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Luftbrücke der Vierländerregion

Anna Kleiss­ner, Martin Ohneberg, Thomas Bolt und Reinhard Frei.Klaus Hartinger

Anna Kleiss­ner, Martin Ohneberg, Thomas Bolt und Reinhard Frei.

Klaus Hartinger

Eine Studie widmet sich der Wichtigkeit des Flughafens Altenrhein. Auftraggeber sind Wirtschaftstreibende im Rheintal.

Für so manches Unternehmen im Rheintal war und ist der Flughafen Alten­rhein wohl ein Argument, sich anzusiedeln. Insgesamt sind es 25.000 Firmen, welche ihren Sitz in dieser Region haben. Reinhard Frei vom Rheintaler Wirtschaftsforum etwa bezeichnet den Schweizer Flughafen am Ufer des Bodensees als „Luftbrücke“ in die Welt für die ansässigen globalisierten Unternehmen. Doch wie bedeutend ist der Flughafen tatsächlich für die Vierländerregion rund um Vorarlberg? Laut Wirtschafts­treibenden jedenfalls wird die volkswirtschaftliche Bedeutung unterschätzt. Und zwar im Bezug auf Wertschöpfung, Kaufkraft und Beschäftigung.

Um die ökonomische Bedeutung des Flughafens zu ermitteln, wurde eine Studie in Auftrag gegeben. Nicht zuletzt mit dem Ziel, anstehende und notwendige Entwicklungen vo­ranzutreiben. Auftraggeber waren Verantwortliche der Industriellenvereinigung (IV), vom Arbeitgeberverband Rheintal (Schweiz) und des Rheintaler Wirtschaftsforums & Rheintaler Unternehmertreffs. Anna Kleissner, Studienautorin (Twin Economics, Köln) präsentierte die Ergebnisse am Dientstag bei einer Pressekonferenz.

„Unternehmenskennziffern spiegeln die tatsächliche Bedeutung des Flughafens nicht wieder“, nahm sie vorweg. Der Flughafen stelle eine sogenannte Querschnittsmaterie dar, welche eine Vielzahl von Unternehmen (Flugbetrieb, Gastronomie, Autovermietung) umfasse. Und diese müssten folglich im Gesamten betrachtet werden. Im Rahmen der Studie wurden also laut Kleissner auch Güter und Dienstleistungen, welche in der Region eingekauft werden (Strom, Reinigung, Bürobedarf) berücksichtigt. Ebenso seien Ausgaben der Flughafen-Beschäftigten (Bäcker, Metzger, Friseur) eingeflossen. Der gesamte Wertschöpfungseffekt beträgt nach diesen Berechnungen also 55,76 Millionen Euro, was in Bezug auf die direkte Bruttowertschöpfung des Flughafens von 26,55 Millionen Euro einem Wertschöpfungsmultiplikator von 2,1 entspricht.

Zeitersparnis. Im Rahmen der Studie wurde auch ein Schwerpunkt auf die Zeitersparnis gelegt. Ein Abflug von Alten­rhein nach Wien verglichen mit einem Abflug von Zürich nach Wien spart, das ist keine Überraschung, Zeit. Laut Kleissner sind das 61 Minuten für Passagiere aus Vorarlberg, Süddeutschland und Liechtenstein. 29 Minuten für Schweizer. Kürzere Stau-, Puffer- und Abfertigungszeiten und eine 25 Minuten kürzere Flugzeit führen zur Ersparnis.

Noch krasser fallen laut Studienautorin die Werte aus, wenn der Vergleich mit einer Bahn- oder Autofahrt herangezogen wird. Von Dornbirn ins Stadtzentrum Wien betrage die Gesamtreisezeit mit dem Flieger ab Altenrhein 3:15 (60 Minuten Flug, 30 Minuten Pkw-Anreise, Puffer- und Abfertigungszeit, Bus ins Stadtzentrum).

Die Gesamtreisezeit mit dem Auto betrage 6:15, sofern es keinen Stau gebe. Mit der Bahn seien es 7:30 (6:13 Zugfahrt, 30 Minuten Pkw-Anreise, Pufferzeit, U-Bahn ins Stadtzentrum). Umgerechnet wurden die Zeitwerte dann in sogenannte Produktivitätsgewinne. Dieser betrage 204 Euro pro Trip. In Summe würden alle Flüge von und nach Vorarlberg insgesamt zu einem Zeitgewinn im Ausmaß von 238.000 Stunden mit einem Wert von 6,7 Millionen Euro führen.

Keine Details. Die Studienergebnisse werden nun den Regierungsmitgliedern präsentiert, hieß es. Derzeit seien Gespräche zwischen Vorarlberg, dem Kanton St. Gallen und den Verantwortlichen des Flughafen Altenrheins im Gange. Dabei geht es um eine „maßvolle“ Weiterentwicklung des Flughafens. „Der Standort soll keine Konkurrenz zu Zürich werden, es geht vielmehr darum, Einschränkungen zu lockern und Infrastruktur auszubauen. Details sind nicht bekannt“, sagte Ohneberg.

  Danielle Biedebach

<p class="caption">Anna Kleiss­ner, Martin Ohneberg, Thomas Bolt und Reinhard Frei.</p><p class="caption">Klaus Hartinger</p>

Anna Kleiss­ner, Martin Ohneberg, Thomas Bolt und Reinhard Frei.

Klaus Hartinger

Regionalökonomische Effekte im Vergleich

 Flughafen  Flughafen

 Altenrhein  München*

Unternehmen 12 552 

Beschäftigte 266 32.250

Passagiere (Linie) 100.000 38,7 Millionen

Direkte Bruttowertschöpfung 

Beschäftigte 99.510 Euro 77.271 Euro

Direkte Bruttowertschöpfung

Passagier 265,5 Euro 64,4 Euro

Bruttowertschöpfungs-Multiplikator 2,1 1,78

Ausgabenmultiplikator 0,84 0,87

Beschäftigungsmultiplikator 2,0 2,08

*Werte vom Flughafen München beziehen sich auf das Jahr 2012

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