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Aus dem Gerichtssaal

Dealer überfallen:Neun Jahre Gefängnis

Vorbestrafter fasste höchste Strafe aus. Haftstrafen auch für vier ­Mitangeklagte. Drogenhändler wurde schwer verletzt und beraubt.

Von Seff Dünser

Zwei Männer aus dem Bezirk Feldkirch haben in Südfrankreich zwölf Kilogramm Haschisch um 35.000 Euro gekauft und dann nach Vorarlberg geschmuggelt. Der Schmuggel flog auf, als einer der Täter im Mai 2017 seinen Komplizen in dessen Wohnung überfallen und berauben ließ.

Der 47-Jährige wurde bei der sogenannten Home Invasion in seinem Schlafzimmer verprügelt und dabei schwer verletzt. Vier angeheuerte Ausländer raubten ihm danach acht Kilogramm ­Haschisch im Straßenverkaufswert von 80.000 Euro.

Bereits eine Haftstrafe. Dafür wurde der 31-jährige Erstangeklagte gestern am Landesgericht Feldkirch zu neun Jahren Gefängnis verurteilt. Der Schuldspruch erfolgte wegen schweren Raubes. Weil das Opfer schwer verletzt wurde, betrug der Strafrahmen 5 bis 15 Jahre Haft.

Der Rumäne hat in seiner Heimat bereits eine Freiheitsstrafe von acht Jahren wegen eines Mordversuchs verbüßt. Mit seinen Schlägen beim Raubüberfall in Vorarlberg habe er sämtliche Verletzungen beim Opfer verursacht, sagte Richter Richard Gschwenter.

Über einen unbescholtenen 31-Jährigen aus Rumänien wurde eine Gefängnisstrafe von fünf­einhalb Jahren verhängt. Mit zwei Jahren Haft kam ein 20-jähriger Rumäne davon. Denn für den jungen Erwachsenen galt eine Strafdrohung von null bis 15 Jahren Haft.

Opfer abgelenkt. Ebenfalls zwei Jahre Haft gab es für eine 20-jährige Italienerin. Der Tatbeitrag der Freundin des Erstangeklagten bestand darin, dass sie das Opfer vor dessen Wohnung angesprochen und so abgelenkt hat. Daraufhin zogen die drei Rumänen dem Frühpensionisten eine Jacke über den Kopf und drängten ihn in dessen Wohnung.

Der 53-jährige Auftraggeber des Raubüberfalls wurde zu siebeneinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Der Schuldspruch beinhaltete auch den Schmuggel von zwölf Kilo Haschisch sowie den Verkauf und Konsum von Haschisch. Der Bauarbeiter hatte den Erstangeklagten als Mithäftling in einem Gefängnis in Bukarest kennengelernt. Keines der gestrigen Urteile ist rechtskräftig.

Für den Schmuggel der zwölf Kilo Haschisch ist das 47-jährige Raubopfer in der Zwischenzeit zu drei Jahren Gefängnis verurteilt worden.

Kein Groll. Noch am Abend des Raubüberfalls sind die flüchtenden Angeklagten in Lindau bei einer Kontrolle von Zollfahndern festgenommen worden. Der überfallene Vorarlberger sagte gestern als Prozesszeuge, er sei auf den Raub-Auftraggeber nicht böse. Denn die Verbrecher seien die drei Rumänen, die ihn daheim brutal überfallen hätten.

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