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Baubranche zufrieden

Positive Bilanz im ersten Halbjahr 2018. Klaus hartinger

Positive Bilanz im ersten Halbjahr 2018.

 Klaus hartinger

Gute Auftragslage, aber Mangel an Fachkräften sowie Rohstoffen und Kritik an geplantem Raumplanungs- und Grundverkehrsgesetz.

Die Verantwortlichen der Vorarlberger Bauwirtschaft haben am Freitag eine positive Bilanz über das erste Halbjahr 2018 gezogen. Es herrsche Wachstum in allen Bereichen und gebe eine generell gute Auftragslage. Der Mangel an Fachkräften, Rohstoffen und Deponieflächen bereitet den Unternehmern aber Sorgen, hieß es vonseiten der Bauinnung. Kritisiert wurde auch das geplante Vorarlberger Raumplanungs- und Grundverkehrsgesetz.

Das Wachstum der Vorarlberger Bauunternehmen liege regional unterschiedlich im zweistelligen Bereich. Die Aufträge kämen vor allem aus Industrie und Gewerbe, aber auch aus dem Wohnbau. „Der Auftragsstand von über 25 Wochen erlaubt im Unterschied zu früheren Jahren eine bessere Planung, auch in personeller Hinsicht, denn der Facharbeitermangel ist nach wie vor ein großes Problem“, informierte Innungsmeister Peter Keckeis.

Sorgen bereiten den heimischen Bauunternehmern die fehlenden Rohstoffe in Vorarlberg und der Deponiebereich. Obwohl das Ländle „steinreich“ sei, müssten Baumaterialien, wie Wasserbausteine, teilweise über weite Distanzen hergeführt werden. Dies führt zu mehr Umweltbelastungen und höheren Kosten. „Im Katastrophenfall jedoch sind keine notwendigen Materialien zur Verfügung“, gibt Keckeis zu bedenken. Ähnlich ist die Situation im Deponiebereich. Es gibt zu wenig Deponien im Land, deshalb zu hohe Preise und zu lange Anfahrtswege. Der Innungsmeister fordert eine sinnvolle regionale Aufteilung und unterstützt eine derzeit laufende Rohstoff-Studie, welche in enger Zusammenarbeit zwischen Land und Wirtschaftstreibenden entsteht.

Zenit erreicht. Der Vorarlberger Immobilienmarkt zeigt sich laut Experten nach wie vor äußerst dynamisch. Immobiliensprecher Günther Ammann rechnet jedoch langsam mit einer Beruhigung. Gründe für die extreme Preisentwicklung der vergangenen Jahre sind die große Nachfrage nach dem stark begrenzten Grund und Boden, aber auch steuerliche Belastungen, wie die Immobilienertragssteuer und die Grunderwerbssteuer, hätten zu einem starken Preisschub geführt.

Dazu käme die überhitzte Baukonjunktur und der generelle Trend, vermehrt in Immobilien zu investieren. Die Spitze dieser Entwicklung ist, laut Ammann, nun erreicht. Das ungeschriebene Gesetz von Angebot und Nachfrage werde sich durchsetzen, denn Investoren würden Renditen erwarten. Nach Angaben von Ammann heißt das: Wohnen muss leistbar bleiben und Politiker sind gefordert, vernünftige Rahmenbedingungen zu schaffen, welche wirtschaftliches Arbeiten für Betriebe ermöglichen.

Negative Auswirkungen. Lob und Kritik gab es in Sachen Raumplanungs- und Grundverkehrsgesetz. Eine zentrale Forderung konnte erfüllt werden: Die Gesetzesvorlage sieht keine neuerliche steuerliche Belas­tung vor. Auf der anderen Seite kritisiert die Bauinnung, dass Unternehmer künftig weniger Möglichkeiten haben werden, da vor allem die Gemeinden in den Bereichen Raumplanung und Grundverkehr deutlich mehr Einfluss bekommen.

Wie die Erfahrung zeige, habe sich dieser Einfluss der Gemeinden in den vergangenen Jahren in Bezug auf die Baudichte und Vertragsraumplanung negativ ausgewirkt. „Die Enteignungen und Einschränkungen sind meines Erachtens verfassungsrechtlich bedenklich. Leider wird die Wirtschaft immer weiter eingeschränkt, da stellt sich die Frage, wer das notwendige Steueraufkommen für unseren Lebensstandard erwirtschaftet, wenn nicht die Unternehmen und ihre Mitarbeiter“, nennt Ammann die Kritikpunkte. Ein weiterer Nachteil der vorliegenden Gesetzesentwürfe sei, dass diese zu einem immensen Verwaltungsaufwand führen würden und im Endeffekt weiter preistreibend in allen Baubereichen seien.

Die Verantwortlichen vermissen eine langfristige Betrachtung der Entwicklung im Land.

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