Kontakt

Neue Zeitungs GmbH
Gutenbergstraße1
6858 Schwarzach

Phone: 0043 5572 501 500

Dornbirn

Heimarbeit als Teil des Wirtschaftssystems

Eine typische Alltagssituation mit Heimarbeit in Lustenau um 1970.  Stadt Dornbirn/Privat

Eine typische Alltagssituation mit Heimarbeit in Lustenau um 1970.  

Stadt Dornbirn/Privat

Im Dornbirner Stadtmuseum wird am 19. April eine Sonderausstellung eröffnet, die ein neues Licht auf Heimarbeit werfen soll.

Industrielle Heimarbeit in Vorarlberg war nicht nur im 18. und 19. Jahrhundert, sondern auch in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ein wesentlicher Teil des Wirtschaftssys­tems. Die Arbeitsform in den eigenen vier Wänden ging im Laufe der Industrialisierung zahlenmäßig zurück. Sie wurde jedoch durch die zunehmend automatisierte Fabriksarbeit keineswegs ganz abgelöst, sondern existierte parallel dazu weiter. Ausgeübt wurde sie vorwiegend von Frauen, doch als berufstätig wurden diese nicht immer wahrgenommen.

Die neue Sonderausstellung „Heimarbeit – Wirtschaftswunder am Küchentisch“ im Stadtmuseum Dornbirn leuchtet das ab 1950 in Vorarlberg sehr gut funktionierende Gesamtsys­tem Heimarbeit aus. Der industrielle Hintergrund und der Arbeitsalltag der Heimarbeiterinnen werden genauso berücksichtigt wie die Veränderungen von Rollenvorstellungen und Familienstrukturen. Am Thema Heimarbeit wird sichtbar, wie nachhaltig die Industrialisierung in den vergangenen 200 Jahren alle Lebensbereiche prägte. Die Auffassung von Arbeit und Freizeit, die Entwicklung von Sozialgesetzgebung, Rollenbildern sowie des Familienlebens beeinflussten diesen Prozess. In der Ausstellung, die am 19. April eröffnet wird, werden Fragen nach den Vor- und Nachteilen der Produktionsform Heimarbeit genauso gestellt wie auch die Sicht der Medien auf die Heimarbeit der 1980er- und 1990er-Jahre.

Interaktiv. Eine Besonderheit der Ausstellung ist das interaktive Wandbild der Künstlerin Bianca Tschaikner. Damit wird die heimarbeitsintensive Stickereiproduktion für die Besucher nachvollziehbar. Für Schulen und Kindergärten gibt es ein Vermittlungsprogramm für die spielerische Auseinandersetzung mit dem Thema. Wer lieber im Internet unterwegs ist, kann an der Instagram-Challenge „Was ist Arbeit“ mitmachen. Unter dem Hashtag #heimarbeitchallenge können bis 28. Oktober 2018 Fotos hochgeladen werden. Das gepostete Bild soll zeigen, was der Absender bzw. die Absenderin unter Arbeit versteht. Teilnehmen können einzelne Personen, eine Institution (mit ihren Arbeitsplätzen) oder Firma sowie Schulklassen, die am Vermittlungsprogramm teilnehmen. Unter den Mitwirkenden werden im Oktober Preise verlost.

Ein wichtiger Teil des Projektes ist auch die digitale Dokumentation und Veröffentlichung der Ergebnisse auf einer Sammelplattform im Internet. Diese besteht bereits, wird aber im Rahmen der internationalen Zusammenarbeit ausgebaut. Sie ist unter www.heimarbeit-vorarl­berg.at und www.heimarbeit-rheintal.ch einsehbar.

Ausstellungseröffnung „Heimarbeit“: Donnerstag, 19. April, 18 Uhr, Rathaus Dornbirn. Bis 28. Oktober. Weitere Infos und Rahmenprogramm unter https://stadtmuseum.dornbirn.at.

Artikel 1 von 1
Bitte melden Sie sich an, um den Artikel in voller Länge zu drucken.

Bitte geben Sie Ihren
Gutscheincode ein.

Der eingegebene Gutscheincode
ist nicht gültig.
Bitte versuchen Sie es erneut.
Entdecken Sie die NEUE in Top Qualität und
testen Sie jetzt 30 Tage kostenlos.