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Wohin die Reise geht

Alleine verreisen ist längst kein Makel mehr. Auch Frauen erkunden immer häufiger ­alleine die (sichere) Welt. Shutterstock

Alleine verreisen ist längst kein Makel mehr. Auch Frauen erkunden immer häufiger ­alleine die
(sichere) Welt.

 Shutterstock

Griechenland ist 2018 die gefragteste Urlaubs-Destination. Daneben drängen ­­Ökotourismus und Reisen zu Film- Drehorten auf den Markt.

Am ersten Juni hat der Sommer begonnen. Zumindest für die Meteorologen. Der kalendarische oder astronomische Sommeranfang war am 21. Juni. Die Sommerferien starteten gestern und zeitgleich damit beginnt die wohl schönste Zeit des Jahres: die Urlaubszeit.

Zwar verreisen immer mehr Urlauber auch in der Vor- und Nachsaison (günstigere Preise, weniger los …), der Sommer ist aber nach wie vor die beliebteste Reisezeit. Höchste Zeit also für einen Trend-Check. Denn das Angebot ist groß, der Überblick schnell mal verloren.

Erfahrungswerte zeigen, dass bei der Wahl des Urlaubsziels Empfehlungen von Familie und Freunden die größte Rolle spielen, gefolgt von der Internet-Recherche. Auch Fernsehen, Zeitungen und Zeitschriften werden als Inspirationsquellen genutzt, um die passende Destination zu finden. „Die junge Generation lässt sich auf sozialen Netzwerken, wie Instagram oder Facebook, inspirieren. Und ja, auch im digitalen Zeitalter sind nach wie vor Reisekataloge sehr gefragt“, weiß Julia Gruber, Reise­beraterin bei Ruefa Dornbirn. Es hängt also ein wenig vom Alter ab, wer sich wo Informationen beschafft.

Thema Sicherheit. Das Thema Sicherheit allerdings, spielt bei Jung und Alt gleichermaßen eine Rolle bei der Urlaubsplanung. Nach einer Ruefa-Umfrage hat die aktuelle weltpolitische Lage für über 50 Prozent der Österreicher einen Einfluss auf das Reiseverhalten. „Als Reaktion darauf meiden Kunden bestimmte Länder und reisen bevorzugt im Inland“, berichtet Gruber.

Bei Kunden in Westöster­reich ist heuer Griechenland die gefragteste Destination, gefolgt von Spanien, Italien und Kroatien. Danach folgen die Türkei und Ägypten. Letztere werden laut Gruber in dieser Saison aufgrund des günstigen Preis-Leistungs-Verhältnisses ver­stärkt gebucht.

Gehen oder bleiben. Ob Urlauber im Jahr 2018 an einem Fleck verweilen oder lieber herum­reisen, kommt auf das Ziel und auch auf die unterschiedlichen Erwartungen und Vorstellungen an. Während in der Karibik zum Beispiel die Dominikanische Republik eher zu den stationären Badedestinationen zählt, „ist es in Kuba geradezu ein Muss, den gesamten Inselstaat zu erkunden“, sagt die Expertin. Ob Globetrotter dabei alleine oder mit einem Guide losziehen, kommt ebenfalls auf das Ziel und die Interessen an.

Rom lässt sich gut auf eigene Faust erkunden, sofern sich Interessierte vorher im Internet oder mittels eines Reiseführers informieren. „Wer jedoch besonders kunstinteressiert ist oder mehr Details über den Vatikan erfahren möchte, bekommt mit einem Guide einen besseren Einblick“, weiß Gruber.

Alleinreisende. Es bleibt also immer eine individuelle Entscheidung, wie der Urlaub verläuft. Grund genug für einige, generell alleine zu verreisen. Das ist heutzutage nicht mehr unüblich. Immerhin kann so ganz nach der eigenen Fasson geplant werden. Kompromisse finden ist nicht notwendig und Streitereien fallen aus. Die Nachfrage nach speziellen Reisen für Singles existiert und dem­entsprechend gibt es auch immer mehr Angebote für Alleinreisende. Laut Reise-Expertin gibt es Clubs, Hotels und sogar Studienreisen-Anbieter, die sich auf Singles konzentrieren.

Länder mit hohem Sicherheitsstandard können auch Frauen grundsätzlich unbedenklich alleine bereisen (Europa, Nordamerika, Australien oder Neuseeland). „Bei Reisen in andere Regionen der Welt sollten sich Frauen bewusst sein, dass sie als Alleinreisende unter Umständen Aufmerksamkeit auf sich ziehen“, warnt Gruber. Auf jeden Fall ist es ratsam, sich vorab über Sicherheitsrisiken und kulturelle Besonderheiten zu erkundigen. Experten beraten alleinreisende Kundinnen im Hinblick darauf, welche Destinationen ihren Interessen, Vorstellungen und Wünschen entsprechen und gleichzeitig geeignet sind. Worauf im Zielland zu achten ist, wenn Frau alleine unterwegs ist, wird ebenfalls besprochen.

Klassiker. Auch in diesem Jahr gibt es Reise-Klassiker. Wellness liegt bei den Vorarlbergern immer noch im Trend und ist – vor allem auch im Frühjahr oder Herbst – beliebt für „zwischendurch“. Entsprechende Wellness­angebote gibt es in der näheren Umgebung in Tirol, aber auch in Deutschland.

Auch Städtetrips sind nach wie vor in allen Altersklassen beliebt. Die meisten verreisen mit dem Flugzeug nach Hamburg, Barcelona, Amsterdam, Berlin oder London. „Aber auch an einer Städtereise mit der Bahn finden immer mehr Kunden Gefallen“, erzählt Gruber.

Wie lange die Vorarlberger im Schnitt verreisen, lässt sich nicht pauschal beantworten und hängt von vielen Faktoren ab: Destination, Reisezeit, Budget. Bei Fernreisen sind es meist zwischen zehn und 14 Tagen, klassische Bade- oder Pauschalurlaube dauern meistens eine Woche. Bei Städte- oder Wellnessreisen sind die Menschen meist, wie erwähnt, nur drei oder vier Tage unterwegs. Es muss also nicht immer ein langer Urlaub sein.

Kreuzfahrten. Zu den Klassikern zählen sicher auch die Kreuzfahrten. Jeder fünfte Österreicher hat schon einmal eine Kreuzfahrt unternommen und nahezu jeder zweite kann sich vorstellen, irgendwann einmal eine Schiffsreise anzutreten. Kreuzfahrten sind vor allem bei der Altersgruppe Ü-60 beliebt. Wegen All-inclusive-Angeboten und Kinderbetreuung an Bord interessieren sich aber auch immer mehr Familien.

„Kreuzfahrten sind die Möglichkeiten bequem viele Ziele in kurzer Zeit zu besuchen“, nennt Gruber die Vorteile. In einer Woche können Reisende so bis zu sechs Destinationen kennenlernen. Mal abgesehen von kleinen Inseln, die mit dem Flugzeug nur schwer zu erreichen sind.

Neue Arten zu reisen. Und schließlich drängen völlig neue Trends auf den Reisemarkt. Die Themen Umweltschutz und Nachhaltigkeit spielen bei so manchem Globetrotter eine immer größere Rolle. Das Segment Ökotourismus ist relativ neu. Darunter wird das Reisen in naturnahe Gebiete verstanden, wobei auf den Schutz des Naturraums geachtet und gleichzeitig ein positiver Beitrag zum Lebensstandard der ansässigen Bevölkerung geleistet wird.

Diese Form des Tourismus ist (noch) ein Nischenprodukt und wird kaum nachgefragt. „Generell wird das Thema Nachhaltigkeit in Bezug auf Reisen immer wichtiger und durch ein steigendes Umweltbewusstsein in der Tourismusindustrie „beantwortet“. Kunden suchen vereinzelt bewusst nach nachhaltigen Angeboten. „Das ist aber meist nicht ausschlaggebendes Entscheidungskriterium“, weiß die Expertin. In diesem Bereich gibt es also noch Luft nach oben.

Wie im Film. Wer den Urlaub an den Drehorten des Lieblingsfilms oder der präferierten TV-Serie verbringen will, stößt auf einen weiteren neuen Trend. Es gibt mittlerweile spezielle Rundreisen, welche an Drehorte bekannter Filme führen. In Neuseeland lassen sich zum Beispiel Kulissen von „Der Herr der Ringe“ betrachten. In Schweden kann die komplette Familie auf den Spuren von Pippi Langstrumpf wandeln. London wiederum bietet tolle Locations für „Harry Potter“-Fans und auf Malta dürften Freunde von „Game of Thrones“ auf ihre Kos­ten kommen.

Eine Umfrage zeigt, dass 25 Prozent der Urlauber ein jährliches Reisebudget von maximal 500 Euro haben. 27 Prozent verfügen über bis zu 1000 Euro und 17 Prozent geben bis zu 1500 Euro aus. Weniger als ein Drittel der Österreicher gibt somit mehr als 1500 Euro pro Jahr für Reisen aus. „Der Preis hängt natürlich von vielen Faktoren ab: Reisedauer, Art der Anreise, Zielgebiet, Buchungszeitpunkt und Kategorie der Unterkunft“, verdeutlicht Gruber. Zwei Nächte im Wellnesshotel mit Selbstanreise dürften unter 100 Euro liegen, während für eine Flugreise im Schnitt zwischen 500 bis 1000 Euro veranschlagt werden. Fernreisen schlagen meist mit 1500 bis 3000 Euro zu Buche, je nach Zielgebiet und Reisedauer.

 Danielle Biedebach

<p class="caption">Julia Gruber, Reiseberaterin bei Ruefa Dornbirn.  Privat</p>

Julia Gruber, Reiseberaterin bei Ruefa Dornbirn.  Privat

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