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Aus dem Gerichtssaal

Berufung: Haftstrafeanstelle von Geldstrafe

Berufungsrichter am Landesgericht ersetzten bezirksgerichtliche Geldstrafe für vorbestraften Dieb durch zweimonatige Haftstrafe.

Von Seff Dünser

Welche Strafe ist angemessen für einen versuchten Gelddiebstahl in einem Opferstock außerhalb einer Kapelle, wenn der Angeklagte mit 21 Vorstrafen, davon vielen einschlägigen, belastet und bereits 78 Jahre alt ist? Vorarlberger Strafrichter verhängten zum Schuldspruch des Vergehens des versuchten Diebstahls in zwei Instanzen höchst unterschiedliche Sanktionen.

Strafe umgewandelt. Am Bezirksgericht Feldkirch kam der angeklagte Pensionist in erster Instanz mit einer Geldstrafe von 1600 Euro (400 Tagessätze zu je vier Euro) davon.

Beim gestrigen Berufungsprozess am Landesgericht Feldkirch wurde der einschlägig Vorbestrafte hingegen zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt. Das Urteil des Berufungssenats unter dem Vorsitz von Richterin Angelika Prechtl-Marte ist rechtskräftig.

Wilfried Siegele, der Leiter der Staatsanwaltschaft Feldkirch, hat sich damit in der Berufungsverhandlung mit Erfolg dafür ausgesprochen, die erstinstanzliche Geldstrafe in eine Haftstrafe umzuwandeln. In zweiter Instanz wäre am Mittwoch die Freiheitsstrafe noch höher ausgefallen, wenn die drei Berufungsrichter nicht auf ein nach der bezirksgerichtlichen Verhandlung ergangenes anderes Urteil Rücksicht nehmen hätten müssen. Im Jänner fasste der Österreicher nämlich in Liechtenstein eine Haftstrafe von fünf Monaten wegen eines am 2. August 2017 in Liechtenstein verübten versuchten schweren Diebstahls aus.

Zusatzstrafe. Wenn bereits in Vaduz auch über den versuchten Vorarlberger Gelddiebstahl vom 17. Oktober 2017 entschieden worden wäre, wäre eine Gesamtstrafe von sieben Monaten Gefängnis notwendig gewesen, meinten die Feldkircher Berufungsrichter. Aus diesem Grund verhängten sie gestern eine Zusatzstrafe von zwei Monaten für das in Vorarlberg begangene Delikt.

Verteidiger Gerhard Scheidbach informierte die Feldkircher Berufungsrichter über die in der Zwischenzeit ergangene Verurteilung seines Mandanten in Liechtenstein. Der Feldkircher Rechtsanwalt beantragte, von einer Zusatzstrafe abzusehen.

Fallstrick. Der Angeklagte erklärte am Landesgericht seine kriminelle Laufbahn damit, dass er als Jugendlicher in einem Tiroler Schulinternat missbraucht worden sei. Das sei „der Fallstrick für die Veruntreuung meines Lebens“ gewesen, sagte der gebürtige Tiroler.

Mildernd. Der Rentner mit den vielen Vorstrafen fiel Richterin Prechtl-Marte ins Wort, als die Vizepräsidentin des Landesgerichts anmerken wollte, was mildernd zu werten sei. „Nichts“, sagte der 78-Jährige.

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