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Durch Verständigung zu Frieden finden

Am Kornmarktplatz folgte auf den Marsch eine Kundgebung.

Am Kornmarktplatz folgte auf den Marsch eine Kundgebung.

Der internationale Bodensee-Friedensweg ging gestern in Bregenz über die Bühne – mit über 1100 Teilnehmern.

Der internationale Bodensee-Friedensweg sieht sich in der Tradition der europäischen Ostermärsche, die von der pazifistischen Anti-Atombewegung im England der 50er-Jahre ausgingen. Den Bodensee-Friedensweg gibt es seit Mitte der 1980er-Jahre mit Unterbrechungen (und unter wechselnden Namen) bis heute. Jedes Jahr ist eine andere Stadt am deutschen, schweizerischen oder österreichischen Bodenseeufer Austragungsort.

In Bregenz wurde bereits 1988 der erste Friedensweg veranstaltet – damals allerdings noch unter der Bezeichnung Bodensee-Ostermarsch. Nach zwei weiteren solchen Märschen und dem Friedensweg 2015 war ges­tern erneut die Vorarlberger Landeshauptstadt als Austragungsort am Zug. Zum hiesigen Organisationsteam gehörten Erich Zucalli (Attac Vorarlberg), Julia Felder (InKonTra), Michael Striebel (Pax Christi) und Walter Buder (Internationaler Versöhnungsbund).

Nachdem sich die über 1100 Teilnehmer um 11 Uhr in der Bahnhofstraße getroffen hatten, ging der Demonstrationszug bei Sonnenschein, blauem Himmel und angenehmen Temperaturen Richtung Kornmarktplatz.

Vertrauen bilden. Dort sprach Hauptredner Clemens Ronnefeldt (ebenfalls vom Internationalen Versöhnungsbund) zum Motto des diesjährigen Friedenswegs: „Geld.Macht.Krieg – Dialog.Macht.Frieden“. Ronnefeldt kritisierte die gegenwärtige internationale Konfrontations- und Aufrüstungspolitik und bezeichnete es als Gebot der Stunde, aus der Ost-West-Konfrontationsspirale auszusteigen. Es sei nötig, zur Kooperation durch Dialog, Abrüstung und vertrauensbildende Maßnahmen zurückzufinden.

Der Friedensreferent hielt fest, dass es keine militärischen Lösungen für die großen Herausforderungen gebe, vor denen die Menschheit aktuell stehe. Dazu gehören seiner Ansicht nach etwa der Klimawandel, Wasser- und Lebensmittelknappheit, die Kluft zwischen Arm und Reich sowie Fluchtbewegungen. Notwendig wären laut Ronnefeldt der Ausbau von zivilen Konfliktbearbeitungen, die Stärkung der Vereinten Nationen (UNO) und eine Kultur der Gewaltfreiheit. Er verwies auf Initiativen für Friedenshandeln, wie etwa die Kampagne für ein internationales Atomwaffenverbot. Allerdings sei derzeit weder in Deutschland noch in der Schweiz angedacht, einen entsprechenden Vertrag zu ratifizieren.

Ronnefeldt rief dazu auf, im Rahmen von Deinvestmentkampagnen bei Banken und Versicherungen nachzufragen, ob diese in Rüstungsunternehmen investieren. Erspartes sollte zugunsten von ökologischen Investments umgeschichtet werden, argumentierte er. Abschließend wies Ronnefeldt darauf hin, dass die Bodenseeregion mit Rüstungsfabriken rund um den See zu den am stärksten militarisierten Gegenden Europas zähle und sich zu einer Friedensregion entwickeln müsse.

Dialoggruppen. Nach der Rede trafen sich zahlreiche Teilnehmer des Friedenswegs in insgesamt neun Dialog- und Informationsgruppen im vorarlberg museum, dem Hotel Meßmer und dem Autriahaus. Diskutiert wurde beispielsweise zu den Themen „Gewalt gegen Frauen“, „Pazifismus ohne Wenn und Aber“, „Universalität der Menschenrechte heute“ sowie „Abrüstung, Atomwaffenverbotsvertrag und Konversion“.

Im Vorfeld des Friedenswegs war zudem ein viertägiger „Bodensee Ultra Friedenslauf“ um den See durchgeführt worden – „als Zeichen, im Streben nach Frieden und Abrüstung persönlich an unsere Grenzen zu gehen“, wie es in einer Aussendung heißt.

<p class="caption">Friedensreferent Clemens Ronnefeldt während seiner Rede.</p>

Friedensreferent Clemens Ronnefeldt während seiner Rede.

<p class="caption">Die Teilnehmer des Friedenswegs versammelten sich in der Nähe des Bregenzer Bahnhofs.</p><p class="credit"> Schweizerischer Friedensrat (3)</p>

Die Teilnehmer des Friedenswegs versammelten sich in der Nähe des Bregenzer Bahnhofs.

 Schweizerischer Friedensrat (3)

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