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Aus dem Gerichtssaal

Anklage: Arzt betrogmit Wunderheilmittel

Verteidiger Franz Josef Giesinger beim Prozess.  Seff Dünser

Verteidiger Franz Josef Giesinger beim Prozess.  Seff Dünser

Prozessbeginn gegen praktischen Arzt, der Patienten wirkungslose Kochsalzlösung als Heilmittel gegen Krebs verkauft hat.

Von Seff Dünser

Besonders schäbig sei, dass der angeklagte Arzt den psychischen Ausnahmezustand von Krebskranken missbraucht habe, sagte Staatsanwalt Markus Fußenegger. Der praktische Arzt habe Patienten zwischen August 2015 und August 2016 das nur die wirkungslose Kochsalzlösung beinhaltende Produkt „Powerlight“ als Heilmittel gegen Krebs und Aids verkauft. Damit habe der niedergelassene Allgemeinmediziner 39 Opfer um insgesamt 63.000 Euro betrogen.

Der unbescholtene 69-Jährige aus dem Bezirk Feldkirch wurde wegen gewerbsmäßig schweren Betrugs angeklagt. Dafür beträgt der Strafrahmen für den Fall einer Verurteilung sechs Monate bis fünf Jahre Gefängnis.

Kein Vorsatz. Verteidiger Franz Josef Giesinger beantragte aber gestern beim Prozessauftakt am Landesgericht Feldkirch einen Freispruch. Weil sein Mandant keinen Betrugsvorsatz gehabt habe. Denn der Schulmediziner, der sich fanatisch mit Alternativmedizin beschäftigt habe, sei der festen Überzeugung gewesen, dass er ein bahnbrechendes Heilmittel verkaufe und der deutsche Erfinder dafür den Medizinnobelpreis erhalten werde. Gegen den Zahnarzt, der das Produkt entwickelt hat, ist in Deutschland ein Betrugsverfahren anhängig.

Der Angeklagte sagte gestern, er sei nicht schuldig. Im Schöffenprozess unter dem Vorsitz von Richterin Sonja Nachbaur sollen an zehn Verhandlungs­tagen 51 Zeugen einvernommen werden. Ein Psychiater hat nach Angaben von Verteidiger Giesinger in seinem Gutachten festgestellt, dass der Angeklagte eine Persönlichkeitsstörung habe und in seinem Wahn an die Heilwirkung des von ihm vertriebenen Produkts geglaubt habe.

Zu den Geschädigten zählte auch ein Vorarlberger Apotheker, der das angebliche Wundermittel gekauft hat. Die Vorarlberger Landesregierung hat über den angeklagten Arzt zumindest für die Dauer des Strafverfahrens ein Berufsverbot verhängt.

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