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Vandans: Kritik an Informationspolitik

Im Nahbereich der Talstation der Golmerbahn in ­Vandans ist ein Campingplatz geplant, ein Hotel wird zumindest angedacht. Dietmar Stiplovsek/Drohnenfoto

Im Nahbereich der Talstation der Golmerbahn in ­Vandans ist ein Campingplatz geplant, ein Hotel wird zumindest angedacht.

 Dietmar Stiplovsek/Drohnenfoto

Bürgerinitiative fordert bessere Informationspolitik bezüglich kürzlich beschlossenem REK.

Von Rubina Bergauer

Tourismusprojekte, ob bereits umgesetzt oder nicht, sind derzeit ein heikles Thema im Montafon. Neben dem geplanten Speichersee für das Skigebiet Silvretta Montafon am Schwarzköpfle sorgt nun ein Regionales Entwicklungskonzept (REK) in der Gemeinde Vandans für Unmut. Die Mitglieder der neu gegründeten Bürgerinitiative „Zukunft Montafon“ (www.zukunft-montafon.jimdo.com) kritisieren in einer Aussendung vor allem die mangelnde Informationspolitik der Verantwortlichen. Kon­kret geht es um Pläne für den Vandanser Ortsteil Innerbach. Was genau dort entstehen soll, erfahre die Bevölkerung nicht, gleichzeitig würden aber bereits Ablöseverhandlungen mit Anrainern geführt, heißt es in dem Schreiben. „Das Problem ist, dass unterschiedliche Infos kursieren. Zudem variieren die Zahlen“, sagt Nadine Kasper von der Bürger­initiative. So sei etwa einmal von einem neuen Hotel die Rede und dann wieder von drei möglichen Gästeunterkünften. „Ich denke, viele Bürger sind über die Dimensionen der geplanten Vorhaben nicht im Klaren“, sagt Kasper. Die Mitglieder der Bürgerinitiative vermuten weiters, dass die Verantwortlichen in der Talschaft Montafon bereits die Fäden für ein weitaus größeres touristisches Projekt im Hintergrund ziehen. Verkauft werde ­dies der Bevölkerung „häppchenweise“ – hier ein Speichersee, dort ein Hotel oder ein Campingplatz. Über das Gesamtkonzept werde Stillschweigen bewahrt.

Neustart gefordert. Dies lässt der Vandanser Bürgermeister Burkhard Wachter so nicht gelten. Über das Regionale Entwicklungskonzept in der Gemeinde werde seit drei Jahren diskutiert, Präsentationen und Bürgerbeteiligung miteingeschlossen. „Irgendwann müssen den Worten Taten folgen“, betont Wachter. Am 3. April sei das REK nun beschlossen worden, bis dahin seien lediglich drei Stellungnahmen aus der Bevölkerung eingelangt. Vonseiten der grünen Gemeindevertreter habe es eine Anfrage gegeben. Der Vorwurf der Geheimniskrämerei ginge daher ins Leere. Im Zusammenhang mit dem REK üben die Gründer der Bürgerinitiative auch Kritik am Projekt „Rellsbach Unterlauf“ (Verlegung der Straße und des Rells- und Aualatschbachs zum Schutz des Wohn- und Siedlungsraums, Anm.) dahingehend, ob tatsächlich der Sicherheitsaspekt im Vordergrund steht oder nicht doch die touristische Verwertung des betreffenden Ortsteils. Die Bürgerinitiative fordert daher einen Neustart der Planungen, dieses Mal mit Beteiligung der betroffenen Bürger. Außerdem müsse die Finanzierung offengelegt werden, ebenso die Auswirkungen auf den Verkehr.

Das Gemeindeoberhaupt kontert, dass die Bevölkerung ausreichend in den Prozess miteinbezogen worden sei und dass es vorerst lediglich um eine eventuell touristische Nachnutzung des Seniorenheims Schmidt gehe. Die private Pflegeanstalt war 2009 in den Konkurs geschlittert und folglich von der Gemeinde erworben worden. Bis Ende dieses Jahres sollen die Bewohner in ein anderes Heim übersiedeln. Einen langen Leerstand des Gebäudes, das in unmittelbarer Nähe zur Talstation der Golmerbahn liegt, will Burkhard Wachter vermeiden. „Wir könnten uns eine touristische Nutzung der Liegenschaft vorstellen. Konkrete Pläne gibt es allerdings noch nicht“, sagt er. Dies soll sich allerdings zeitnah mit dem Auszug der jetzigen Bewohner ändern.

Konkrete Planungen fehlen auch noch für ein seitens der Vorarlberger Illwerke vkw angedachtes Hotelprojekt. „Wir sind natürlich daran interessiert, im Nahbereich des Skigebiets auch eine entsprechende Anzahl an Betten zur Verfügung zu haben“, bestätigt Markus Burtscher, Geschäftsführer von Golm Silvretta Lünersee Tourismus. Was den Standort einer Gästeunterkunft betreffe gebe es sowohl in Van­dans als auch in Latschau Möglichkeiten. Dies hänge in erster Linie von den zukünftigen Betreibern ab. Ein entsprechendes Hotelangebot solle mehr stationäre Gäste ins Montafoner Skigebiet locken, hoffen die Verantwortlichen. „Der Golm ist vor allem an den Wochenenden stark ausgelastet, unter der Woche gibt es allerdings noch Kapazität“, berichtet Burtscher.

Neuer Campingplatz. In der Aussendung der Bürgerinitiative „Zukunft Montafon“ ist zu lesen, dass eine Unterkunft mit 200 bis 400 Betten entstehen soll. Das will Burtscher nicht bestätigen: Das Vorhaben sei alles andere als konkret, zuerst müssten Investoren gefunden werden. Wann und ob ein solches Projekt umgesetzt werde, ließe sich momentan noch nicht sagen. Was hingegen bis zum Sommer beschlossen werden soll, ist der Bau eines Campingplatzes auf einem knapp drei Hektar gro­ßen Grundstück der Vorarlberger Illwerke vkw in Vandans. Den Verantwortlichen schwebt ein Angebot im höherpreisigen Segment für wechselnde Gäste vor. „Camping boomt. Bisher haben Gäste teilweise das Wohnmobil auf dem Parkplatz der Talstation abgestellt. Ein unkontrolliertes Campen wollen wir vermeiden und daher in diesem Bereich erweitern“, erklärt der Geschäftsführer. Fachleute sollen nun das Potenzial eines solchen Angebots in Vandans prüfen, danach falle die endgültige Entscheidung.

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