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Dringliche Anfrage

Keine Einsparungen bei Hauskrankenpflege

Landesräte Wiesflecker und Bernhard betonen Wichtigkeit der Hauskrankenpflegevereine und geschulten Personals.

Ein mögliches Finanzierungsproblem der Hauskrankenpflegevereine hat sich im Rahmen des gestrigen Landtags als ein großes Missverständnis entpuppt. In einer Anfrage hatte die Landtagsabgeordnete Gabriele Sprickler-Falschlunger (SPÖ) die Landesräte Katharina Wiesflecker (Grüne) und Christian Bernhard (ÖVP) um Klarstellung gebeten. Deren Antworten wurden dann im Rahmen des gestrigen Landtags diskutiert. Konkret ging es darum, wie hoch die Einsparungen bei der Vorarlberger Gebietskrankenkasse (VGKK) im Zuge der bundesweiten Reformen bei den Sozialversicherungsträgern sein sollen. VGKK-Obmann Manfred Brunner hatte von 40 Millionen Euro gesprochen. In diesem Fall hätte es für die 66 Vorarlberger Hauskrankenpflegevereine schlecht ausgesehen, lautete die Einschätzung von Sprickler-Falschlunger. Denn die VGKK leistet dort jährlich freiwillig Zuschüsse in Höhe von 450.000 Euro.

Wiesflecker und Bernhard stellten nun ausdrücklich klar, dass es keine Einsparungen bei der Hauskrankenpflege geben werde. Das Gerücht über die 40 Millionen Euro Einsparungen bei der VGKK habe sich aufgrund einer missverständlichen Formulierung verbreitet. „Die Hauskrankenpflege ist zentraler und wichtiger Bestandteil des Pflegewesens in Vorarlberg“, betonte Bernhard. Man dürfe sich nicht fürchten, sondern müsse handeln. Dafür seien laut Landesrätin Wiesflecker zusätzlich drei Millionen Euro für die ambulante Pflege veranschlagt, ein Drittel davon für die Hauskrankenpflege.

Personalmangel. Derzeit bereitet allerdings nicht nur die Finanzierung Kopfzerbrechen, sondern auch die Umsetzung. Die Studie „Pflegepersonalbedarfs­prognose Vorarlberg“, die von der Gesundheit Österreich GmbH durchgeführt wurde, sagt einen Bedarf von 400 zusätzlichen Pflegefachkräften bis zum Jahr 2030 voraus. Mangel soll es den Prognosen zufolge besonders im Bereich der Pflegefachassis­tenz geben. Wiesflecker will dem durch eine Erhöhung der Zahl der Ausbildungsplätze in den Krankenpflegeschulen und Pflegefachassistenzkursen entgegenwirken. Letztere Ausbildung dauert nur zwei Jahre und ergänzt somit die dreijährige Diplomausbildung. Das neu geschaffene Angebot des Bachelorstudiengangs „Gesundheits- und Krankenpflege“ an der Fachhochschule Vorarlberg geht noch einen Schritt weiter.

Anreize schaffen. Junge Fachkräfte seien überall gefragt, die Hauskrankenpflege und die Betreuung in Heimen erscheine vielen aber nicht attraktiv, meint Landtagsvizepräsidentin Martina Rüscher (ÖVP). „Wir müssen die richtigen Rahmenbedingungen schaffen, damit die jungen Pfleger und Pflegerinnen Lust bekommen.“ Eine Maßnahme dahingehend ist die dieses Jahr eingeführte Vergütung von Praxisanleitungen für Ausbildner. Außerdem habe man mit der Imagekampagne „Pflege berührt“ erfolgreich in allen Teilen der Bevölkerung Attraktivität vermittelt, erläuterte Rüscher.

Schlussendlich betonten die Sprecher ihre Dankbarkeit gegenüber den Hauskrankenpflegevereinen – sie ermöglichten eine menschliche und günstige Lösung für alle. Ihre Finanzierung sei jedenfalls gesichert und Vorarlberg somit auf einem guten Weg.

Julia Putzger

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