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„Siebenschläfer“ als Wetterfrosch“

Der Siebenschläfertag soll einen Ausblick auf das ­Wetter der nächsten sieben Wochen geben. Tatsächlich ist die erste Juliwoche entscheidend.

Von Rubina Bergauer

Am Mittwoch war der sogenannte Siebenschläfertag. Die für diesen Tag geltende Bauernregel besagt, dass das Wetter vom 27. Juni den Trend für die nächsten sieben Wochen setzen soll. Für diesen Lostag gibt es gleich mehrere einprägsame Sprüchlein: „Schlafen die Siebenschläfer im Regen, wird’s ihn noch sieben Wochen lang geben“. „Das Wetter am Siebenschläfertag, sieben Wochen bleiben mag.“ „Scheint am Siebenschläfer Sonne, gibt es sieben Wochen Wonne.“

„Das stimmt so nicht ganz. Viel ausschlaggebender für eine Vorhersage ist die erste Juliwoche“, weiß Nikolas Zimmermann vom Wetterdienst Ubimet. Tatsächlich gibt es statistische Analysen für den Alpenraum, die zeigen, dass die Witterung während der ersten Juliwoche einen deutlichen Hinweis auf die Großwetterlage der kommenden Wochen liefere. „Und durch die gregorianische Kalenderreform ist der Siebenschläfertag eigentlich erst am 7. Juli“, berichtet Zimmermann. Nach Berechnungen der Meteorologen werde der siebente Monat dieses Jahres eher zu warm ausfallen, sagt der Experte. Aber auch mit Regenschauern und Gewittern sei zu rechnen. „Der Wettertrend für Ende Juni ist warm, aber durchwachsen. Das wird sich wohl fortsetzen.“

Temperaturen steigen. So befindet sich das Ländle im Laufe des kommenden Wochenendes am Rande eines Hochdruckgebiets. Am Samstag sind demnach zwar kurze Schauer zu erwarten– vor allem im Gebiet des Bregenzerwaldes –, doch die Temperaturen klettern auf bis zu 28 Grad. Am wärmsten wird es Zimmermann zufolge in Feldkirch und Bludenz. Der Sonntag wird voraussichtlich der schönste Tag der Woche mit viel Sonnenschein und lediglich harmlosen Quellwolken, Temperaturen bis 29 Grad sind möglich. „Anfang nächster Woche dringt eine feuchtere Wetterfront aus Südwesten zu uns. Die Wetterlage wird dann wieder etwas labiler“, informiert der Experte. So ist am Montag im Gebiet des Rätikons und Bregenzerwaldes mit einzelnen Gewittern im Bergland zu rechnen, die Temperaturen bleiben jedoch sommerlich. Etwas Abkühlung wird es in den Bergen geben.

Für Wanderer bedeutet dies, dass besondere Vorsicht geboten ist: Turmartig und ambossförmig aufgebaute Wolken sind ein deutliches Zeichen für ein nahendes Gewitter. Auch auffrischender Wind und elektrisches Surren in der Luft kündigen ein Unwetter an. Zu den Vorbereitungen für eine Wanderung gehört auch, sich über die Wetterlage zu informieren. Wer dennoch von einer Gewitterfront überrascht wird, sollte über das richtige Verhalten in dieser Situation Bescheid wissen. Informationen darüber gibt es beispielsweise auf der Website des Alpenvereins Vorarlberg. Am meisten Schutz, sofern kein sicherer Abstieg ins Tal mehr möglich ist, bieten natürlich geschlossene Gebäude wie Biwakschachteln oder Hütten. Gefährlich wird es hingegen an exponierten Stellen (Grate, Gipfel). In diesem Fall gilt es, Mulden aufzusuchen oder sich in Kauerstellung mit geschlossenen Beinen auf eine isolierende Unterlage (Rucksack) zu setzen. Da Gewitter auch schneller aufziehen können als prognostiziert, sollte die Wetterlage im Gebirge stets im Auge behalten werden.

Etwas mehr Niederschlag würde jedenfalls die heimischen Gemüsebauern freuen. „Auf jenen Feldern, die bewässert werden können, gedeiht die Ernte bisher gut. Allgemein war es bisher aber eher zu trocken,“ berichtet Harald Rammel von der Landwirtschaftskammer. Der Vorteil sei allerdings, dass es dadurch bisher auch weniger Pilzerkrankungen bei Pflanzen gegeben habe. „Ich denke, unterm Strich wird es ein recht passables Jahr für die Gemüsebauern.“

Information

Siebenschläfertag

Der Siebenschläfertag (27. Juni) hat mit dem kleinen Nagetier eigentlich nichts zu tun, sondern ist der liturgische Gedenktag für die Sieben Schläfer von Ephe­sus, die der Legende zufolge in einem Berg eingemauert 195 Jahre schliefen. Der Zeitraum um und insbesondere nach dem Siebenschläfertag gilt als meteorologische Singularität wetterbestimmend.

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