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Neuer Raum in der Burgruine

Viel getan hat sich in den ­vergangenen Wochen auf dem Gelände der Ruine Blumenegg. Bereits im August wird der ­Kulturpavillon eröffnet.

Von Rubina Bergauer

Die Arbeiten auf dem Gelände der Ruine Blumen­egg am Thüringerberg gehen in die „heiße Phase“. Der geplante Kulturpavillon nimmt Form an, bereits am 22. August soll das Gebäude offiziell eröffnet werden. „Es geht mit Riesenschritten voran“, bestätigt Alexandra Wucher. Sie ist Obfrau des Vereins Burgfreunde Blumenegg. Die Mitglieder haben es sich zum Ziel gemacht, die historische Anlage zu erhalten und ihr gleichzeitig neues Leben einzuhauchen. Das Burgareal soll als Kultur- und Freizeitraum gestaltet werden und so zu einem Treffpunkt für Menschen aus der Region und darüber hinaus werden.

Noch vor wenigen Jahren hätte dies wohl kaum jemand für möglich gehalten, der das alte Gemäuer kennt. Dieses lag bereits seit vielen Jahrzehnten in einem Dornröschenschlaf und war dem Verfall preisgegeben, Büsche und Sträucher überwucherten die alten Mauern. Vermutlich im Jahr 1260 von den Grafen von Werdenberg erbaut, war Blumenegg lange ein bedeutender Herrschaftssprengel der „Grafschaft Walgau“ gewesen. Die Burg wurde erstmals im Appenzellerkrieg um zirka 1405 erobert, drei Mal brannte der Edelsitz ab und wurde 1774 schließlich aufgegeben. Soweit die Geschichte, knapp zusammengefasst.

Persönlicher Bezug. Zurück in der Jetztzeit: Nach einer intensiven Projektvorbereitung starteten die Vereinsmitglieder 2016 ein Crowdfunding-Projekt, um den Weg für eine Sanierung und Wiederbelebung der Ruine zu ebnen. Das Vorhaben wird als LEADER-Projekt zwar von EU-Seite unterstützt, doch der Verein muss auch einiges an Eigenkapital aufbringen. „Zum Glück war das Echo sehr gut. Ich denke, viele Menschen aus der Region haben einen persönlichen Bezug zur Ruine und sehen es als positiv, dass diese nun belebt werden soll“, berichtet Wucher. Auflage des Bundesdenkmalamts war, dass die Baggerarbeiten im November 2016 von Archäologen begleitet werden. Diese stießen dabei auf Reste eines zur Burg gehörenden Gebäudes sowie eines gepflasterten Weges. Kurzzeitig wurden die Baumaßnahmen gestoppt, um bei einer zweiten Ausgrabung im Frühjahr 2017 die Entdeckungen eingehend zu untersuchen und kartografisch zu erfassen. Auch der Bauplan für den Kulturpavillon wurde noch einmal abgeändert, um die Funde in das Gesamtkonzept miteinzubeziehen. Bei der Konstruktion handelt es sich um einen bewusst einfach gestalteten Holzbau, der von Stahlstützen getragen über historischen Mauerresten des ehemaligen Wirtschaftsgebäudes im Burghof steht. Große Schiebefenster sollen für optimale Lichtverhältnisse sorgen und gewähren einen Panoramablick auf die Ruine sowie das Tal. Die über einen Steg erreichbare Stahlterrasse fungiert als Aussichtsplattform sowie als Bühne. Auch eine kleine Küche wird eingerichtet. „Die Räumlichkeiten sollen möglichst vielfältig nutzbar sein. Beispielsweise für Kulturveranstaltungen, Workshops, Vorträge, Seminare oder private Feierlichkeiten“, führt Wucher an. Bei der Umsetzung des Projekts wird der Verein Burgfreunde Blumenegg von Sponsoren und zahlreichen heimischen Unternehmen unterstützt (Crowdfunding, private und betriebliche Spenden, Materialspenden, Stiftungen). Im Gegenzug darf der Pavillon später von den Helfern genutzt werden. Vermietungseinnahmen sollen die Betriebskosten decken und in weitere Sanierungsmaßnahmen an der Burg fließen, erklärt Wucher. Weitere Sponsoren seien natürlich jederzeit herzlich willkommen, merkt sie augenzwinkernd an.

Besonders freut die Obfrau, dass an der Errichtung auch zahlreiche Lehrlinge und Schüler beteiligt sind: Die Auszubildenden der Berufsschule Bludenz waren ebenso mit von der Partie wie Lehrlinge der Firmen Hilti&Jehle, Küng Installationen H&R Holzbau und Ofenbau Müller. Die Experten von Zumtobel haben ein Beleuchtungskonzept für das Burgareal entworfen und werden dieses auch umsetzen. Die Sanierungsarbeiten an der Ruine selbst wurden von Fachmann Otto Summer in Zusammenarbeit mit Flüchtlingen durchgeführt. „So ist Blumenegg in gewisser Weise schon vor Fertigstellung des Pavillons zu einem Treffpunkt für verschiedenste Menschen geworden. Es ist toll zu sehen, wie viele mitanpacken“, zeigt sich Alexandra Wucher erfreut. Sie und ihre Mitstreiter sind sich sicher: Ein geschichtsträchtiger Platz ist der geradezu ideale Standort für einen unverwechselbaren Veranstaltungsraum. „An der Schnittstelle zweier Regionen – zwischen dem großen Walsertal und dem Walgau – kommt dem Ort besondere Bedeutung zu.

<p class="caption">Schlicht und vielseitig verwendbar ist der Kulturpavillon (Architekt: Martin Mackowitz).</p>

Schlicht und vielseitig verwendbar ist der Kulturpavillon (Architekt: Martin Mackowitz).

<p class="caption">Dank zahlreicher helfenden Hände und der Unterstützung heimischer Betriebe geht das Projekt gut voran.  Klaus Hartinger, Bernd Hofmeister,  Dietmar Stiplovsek, Burgfreunde Blumenegg</p>

Dank zahlreicher helfenden Hände und der Unterstützung heimischer Betriebe geht das Projekt gut voran.  Klaus Hartinger, Bernd Hofmeister,
 Dietmar Stiplovsek, Burgfreunde Blumenegg

<p class="caption">Teile der Burganlage sind bereits fachmännisch saniert worden.</p>

Teile der Burganlage sind bereits fachmännisch saniert worden.

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