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Aus dem Gerichtssaal

Heute Urteil imneuen Mordprozess

Mord oder doch nur Totschlag? Unbescholtener 48-Jähriger hat in Mäder seine Gattin erstochen.

Im neuen Geschworenenprozess um die Tötung einer Frau in Mäder wird heute am Landesgericht Feldkirch das Urteil verkündet werden. Die acht Geschworenen müssen zunächst entscheiden, ob sie die Bluttat als Mord werten oder nur als Totschlag. Danach legen die Laienrichter gemeinsam mit den drei Berufsrichtern die Strafe fest.

Gestern hat der Bruder der getöteten Frau den Angeklagten belastet. Der Zeuge beschrieb den Beschuldigten als geldgierig und eifersüchtig. Sein Schwager habe für eine Scheidung finanziell nicht aufkommen wollen. Unter Ausschluss der Öffentlichkeit wurden am Donnerstag drei der vier Kinder des Angeklagten als Zeugen befragt.

Anklage. Staatsanwalt Heinz Rusch hat Anklage wegen Mordes erhoben. Dafür sieht das Strafgesetzbuch 10 bis 20 Jahre bzw. lebenslängliche Haft vor. Nach Ansicht des öffentlichen Anklägers hat der 48-jährige Österreicher türkischer Abstammung im Jänner 2017 in Mäder mit wuchtigen Stichen gegen den Oberkörper mit einem Küchenmesser mit einer 14 Zentimeter langen Klinge im Schlafzimmer dessen 40-jährige Ehefrau vorsätzlich getötet. Nach Ansicht des Staatsanwalts hat der Angeklagte nach wechselseitigen Kränkungen in der Ehe brutal zugestochen, weil er mit der von seiner Frau gewünschten Scheidung nicht einverstanden war.

Verteidiger Franz Josef Giesinger meint, es liege nur ein Totschlag vor. Dafür beträgt der Strafrahmen fünf bis zehn Jahre Gefängnis. Denn sein Mandant sei von der Gattin jahrelang gedemütigt und gekränkt worden, argumentiert der Rechtsanwalt. Der Angeklagte habe sich also in einer allgemein begreiflichen heftigen Gemütsbewegung im Affekt zur Bluttat hinreißen lassen.

Beim ersten Feldkircher Prozess wurde der Angeklagte im Oktober 2017 wegen Mordes zu 18 Jahren Gefängnis verurteilt. Der Oberste Gerichtshof (OGH) hat aber im April das Urteil wegen eines Verfahrensfehlers aufgehoben und eine neue Verhandlung in Feldkirch angeordnet.

Seff Dünser

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