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Rezept gegen den Personalmangel

Landeshauptmann Markus Wallner, Landesrätin Barbara Schöbi-Fink und Gemeindeverbandspräsident Harald Köhlmeier (v.l.). VLK/Wirth

Landeshauptmann Markus Wallner, Landesrätin Barbara Schöbi-Fink und Gemeindeverbandspräsident Harald Köhlmeier (v.l.). VLK/Wirth

Ein zusätzliches Ausbildungsangebot, Gehaltsverbesserungen und eine Novelle des Kindergartengesetzes – das sind die Eckpunkte des Kindergartenpakets 2018.

Von Sonja Schlingensiepen

Mit 1. Jänner 2019 sollen einige Änderungen in Kraft treten, die unter anderem die Arbeitsbedingungen für Pädagogen an Kindergärten verbessern. Seitens des Landes und der Gemeinden wurde ein Kindergartenpaket geschnürt, dessen Eckpunkte am Dienstag im Rahmen des Pressefoyers von Landeshauptmann Markus Wallner, Bildungslandesrätin Barbara Schöbi-Fink und Gemeindeverbandspräsident Harald Köhlmeier präsentiert wurden.

Neuer Lehrgang. In Zusammenarbeit mit den Zuständigen der Bildungsanstalt für Elementarpädagogik (BAfEP) wird es ab Herbst 2018 mit dem Kolleg ­Dual einen neuen Ausbildungsweg geben. „Das Angebot richtet sich an Kindergartenassistenten, die eine berufsbe­gleitende Ausbildung absolvieren können“, erläuterte Schöbi-Fink. Drei Jahre dauert die Ausbildung, Plätze sind keine mehr frei. Die Nachfrage sei – wie bei allen Ausbildungsangeboten in diesem Bereich – sehr hoch.

Eine weitere Maßnahme im Rahmen des Kindergartenpakets betrifft bessere Arbeitsbedingungen, die Anerkennung von Sonderqualifikationen und Gehaltsverbesserungen für das Kindergartenpersonal. Zum einen soll jener Teil der Arbeitszeit in höherem Maße angerechnet werden, der für Teambesprechungen, Elterngespräche, Vorbereitung, Dokumentation oder Verwaltungstätigkeit verwendet wird. „Bisher waren zwischen zehn und 14 Stunden an Vor- und Nachbereitung vorgesehen. In Zukunft sollen dies zwischen zwölf und 16 Stunden sein“, erklärte Gemeindeverbandspräsident Köhlmeier. Die konkrete Dauer richte sich dabei nach den Gruppengrößen – bei einer Gruppe sind es zwölf Stunden. Bei vier oder mehr Gruppen 16 Stunden.

Neue Gehaltstabelle. Im Hinblick auf den Verdienst wird es eine neue Gehaltstabelle geben. „Vorrückungen sind nun rascher möglich“, sagte Landeshauptmann Wallner. Die Pädagogen könnten schon bis zu zehn Jahre früher als bisher ihr höchstmögliches Gehalt erreichen. Von der Anpassung der Gehaltskurve – zum Einstieg werden je nach Gehaltsklasse zwischen 2220 und 3110 Euro geboten – würden rund 1000 Angestellte profitieren.

Neues Gesetz. Bereits in der heurigen Landtagssitzung soll die Novelle des Kindergartengesetzes beschlossen werden. Damit sei es möglich, in Ausnahmefällen auch weniger qualifiziertes Personal einzusetzen. „Fällt beispielsweise ein Pädagoge kurzfristig wegen Krankheit aus, wird es künftig trotzdem möglich sein, den Kindergarten aufzusperren“, sagte die Bildungslandesrätin.

Unterm Strich diene das neue Gesetz dazu, personelle Engpässe zu überbrücken. Mit Hilfe des Gesetzes und der neuen Ausbildungsangebote sollte der Personalmangel in vier bis fünf Jahren behoben sein, meinte Schöbi-Fink. Wie viele Stellen genau vakant sind, konnte keiner der Anwesenden beantworten.

Insgesamt werden durch die im Kindergartenpaket vorgesehenen Maßnahmen Mehrkosten in Höhe von 1,5 Millionen Euro anfallen. Diese teilen sich das Land (60 Prozent) und die Gemeinden (40 Prozent).

„Die Maßnahmen werden getroffen, um langfristig ein flächendeckendes und qualitativ hochwertiges Betreuungsangebot bieten zu können“, sagte Wallner. Schließlich würden bereits im Kindergarten die Weichen für die weitere Entwicklung der Mädchen und Buben gestellt.

<p class="caption">Rund 1,5 Millionen Euro nehmen die Zuständigen von Land und Gemeinde in die Hand, um die Rahmenbedingungen an Kindergärten zu verbessern.  APA/ SCHNEIDER</p>

Rund 1,5 Millionen Euro nehmen die Zuständigen von Land und Gemeinde in die Hand, um die Rahmenbedingungen an Kindergärten zu verbessern.  APA/ SCHNEIDER

Kindergärten

Aktuell gibt es in Vorarlberg 251 Kindergärten, in denen insgesamt rund 9800 Kinder betreut werden. Dabei werden 1113 Kindergartenpädagogen von 599 Kindergartenassistenten unterstützt.

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