Kontakt

Neue Zeitungs GmbH
Gutenbergstraße1
6858 Schwarzach

Phone: 0043 5572 501 500

Aus dem Gerichtssaal

Straffreie Drohung gegen Mittelschüler

Thomas Raneburger verteidigte den 18-Jährigen.  Seff Dünser

Thomas Raneburger verteidigte den 18-Jährigen.  Seff Dünser

18-Jähriger von Erpressung freigesprochen. Doch wegen einer Morddrohung gegen Spaziergängerinnen erhielt er eine Haftstrafe.

Von Seff Dünser

Alle morgen 2,50 Euro bringen, sonst Watschi, Watschi.“ Das soll der 18-jährige Afghane laut Strafantrag am 12. April in der Hörbranzer Mittelschule zu elfjährigen Erstklässlern gesagt haben.

Vom Vorwurf der versuchten Erpressung wurde der Afghane aber gestern am Landesgericht Feldkirch freigesprochen. Denn für Richterin Sabrina Tagwercher war das Tatbild der Erpressung, das eine unrechtmäßige Bereicherung unter Androhung einer Körperverletzung voraussetzt, nicht erfüllt. Weil eine Watsche nur als Misshandlung und noch nicht als Körperverletzung zu werten sei.

Verurteilt wurde der Untersuchungshäftling jedoch wegen gefährlicher Drohung. Dafür wurde über den einschlägig vorbestraften Flüchtling eine Haftstrafe von fünf Monaten verhängt.

Offene Vorstrafe. Hinzu kommen drei Haftmonate aus einer offenen Vorstrafe vom 6. April. Der Asylwerber ist damals am Landesgericht wegen gefährlicher Drohung, versuchter Körperverletzung, Diebstahls und Sachbeschädigung zu einer bedingten Haftstrafe von drei Monaten verurteilt worden. Damit beträgt die nunmehrige Gesamtstrafe acht Monate Gefängnis. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Nach Ansicht der Richterin hat der Afghane am 12. April, nach dem Vorfall in Hörbranz, in den Bregenzer Seeanlagen zwei Spaziergängerinnen im Alter von 16 und 18 Jahren bedroht. Demnach hat er ihnen ein Messer vorgehalten und gesagt, er werde sie abstechen.

Rascher Rückfall. Die mögliche Höchststrafe für die Todesdrohung wäre drei Jahre Gefängnis gewesen. Erschwerend sei der rasche Rückfall nach der einschlägigen Vorstrafe, sagte Richterin Tagwercher in ihrer Urteilsbegründung.

Zum Vorfall in der Schule wurden in dem Prozess 17 Mittelschüler als Zeugen befragt. Einige der Kinder gaben vor Gericht zu Protokoll, der Angeklagte habe gesagt, „alle morgen 2,50 Euro bringen, sonst Watschi, Watschi“. Der von Thomas Raneburger verteidigte Angeklagte behauptete, er habe nur gesagt, die Schüler sollten 2,50 Euro für ein Picknick mit der Lehrerin mitbringen.

Bitte melden Sie sich an, um den Artikel in voller Länge zu drucken.

Bitte geben Sie Ihren
Gutscheincode ein.

Der eingegebene Gutscheincode
ist nicht gültig.
Bitte versuchen Sie es erneut.
Entdecken Sie die NEUE in Top Qualität und
testen Sie jetzt 30 Tage kostenlos.