Kontakt

Neue Zeitungs GmbH
Gutenbergstraße1
6858 Schwarzach

Phone: 0043 5572 501 500

Verkehr lenken und verlagern

Christian Natter (Wolfurt), Elmar Rhomberg (Lauterach), Markus Linhart (Bregenz), Peter Halder (Kennelbach), Harald Köhlmeier (Hard), Kurt Fischer (Lustenau).  Planb

Christian Natter (Wolfurt), Elmar Rhomberg (Lauterach), Markus Linhart (Bregenz), Peter Halder (Kennelbach), Harald Köhlmeier (Hard),
Kurt Fischer (Lustenau).  Planb

Parkraummanagement in Plan-B-Gemeinden soll Verkehrssituation in Zentren verbessern.

Von Danielle Biedebach

Der Verkehr auf Vorarlbergs Straßen lässt sich nicht beseitigen. Allerdings lassen sich negative Auswirkungen wie Stau, Lärm, Abgase, Unfälle sowie Kosten reduzieren, um die Allgemeinsituation zu verbessern. Die Gemeindeoberhäupter von Bregenz, Hard, Kennelbach, Lauterach, Lustenau, Schwarzach und Wolfurt (Plan-B-Gemeinden) setzen schon seit Jahren auf diese sogenannte bewusste Mobilität. Dabei sollen Bürger weg vom Auto hin zu öffentlichen Verkehrsmitteln und dem Rad gelenkt werden.

Als weiterer Baustein im Gesamtkonzept wird in den kommenden Wochen ein Parkraummanagement in den sieben Plan-B-Gemeinden eingeführt. Ziel ist es, öffentliche Parkplätze in den Ortskernen effizienter zu nutzen. Das heißt auch, Dauerparker aus den Zentren an geeignetere Plätze zu verbannen, verdeutlichten die Bürgermeis­ter gestern bei einer Pressekonferenz in Lauterach. Öffentliche Parkplätze werden also künftig zur Gratis-Kurzparkzone. Ab der 91. Minute fallen dann Gebühren an. Generelle Parkgebühren werden dort verlangt, wo der Raum knapp und damit eine Umlenkung sinnvoll ist.

„Abgeschaut“ haben die Verantwortlichen in diesem Fall bei der Landeshauptstadt. Dort existiert schon seit Jahren eine Parkraumbewirtschaftung. Und „dient in erster Linie den Anwohnern“, wie Bürgermeister Markus Linhart betonte. Während in Bregenz die bestehenden Regelungen ausgeweitet werden, „betreten“ die Gemeinden also Neuland.

Eckpunkte. Parkplätze sollen in Zukunft einfach gefunden werden. Neue Beschilderung und Markierungen sollen dabei helfen. Dazu gib es eine App (ParkNow). Über die kostenlose Anwendung werden Parkmöglichkeiten aufgezeigt und die Bezahlung abgewickelt (PayPal, Kreditkarte oder Maestro). Und zwar minutengenau.

Die erwähnten Kurzparkzonen wurden überall auf 90 Minuten beschränkt. „Das ist ausreichend für Arzt- oder Frisörbesuche sowie das Erledigen von Einkäufen“, meinte der Harder Bürgermeister Harald Köhlmeier. In der Gemeinde am Bodenseeufer wurde das System schon vor zwei Monaten eingeführt. Durch diesen Vorsprung konnte Köhlmeier schon von ers­ten Veränderungen berichten. Das Ortsbild habe sich bereits gewandelt. Der „Parkumschlag“ habe sich deutlich erhöht. „Außerdem steigen nun mehr auf das Rad um, wenn lediglich kurze Wege zurückzulegen sind“, berichtete der Bürgermeister.

In den kommenden Wochen soll die Infrastruktur mit Parkautomaten und Beschilderungen stehen. Kontrollorgane werden – bis auf Lustenau und Bregenz – gemeindeübergreifend im Einsatz sein. Insgesamt wurden laut Christian Natter, Bürgermeister von Wolfurt, rund 200.000 Euro investiert. Anfangs wird – wie auch in Hard geschehen – auf Strafen verzichtet und auf Information gesetzt. „Noch nicht jeden haben die Informationen zum neuen System erreicht“. Wer die zeitliche Beschränkung übertritt oder keinen gültigen Parkschein gelöst hat, wird zunächst verwarnt. Dann droht allerdings ein Strafmandat.

Alternativen. „Eine bewusste Mobilität braucht mehr als eine Lösung“, formulierte es Natter. Nur wenn es eine gute Infrastruktur gebe, seien die Menschen bereit, auf Alternativen zum Auto umzusteigen. Das Wolfurter Gemeindeoberhaupt lobte das bestehende Bus- und Bahnnetz. 14.500 Personen sind ihm zufolge mit einer Jahreskarte in den Plan-B-Gemeinden unterwegs. Das sind 16 Prozent der dort lebenden Bevölkerung. Auch beim Radfahren liegen die sieben Ortschaften laut Natter ganz weit vorne. „Schon vor Jahren haben 21 Prozent der Menschen Wege mit dem Rad zurückgelegt. Aktuell rechnen wir mit einer Steigerung und streben längerfristig die 30 Prozent an“, kündigte Natter an.

Eine Neuigkeit in Sachen Radwege hatte Harald Köhlmeier noch zu verkünden. Der Baubescheid für die neue Radstrecke Hard-Fußach-Lustenau liege nun vor. Im Herbst soll der Spatenstich für das Projekt erfolgen, sodass im Frühjahr 2019 noch mehr geradelt werden kann.

Parkgebühren

Zentrumslage Stadt
und Hotspots:
1,10 Euro pro Stunde ab der ersten Minute 

Ortszentren
Umlandgemeinden:
90 Minuten frei, 70 Cent pro Stunde

Tiefgaragen und Ähnliches:
gesonderte Tarife 

Anwohner, Arbeitspendler und Unternehmer können Parkgebühren pauschal entrichten (Parkkarte).

Bitte melden Sie sich an, um den Artikel in voller Länge zu drucken.

Bitte geben Sie Ihren
Gutscheincode ein.

Der eingegebene Gutscheincode
ist nicht gültig.
Bitte versuchen Sie es erneut.
Entdecken Sie die NEUE in Top Qualität und
testen Sie jetzt 30 Tage kostenlos.