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NEUE-serie – Teil 254

Entdeckertour in und um das Dorf Schnifis

Die Geschichtenerzählerin Hertha Glück begibt sich diesmal ab Schnifis über den Fallersee nach Bassig. Über das Schnifnertobel geht es dann wieder zurück zum Gemeindeamt.

Beim Brunnen des Heiligen Johannes Nepomuk, nahe des Gemeindeamtes in Schnifis bietet die große Wanderkarte geografische Einblicke in die geplante Tour. Rechts ab übernimmt die Jagdbergstraße in Richtung Fallersee die Führung. Nach zehn Minuten wird der mystische Fallersee am Fuße des Waldgebietes Tschanischa mit dem über die Grenzen hinaus bekannten Schnifner Bädle erreicht und schon taucht der Wanderer in einen historischen Ort mit Tanzlaube ein: Das Bad Schnifis (auch Schnifner Bädle oder Kurhotel Bad Schnifis) war ein Heilbad, das im Jahre 1844 gegründet wurde. Das Badehaus wurde direkt über der dort befindlichen kalten Schwefelquelle errichtet. Der Höhepunkt der Nutzung der Heilquelle war im 19. Jahrhundert.

Bekannte Persönlichkeiten. Der Ort auf der Sonnenseite des Walgaus ist nicht nur durch Pater Laurentius von Schnüffis (1633–1702), die Schriftstellerin Regina Lampert (1854–1942), den Musiker Gerold Amann (1937 geb.) bekannt, sondern auch durch Köchin Fanni Amann. Sie hat im Bädle manch höher gestellter Tochter vor dem Heiraten das Kochen gelehrt und viele köstliche Rezepte hinterlassen.

Nun überquert man die Straße und steigt hinter der Kapelle Bad Schnifis den Hang hinauf zum Biotop Kapursch. Das Hangried Kapursch ist ein besonders schützenswerter Kalkquellsumpf mit vielen seltenen Moorpflanzen, etwa die schwarzviolette Akelei, der Schwalbenwurz-Enzian, die Schwarze Kopfbinse, die Saumsegge und Knötchen-Simse. Über das Kapurschwegle gelangt der Wanderer durch einen romantischen Mischwald zur Parzelle Plattahof. Es ist ein Einzelhof mit Umland, liegt nordöstlich des Dorfzentrums in der Allmä, ein relativ ebenes Kulturland. Der Plattahof wurde 1812 von Baptist Rauch, einem Gerichtsgeschworenen, erbaut und gehörte früher zu Bassig.

Weiter geht es auf dem Alten Kirchweg nach Bassig, zu Dünserberg gehörend. Jeder überwundene Höhenmeter bringt einen nicht nur dem Ortsteil Bassig entgegen, sondern auch der fantastischen Bergwelt. Huflattich, Veilchen, Buschwindröschen und Himmelschlüssel bezeugen den Frühlingseinzug.

Vor dem ersten großen Bauernhof zweigt der Weg links den Hang hinauf und gleich wieder rechts führt die Straße hinauf zur St. Wolfgangskapelle in Bassig. Dünserberg mit Schnifnerberg ist mit 152 Einwohnern die kleinste Gemeinde Vorarlbergs. Das kleine Walserdorf befindet sich am Berghang oberhalb der Walgaugemeinden Düns und Schnifis. In dieser stattlichen Höhe von 942 Metern erweitert sich der Blick sogar bis hinaus nach Feldkirch und hinein ins Montafon und Klostertal.

Veränderte Perspektive. An der Straße übernimmt ein steiler Weg den Hang hinunter mit der weiß-rot-weißen Markierung den Rückweg und leicht links und wieder gerade hinunter erreicht der Wanderer bald wieder den Beginn des Alten Kirchweges. Wieder auf dem Kirchweg hinunter zum Plattenhof erwandert man den eh schon bekannten Weg, allerdings mit veränderter Perspektive. Ab dem Plattenhof wandelt man rechts ab auf einem gemütlichen Weg unterhalb der Ruhebank vorbei in Richtung Düns. Es ist ein flacher Weg, der hangquerend bis zum Schnifnertobel reicht und in die Straße mündet. Wieder an der Straße angekommen, übernimmt der Tobelweg links ab und lässt einen rasch viele Höhenmeter unter den Schuhsohlen verlieren. Nur noch ein laubbedeckter Hohlweg durchs Grafiswäldle und schon geht es wieder links ab auf die Straße dem Ortszentrum von Schnifis zu. Zu guter Letzt bringt der Feldweg den Wanderer zur Pfarrkirche Hl. Johannes der Täufer. Auf derselben Straßenseite bleibend, kann man noch das imposante Rheintalhaus mit Brunnen und zugleich Dorfkern bewundern. Im Jahre 1763 wurde das schöne Holzhaus vom Schnifner Zimmermeister Michael Tschanet für das Ehepaar Magnus erbaut. Als Gasthaus „Schäfle“ war es bis 1857 Dorfmittelpunkt, Versammlungsort der Zunftgenossen, zeitweise Sennerei und für kurze Zeit auch Schulstube für Dorfkinder.

Noch ein paar Schritte über die Straße und schon ist wieder das Gemeindeamt von Schnifis, somit der Ausgangspunkt erreicht.

<p class="caption">Der Plattenhof mit Blick auf Schillerkopf und Zimba. Hertha Glück</p>

Der Plattenhof mit Blick auf Schillerkopf und Zimba. Hertha Glück

Kurzbeschreibung

Besonderes: geschichtsträchtige, ausblicksreiche Rundwanderung durchs Dreiklang-Wandergebiet.

Anforderung und Gehzeit: In eineinhalb bis zwei Stunden werden 284 Höhenmeter auf- und abwärts unter die Schuhe gelegt.

Charakter der Wege: Straße, Wald-, Wiesenwege

Kultur und Natur: Kath. Pfarrkirche Hl. Johannes der Täufer, Bad Schnifis, Fallersee, Kapelle beim Bad Schnifis, St. Wolfgangskapelle, Bauernhof Jagdbergstraße, Region-Dreiklang-Infotafeln, Teile vom Via Alpina- und Jakobsweg

Anziehen und Mitnehmen: Wanderschuhe mit guter Profilsohle, gute Wetterkleidung, Wanderstöcke empfohlen

Einkehrmöglichkeiten: Schnifis, Dünserberg

Start und Ende: Gemeindeamt Schnifis

Blumenkunde

Busch-Windröschen (Anemone nemorosa): „Anemone“ ist der antike Name einer rot blühenden Pflanze, der schon früh volksetymologisch an griech. Anemos = Wind angelehnt wurde und entsprechend zu der Lehn­übersetzung „Windröschen“ führte; lat. „nemorosus = Hain/Wald

Vorkommen: Krautreiche Wälder und Bergwiesen. Frische- und Nährstoffzeiger, oft den Waldboden im Frühjahr fast völlig bedeckend.

Verwendung: Wurde wegen des Protoanemonins früher als Pfeilgift verwendet. Diese und die entsprechenden Arten sind für Wildpflanzengärten zu empfehlen.

Der Krönleindieb

Zu Schnüfis erzählt man von den Ottern, die goldene Krönlein auf dem Kopfe haben. Ein Hirtenbub soll einmal ein ganzes Nest voll solcher Ottern entdeckt haben. Von weitem fiel ihm ein Krönlein ins Auge, das wie Diamanten funkelte. Die Ottern lagen gerade so übereinander, dass sie ihn nicht gewahrten. Er schlich näher, um das Krönlein der Königin zu erwischen, und sah, wie sie zu einem Brunnen sich hinringelte und vor dem Trinken das Krönlein ablegte. Im Nu erwischte er die präditige Krone und lief auf und davon, den Berg hinunter Schnüfis zu. Wie er schon weit drunten war, merkte die Otter, dass ihr das Krönlein fehlte, und pfeilschnell schoss sie dem Buben nach. Es wäre ihm übel ergangen, wenn er die Krone nicht schnell weggeworfen hätte und davongesprungen wäre. So wenig als der Schnüfiser Bub hat sonst jemand ein goldis Krönele erwischt. Die Ottern dürfen es nicht zurücklassen, sie wehren sich auf Tod und Leben.

Quellen: Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands, Ruprecht Düll/Herfried Kutzelnigg, Die Sagen Vorarlbergs. Mit Beiträgen aus Liechtenstein, Franz Josef Vonbun, Nr. 110, Seite 106, dreiklang-region.at

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