht“.

Den Ursprung hat das Bockbier in der niedersächsischen Stadt Einbeck zur Mitte des 14. Jahrhunderts. Dort wurde besonders hochwertiges und starkes Bier gebraut, das weithin einen guten Ruf hatte. Im Jahr 1641 wurde der Braumeister aus Einbeck nach München abgeworben, um dort das „Ainpökisch Bier“ zu brauen – aus dieser Bezeichnung wurde durch Verballhornung schließlich das heute bekannte Bockbier. Bockbiere sind die klassischen Starkbiere Bayerns und heben sich von anderen Sorten vor allem durch ihre Stammwürze ab. „Sie haben zwischen sechs und acht Volumenprozent Alkohol, der Mohren Festbock wartet mit sieben Prozent auf“, informiert Karl. Durch den vergleichsweise hohen Alkoholgehalt ist das Bier länger haltbar und entwickelt mit der Zeit sogar fruchtige Sherry-Aromen.

Hochsaison im Hühnerstall. Was beim Ostermenü ebenfalls mit auf den Tisch gehört, sind die bunt bemalten Eier. Aber besonders begehrt – nicht für den Verzehr, sondern als Glücksbringer – sind die Karfreitagseier, wie Bertram Martin vom Martinshof in Buch bestätigt. „Manch einer würde sich am Karfreitag wohl am liebsten hinter die Henne stellen, um sich ein Ei zu sichern.“ Am Martinshof werden am Abend des Gründonnerstag alle Nester kontrolliert und gegebenenfalls geleert. Früh morgens am Karfreitag werden dann die ersten „Glückseier“ eingesammelt und quasi „nestwarm“ an ­Lebensmittelhändler geliefert. „Das ist einerseits ein großer Aufwand. Andererseits warten natürlich schon zahlreiche Kunden auf die Ware“, berichtet Martin.

Rubina Bergauer

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