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Gamprin/Bendern (FL)

Privatklinik Medicnova stellt Konkursantrag

Belegzahlen brachen nach positivem Jahresbeginn ein. Abgelehnter Krankenkassenvertrag als Sargnagel. Betrieb vorerst noch gesichert.

Seitens der Liechtensteiner Privatklinik Medicnova ist am Freitag der Antrag auf Eröffnung eines Konkursverfahrens eingereicht worden. „Es ist ein schwerer, aber notwendiger Schritt, da aufgrund zu geringer liquider Mittel Zahlungsunfähigkeit droht“, erklärte der Vorsitzende des Verwaltungsrates, Hansjörg Marxer, in einer Pressemitteilung.

Die ersten Monate des Jahres seien erfolgreich verlaufen, in Folge sei es allerdings zu einer Umkehr und sinkenden Belegzahlen gekommen, heißt es in der Aussendung. Zwar sei seitens der Klinik ernsthaft verhandelt und an einer zukunftsfähigen Lösung gearbeitet worden. „Die Ablehnung unserer OKP-Anträge für die landesweit einzig von uns angebotenen Bereiche Kardiologie und Gefäßchirurgie hat jedoch die letzte Hoffnung zunichte gemacht“, berichtete Marxer.

Oberste Priorität hätten nun die Mitarbeiter, aber auch die Gläubiger sollen möglichst schadlos gehalten werden. Der Konkursantrag werde zu einem Zeitpunkt gestellt, an dem „wir alle wichtigen Verpflichtungen noch erfüllen können und der Betrieb noch sichergestellt ist“, sagte der Verwaltungsrat-Vorsitzende.

Patienten, die sich derzeit in der Privatklinik befänden, seien auch nach dem gestrigen Schritt ans Landgericht gut versorgt. „Aus heutiger Sicht ist der Betrieb zumindest bis zur Einsetzung des Masseverwalters gesichert. Auf den Stationen und im OP wird nach wie vor auf hohem medizinischen Niveau gearbeitet“, betonte Marxer. Mit den Patienten, die zu Behandlungen in der Medicnova angemeldet seien, würden die betreuenden Ärzte individuell Gespräche führen.

Schnelle Steigerung. Die Medicnova war im Jänner 2017 in Gamprin/Bendern eröffnet worden. Im März dieses Jahres wurde erklärt, dass sich die Privatklinik von 48 Vollzeit-Äquivalent-Mitarbeitern auf 37 Angestellte „gesundschrumpfen“ müsse. Wegen der Vollauslas­tung der Klinik im Herbst 2017 sei die Personalzahl zu rasch erhöht worden.

Aufmerksamkeit hatte zuvor eine Vereinbarung erregt, welche die österreichischen privaten Krankenzusatzversicherungen mit dem Klinikbetreiber per 1. März 2017 geschlossen hatten. Erstmals wurde dabei vertraglich festgelegt, dass österreichische Privatpatienten sich von ihrem Wunscharzt in Liechtenstein operieren lassen können.

Allerdings hieß es, dass die Medicnova in Ermangelung eines Staatsbeitrages durch das Fürstentum Liechtenstein deutlich weniger finanzielle Mittel pro Patient zur Verfügung habe als andere Krankenhäuser. Deshalb wurde eine OKP-Zulassung beantragt. Dabei handelt es sich um einen Krankenkassenvertrag, der das Angebot der Privatklinik für viele Liechtensteiner verfügbar machen sollte.

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