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Aus dem Gerichtssaal

Enkelin vergewaltigt: Zehn Jahre Gefängnis

70-jähriger Pensionist wurde 2008 schon einmal wegen sexueller Übergriffe auf unmündige Enkeltochter verurteilt.

Der Pensionist aus dem Bezirk Bregenz hat sich nach Ansicht der Richter neuerlich an seiner Enkelin vergangen. Dafür wurde der vorbestrafte 70-Jährige gestern am Landesgericht Feldkirch zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt. Das Urteil des Schöffensenats unter dem Vorsitz von Richter Martin Mitteregger ist nicht rechtskräftig. Verteidiger Bertram Grass meldete Nichtigkeitsbeschwerde und Strafberufung an. Staatsanwalt Simon Steixner meldete ebenfalls eine Strafberufung an.

Der Rentner hat nach Überzeugung der Richter zwischen August 2013 und Oktober 2016 die Tochter seines Sohnes mehrmals sexuell missbraucht. Das Mädchen war damals zwischen 10 und 13 Jahre alt.

Der Mann ist in der Vergangenheit schon einmal verurteilt worden, weil er aus Sicht der Richter seine Enkelin missbraucht hat. Wegen sexuellen Missbrauchs von Unmündigen kam er 2008 am Landesgericht Feldkirch mit einer bedingten Haftstrafe von zwei Jahren davon. Gestern wurde der Untersuchungshäftling vor allem wegen Vergewaltigung seiner Enkeltochter verurteilt. Er soll 2015 ein Mal die nackt auf einem Tisch liegende Schülerin gegen ihren ausdrücklichen Willen zum Geschlechtsverkehr gezwungen haben.

Darüber hinaus erfolgte der Schuldspruch auch wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Unmündigen, geschlechtlicher Nötigung, sexueller Belästigung, Missbrauchs eines Autoritätsverhältnisses, pornografischer Darstellung Minderjähriger und sittlicher Gefährdung von Personen unter 16 Jahren.

Trauma. Die Richter folgten den Angaben des Mädchens und der psychiatrischen Sachverständigen Gabriele Wörgötter. Wegen der Übergriffe sei das Mädchen schwer traumatisiert, meint die Gutachterin. Deswegen erhöhte sich der Strafrahmen auf 5 bis 15 Jahre Gefängnis. Als Teilschmerzengeld hat der Angeklagte dem Opfer 21.000 Euro zu bezahlen.

Vieles von dem, was seine Enkelin angegeben habe, sei wahr, vieles aber unwahr, gab der Angeklagte zu Protokoll. Sein Mandant habe das Opfer nie zu sexuellen Handlungen gezwungen, sagte Verteidiger Grass.

Trotz der 2008 abgeurteilten Vorfälle wohnten der Angeklagte und seine Enkelin weiterhin gemeinsam in einem Haus. Zu den jetzt angeklagten Sexualdelikten soll es in der Wohnung des Angeklagten und bei Spaziergängen gekommen sein.

Als er wieder den Drang hin zu seiner Enkelin verspürt habe, hätte der Angeklagte die Reißleine ziehen und Gegenmaßnahmen ergreifen müssen, sagte Richter Mitteregger.

  Seff Dünser

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