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Neue Arbeitszeitmodelle sorgen für Zufriedenheit

Vom Turnusärztekongress bis zur Kinderbetreuung – verschiedene Maßnahmen sorgten für bessere Arbeitsbedingungen an Vorarlbergs Spitälern.

Von Sonja Schlingensiepen

Unter dem Titel „Gute Stimmung an Vorarlbergs Krankenhäusern“ hatten die Verantwortlichen der Ärztekammer, der Krankenhausbetriebsgesellschaft (KHBG) und des Landes am Montagmorgen zur Pressekonferenz ins Landeskrankenhaus nach Hohenems eingeladen.

Es folgte eine Lobeshymne auf die guten Arbeitsbedingungen an den Landeskrankenhäusern sowie dem Dornbirner Stadtspital, die zeitweise an den Song von Andreas Bourani „Auf uns“ erinnerte. Sogar Vertreter der sonst sehr kritischen Ärztekammer stimmten in den Lobgesang ein. Hermann Blaßnig, Kurienobmann der angestellten Ärzte, verwies auf das vor zwei Jahren neu eingeführte Arbeitszeit- und Dienstmodell an den Vorarlberger Krankenhäusern. „Die Zuständigen der KHBG und des Landes haben sich immer zur 48-Stunden-Woche bekannt“, sagte er. Die notwendigen Maßnahmen zur Anpassung an die von der EU vorgeschriebenen Arbeitszeitgesetze sei zeitig erfolgt.

Grundsätzlich sei die Umstellung auf die neuen Arbeitszeitmodelle komplikationslos verlaufen. „Nur eine Minderheit muss die Opt-out-Regelung in Anspruch nehmen.“ Derzeit können Mediziner noch bis zu 72 Stunden pro Woche arbeiten, wenn sie eine schriftliche Zustimmung (Opt-out) erteilen.

Gerald Fleisch, Geschäftsführer der KHBG, verwies auf den konsensorientierten Prozess bei der Erstellung der Arbeitszeitmodelle, bei dem Vertreter von Ärztekammer, des Betriebsrates und Angestellte miteingebunden waren. „35 zusätzliche Dienstposten wurden geschaffen. Das hat zu einer Entlastung des Personals und zu einer Steigerung der Arbeitsplatzzufriedenheit geführt“, erläuterte Fleisch. Dazu hätten die Zuständigen des Landes viel Geld in die Hand genommen – zwischen drei bis vier Millionen Euro pro Jahr fallen an Mehrkosten an.

Die Verantwortlichen der KHBG hätten auf die Zeichen der Zeit reagiert, betonte der Geschäftsführer. An den Landeskrankenhäusern gebe es neben den Arbeitszeitmodellen auch Karrieremodelle für ärztliche Mitarbeiter oder verschiedene Betreuungsmöglichkeiten für Kleinkinder und Schüler. Mit der Koordinationsstelle für Nachwuchskräfte, die das Klinisch-Praktische Jahr absolvieren oder dem Turnusärztekongress seien Benchmarks gesetzt worden.

Apropos Ausbildung – mit dieser ist Ruth Krumpholz, zweite Stellvertreterin des Kurienobmanns der angestellten Ärzte, aufgrund der Arbeitszeitbegrenzung von 60 auf 48 Stunden nicht ganz zufrieden. „Ich bin der Meinung, dass 48 Stunden nicht für eine adäquate Ausbildung reichen“, sagte sie.

Gesundheitslandesrat Christian Bernhard wollte dem nicht zustimmen. „Es muss nicht sein, dass die Ausbildung aufgrund der arbeitszeitrechtlichen Regelungen leidet. Das Ganze ist vielleicht auch eine Frage der Organisation der Abteilung“, meinte er. In jedem Fall wolle er sich die Ausbildungsmodule gemeinsam mit der Bludenzer Primarärztin und Ärztekammer-Vertreterin ansehen.

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