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ÖGB-Landeschef Loacker fürchtet Lohnraub

Loacker empört über Aussagen von Kanzler Kurz in Sachen Arbeitszeitflexibilisierung. Vonier fordert Sachlösungen statt Klassenkampf.

Als eine „bodenlose Frechheit“ bezeichnet der ÖGB-Landesvorsitzende Norbert Loacker die Ankündigung von Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP), Möglichkeiten für flexiblere Arbeitszeiten schaffen zu wollen. „In Vorarlberg brauchen wir keine Ratschläge, wie wir unsere Arbeit machen sollen. Und vor allem brauchen wir keine Tipps von jemandem, der weder eine Berufsausbildung noch ein Studium abgeschlossen hat“, verurteilt Loacker die Pläne zu einer Arbeitszeitflexibilisierung, einem Zwölf-Stunden-Tag und einer 60-Stunden Woche.

Auf diese Art von Nachhilfeunterricht könnten Arbeitnehmervertreter zu 100 Prozent verzichten. In Zeiten der Wirtschaftskrise wären in Vorarlberg erfolgreich Arbeitszeitmodelle erarbeitet worden, die sowohl für die Beschäftigten als auch für die Unternehmer akzeptabel waren, erinnert Loacker. „Von einer Arbeitszeitflexibilisierung profitieren ausschließlich die Arbeitgeber,“ warnt der ÖGB-Landeschef. Arbeitgeber würden die Möglichkeit erhalten, im Betrieb längere Arbeitszeiten anzuordnen, ohne Überstundenzuschläge auszahlen zu müssen.

Keine Flexibilität. Wenn von Vorteilen für die Arbeitnehmer die Rede sei, „ist das eine unverschämte Augenauswischerei. Es glaubt doch nicht wirklich jemand, dass die Arbeitnehmer es sich aussuchen können, wann sie ihre Überstunden abbauen“, gibt Loacker zu bedenken. Eine Arbeitszeitausweitung sei zudem familienfeindlich und gesundheitsschädlich. Im Baugewerbe könnten überlange Zwölf-Stunden-Tage sogar lebensgefährlich sein. Eine Ausweitung der Arbeitszeiten gehe damit ausschließlich zu Lasten der Beschäftigten, warnt Loacker. Das Vorhaben von ÖVP und FPÖ bedeute: mehr Arbeit für weniger Geld.“

Keine Beleidigungen. „Wo man schreit, ist keine klare Erkenntnis“, repliziert ÖVP-Wirtschaftssprecherin Monika Vonier auf die Aussagen Loackers. „Die Forderung nach einer Flexibilisierung der Arbeitszeit, wie sie Bundeskanzler Sebastian Kurz bei seinem Vorarlbergbesuch wiederholt hat, kann man kontrovers diskutieren. Den Bundeskanzler der Republik Österreich deswegen persönlich zu beleidigen, ist allerdings letztklassig und eigentlich unentschuldbar.“

Offensichtlich wolle Loacker eine seriöse Debatte über eine Flexibilisierung der Arbeitszeit gar nicht erst führen, da er sich sehr wohl bewusst sei, dass viele Sachargumente für eine solche sprechen würden. Zudem würde sich auch die Mehrheit der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mehr Flexibilität am Arbeitsplatz wünschen.

„Ich würde mir auf jeden Fall wünschen, dass sich die Sozialpartner wieder an den Verhandlungstisch begeben und der Regierung eine Lösung präsentieren, die den Unternehmen ihre Wettbewerbsfähigkeit erhält und den Mitarbeitern faire Arbeitsbedingungen garantiert“, sagt Vonier. Für die Wirtschaftssprecherin der Vorarlberger Volkspartei ist es sehr bedauerlich, dass vonseiten der Gewerkschaft das Verhandlungsklima mit solchen unqualifizierten Aussagen belastet wird: „Im Sinne des Standorts Vorarlberg braucht es Sachlösungen und keinen Klassenkampf.“

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