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Individuelle Lösungen sind gefragt

Bei der Zahl der offenen Stellen gab es im Jahr 2017 ein deutliches Plus.

Bei der Zahl der offenen Stellen gab es im Jahr 2017 ein deutliches Plus.

„AMS on Tour“: Berater besuchen Vorarlberger Unternehmen und informieren über Rekrutierungsmöglichkeiten und Unterstützungsangebote.

Von Michael Steinlechner

Sehr, sehr erfreulich war das vergangene Jahr aus Sicht der Verantwortlichen des AMS Vorarlberg. Das berichtete am Donnerstag Landesgeschäftsführer Bernhard Bereuter im Rahmen einer Pressekonferenz. So zeige der kürzlich fertiggestellte Jahresbericht 2017, dass die Zahl der Arbeitssuchenden im Jahresschnitt erstmals seit 2014 wieder unter die 10.000er-Grenze gesunken ist. 9959 Frauen und Männer waren durchschnittlich ohne Beschäftigung. 2016 waren es noch 10.067 gewesen. Weiters habe es im vergangenen Jahr ein deutliches Plus bei den offenen Stellen gegeben. Wobei in manchen Branchen faktisch Vollbeschäftigung herrsche.

Der positive Trend habe auch heuer angehalten, sagte Bereuter. Im ersten Quartal sei die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum noch einmal deutlich gesunken. Um 5,4 Prozent weniger Menschen waren 2018 während der ersten drei Monate ohne Job. In allen Altersgruppen – auch bei den über 50-Jährigen – sei dieser Rückgang spürbar gewesen. „Es herrscht ein hoher Arbeitskräftebedarf“, schloss der Landesgeschäftsführer daraus.

Er geht davon aus, dass die Arbeitslosigkeit heuer im Jahresdurchschnitt noch einmal um rund 6,8 Prozent sinken wird. Immerhin seien erst kürzlich von den Experten die Prognosen für das zu erwartende Wirtschaftswachstum auf 3,1 Prozent erhöht worden.

Trotz aller Freude über die guten Zahlen hatte Bereuter jedoch auch mahnende Worte parat. Denn es gebe weiterhin Problemgruppen. So sei es für Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen schwierig, eine Anstellung zu finden. Ebenso seien für viele fehlende Qualifikationen eine Hürde. „Es gibt ein deutliches Missverhältnis zwischen den vorhandenen Fähigkeiten und den Anforderungen der Unternehmen“, brachte es Silvia Stampfer, Leiterin des Service für Unternehmen beim AMS Vorarlberg, auf den Punkt.

Gleichzeitig wies der Landesgeschäftsführer darauf hin, dass auch die Zahl der Arbeitslosen mit lediglich einem Pflichtschulabschluss rückläufig ist. Dies zeige, wie wichtig es sei, individuelle Lösungen etwa mit arbeitsmarktnaher Qualifizierung zu finden. In diesem Sinne werde die Zusammenarbeit mit Unternehmen forciert. Bis 30. April läuft noch die alljährliche Aktion „AMS on Tour“. Den ganzen Monat lang werden von den Beratern Betriebe im Land besucht. Dabei werden die Verantwortlichen über die Möglichkeiten informiert, über das AMS neue Mitarbeiter zu finden. Ungefähr 500 Firmen wollen die insgesamt 25 Berater im Ländle besuchen.

Erfahrungsbericht. Wie schwierig sich die Rekrutierung von Beschäftigten gestalten kann, berichtete schließlich Michael Forster, Geschäftsführer des Lauteracher Unternehmens Datatrans. Er ist auf der Suche nach Verstärkung für seine Firma für Transport- und Kurierdienste. Dabei gebe es durchaus auch Jobs für Menschen mit geringeren Qualifikationen. „Wir brauchen keine Ingenieure“, meinte der Unternehmer. Allerdings müssten die Bewerber entsprechend gewillt sein zu arbeiten. Und hier gebe es bei manchen durchaus Defizite. Vor allem wenn es darum gehe, Flexibilität zu zeigen. So könne es vorkommen, dass eine Liefertour eine halbe Stunde länger dauere als geplant. Dafür gebe es wieder Fahrten, die entsprechend schneller zu bewältigen seien. Die Bereitschaft zur Flexibilität, was die Arbeitszeiten betrifft, fehle häufig, zeigte sich der Firmenchef enttäuscht. Umso mehr Wert legt er daher bei der Rekrutierung auf die Beratung durch die Experten des AMS.

<p class="caption">Von links: Michael Forster, Silvia Stampfer, AMS-Beraterin Coleta Ausserhofer und Bernhard Bereuter. Hartinger, AMS</p>

Von links: Michael Forster, Silvia Stampfer, AMS-Beraterin Coleta Ausserhofer und Bernhard Bereuter. Hartinger, AMS

Zahlen 2017

162.343 unselbstständig Beschäftigte gab es in Vorarl­berg

9959 Menschen waren arbeitslos

2336 Personen nahmen an Schulungs- oder Qualifizierungsmaßnahmen teil

5,8 Prozent betrug die Arbeitslosenquote (Österreich: 8,5 Prozent)

(Quelle: AMS; Zahlen im Jahresdurchschnitt)

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