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Aus dem gerichtssaal

Berufung: Lebenslangfür Mord in Frastanz

Innsbrucker Berufungsrichter bestätigten Höchststrafe für 28-Jährigen, der Schwangere erwürgt und angezündet hat.

Von Seff Dünser

Die strafrechtliche Aufarbeitung eines der grausamsten Verbrechen in Vorarlberg in den vergangenen Jahrzehnten ist seit gestern abgeschlossen. Am Mittwoch wurde das Urteil im Strafverfahren gegen den 28-jährigen Angeklagten rechtskräftig. Der Staatsbürger der Dominikanischen Republik wurde wegen Mordes, Brandstiftung, Schwangerschaftsabbruchs ohne Einwilligung der Schwangeren und Störung der Totenruhe zur Höchststrafe von lebenslanger Haft verurteilt.

Nach den gerichtlichen Feststellungen hat der Angeklagte im November 2015 in Frastanz eine im achten Monat von ihm schwangere Frau in deren Schlafzimmer erwürgt. Damit hat er nicht nur die 28-jährige Frau, sondern auch die gemeinsame ungeborene Tochter ermordet. Danach hat der in Liechtenstein lebende Mann nach Ansicht der Richter in dem Schlafzimmer ein Feuer gelegt, das auch die tote Frau erfasst hat.

Gestern haben Richter des Inns­brucker Oberlandesgerichts (OLG) in der Berufungsverhandlung über den Angeklagten eine lebenslängliche Haftstrafe verhängt. Das teilte auf Anfrage der Sprecher der Oberstaatsanwaltschaft Innsbruck, Richard Freyschlag, mit. Damit wurde das erstinstanzliche Strafmaß des Landesgerichts Feldkirch vom Dezember 2017 bestätigt. Der Strafberufung des Angeklagten wurde keine Folge gegeben. Wer zu einer lebenslangen Gefängnisstrafe verurteilt wird, wird frühestens nach 15 Jahren auf Bewährung in die Freiheit entlassen.

Für den eiskalten und heimtückischen Mord könne es mit einer lebenslangen Gefängnisstrafe nur eine Sanktion geben, sagte der vorsitzende Richter Martin Mitteregger beim Geschworenenprozess in Feldkirch.

Zurückgewiesen. Der Schuldspruch im Feldkircher Indizienprozess wurde in zweiter Instanz bereits im Mai rechtskräftig. Denn am Obersten Gerichtshof (OGH) in Wien wurde die Nichtigkeitsbeschwerde des Angeklagten zurückgewiesen. Entgegen der Verfahrensrüge habe das Erstgericht mehrere Beweisanträge des angeklagten Beschwerdeführers ohne Verletzung von Verteidigungsrechten abgewiesen, meinten die Wiener Höchstrichter. Zudem werde in unzulässiger Weise die Beweiswürdigung der Geschworenen bekämpft, obwohl rechtlich keine Schuldberufung möglich sei.

Belastende Indizien. Der unbescholtene Angeklagte bestritt die Tatvorwürfe. Sechs der acht Feldkircher Geschworenen hielten den Arbeitslosen aber aufgrund belastender Indizien für den Mörder. Als Tatmotiv wurde in der Anklageschrift angenommen, dass der Angeklagte nicht Vater des Kindes werden wollte.

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