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Leitbild für räumliche Enwicklung

Blick ins Land: Bis Jahresende wird eine Vision entwickelt, wie Vorarlberg in zehn Jahren aussehen soll. Roland Paulitsch

Blick ins Land: Bis Jahresende wird eine Vision entwickelt, wie Vorarlberg in zehn Jahren aussehen soll.

 Roland Paulitsch

Im Verlauf des Jahres wird eine Richtlinie für die Raumplanung in Ländle erarbeitet. Herzstück des Prozesses ist eine Konferenz in Feldkirch.

Von Johannes Hofer

Widmungsangelegenheiten, Freiraum, Bauland und dessen Nutzung sind derzeit vieldiskutierte Themen in Vorarlberg. Insbesondere, weil der Bedarf an Grund und Boden steigt – im Gegensatz zu den verfügbaren Flächen. So ist es wenig über­raschend, dass sich rund 200 Interessierte für die „Raumbild-Konferenz 2030“ angemeldet haben, die noch heute im Feldkircher Montforthaus über die Bühne geht. Ziel ist es, in einer Diskussion „gemeinsam eine Perspektive, eine Vision zu entwickeln, wie das Land im Jahre 2030, 2035 ausschauen soll“, informierte Landesstatthalter Karlheinz Rüdisser (ÖVP) ges­tern zum Auftakt der Veranstaltung.

Im Gespräch mit Gemeindevertretern, Architekten und Mitgliedern verschiedener Interessengruppen, wie etwa der Ini­tiative „vau|hoch|drei“, wollen die politisch Verantwortlichen gemeinsame Standpunkte, aber auch unterschiedliche Auffassungen zur raumplanerischen Entwicklung in Vorarlberg ermitteln. Letztlich solle bis Ende 2018 ein Leitbild erarbeitet werden, dessen Umsetzung einen „international wettbewerbsfähigen Wirtschaftsstandort, aber auch einen Lebensraum mit hoher Lebensqualität“ sicherstellt, erklärte Rüdisser.

Kernthemen. Die Basis für die Diskussion bietet ein erster Entwurf, der vergangenes Jahr von den Zuständigen des Landes angefertigt wurde. Als Kernthemen wurden dabei Freiraum und Landschaft, Siedlung und Mobilität, Wirtschaftsraum und Tourismus sowie regionale Zusammenarbeit festgesetzt. Auch Aspekte wie Energieversorgung, Katastrophen- und Gewässerschutz werden im Raumbild-Prozess zur Sprache kommen.

Wenn sich auch naturgemäß nicht in die Zukunft blicken lasse, sei immerhin klar: „Wir werden uns ganz sicher mit Verdichtung und mit den Auswirkungen des Klimawandels beschäftigen müssen“, sagte Umweltlandesrat Johannes Rauch (Grüne). Zudem seien Grünräume in Siedlungsgebieten und eine funktionsfähige Landwirtschaft nötig. Wobei auch gefragt werden muss, wo nur in gemäßigterem Umfang verdichtet werden soll und welche Böden landwirtschaftlich wirklich wertvoll sind, wie Rüdisser später anmerkte.

Kooperationen. Das fertige Raumbild 2030 wird mit den Räumlichen Entwicklungskonzepten (REK) vergleichbar sein, die bereits in zahlreichen Gemeinden existieren und eine Richtschnur bei entsprechenden Entscheidungen bieten. Gemeindeverbandspräsident Harald Köhlmeier erklärte, die Verantwortlichen in den Kommunen würden sich von dem Projekt einen Rahmen erhoffen, „der etwa dabei unterstützt, leistbaren und qualitativ hochwertigen Wohnraum zu schaffen“. Auch sei die Intensivierung der Kooperation zwischen den Gemeinden zu begrüßen.

Eben diese will Rüdisser in Zukunft forcieren – allerdings nur, wenn quasi als Zwischenstufe zwischen Raumbild und lokalem REK ein überregionales Räumliches Entwicklungskonzept vorliegt. Vorstellbar wären etwa gemeinsame Projekte der Rheindelta-, der Hofsteiggemeinden oder im Walgau, nannte der Landesstatthalter einige Beispiele. Durch entsprechende Förderrichtlinien hofft er, die „Motivation, gemeinsam zu gestalten“, zu erhöhen. Daran mangele es derzeit nämlich noch etwas.

An was es laut Rüdisser in der Raumplanung dagegen nicht mangelt, sind Vorschriften. Die Ergebnisse des Raumbild-Prozesses sollen aber nicht im Raumplanungsgesetz festgeschrieben werden, das derzeit in Überarbeitung ist, antwortete er auf eine diesbezügliche Frage. Im Übrigen wird die Novelle auch um einges früher in trockenen Tüchern sein als das Raumbild. Noch diesen Monat wird das überarbeitete Gesetz, das die Verschärfung einiger Normen mit sich bringt, voraussichtlich in Begutachtung gehen, wie Rüdisser erklärte.

Dass Raumbild und Gesetzesnovelle hierzulande nottun, zeigt indes ein Blick auf die Statistik. Im Vergleich zu den frühen 90er-Jahren steht ein Plus von rund 60.000 Einwohnern und 50.000 Haushalten zu Buche. Dazu kommt eine Steigerung um 40.000 Arbeitsplätze in den vergangenen 20 Jahren – mit entsprechendem Raumverbrauch, wie Rüdisser ausführte.

<p class="caption">Harald Köhlmeier, Johannes Rauch, Karlheinz Rüdisser (v.l.). VLK/Hofmeister</p>

Harald Köhlmeier, Johannes Rauch, Karlheinz Rüdisser (v.l.). VLK/Hofmeister

„Wir werden uns sicher mit Verdichtung und den Auswirkungen des Klimawandels beschäftigen müssen.“

Johannes Rauch, Umweltlandesrat (Grüne)

Zum Prozess

Raumbild 2030

Der Prozess wurde im Sommer 2017 vorbereitet, im Herbst erfolgte ein erster Entwurf durch die Fachabteilungen des Landes. Auf die Konferenz in Feldkirch (gestern und heute) folgt diesen Frühsommer eine öffentliche Konsultation.Das Raumbild soll im Herbst 2018 fertiggestellt und 2019 beschlossen werden.

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