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Auszeichnung für Lern-App zum Holocaust

Die App ist kostenlos in den Stores von Google und Apple erhältlich.  FH Vorarlberg

Die App ist kostenlos in den Stores von Google und Apple erhältlich.  FH Vorarlberg

Jugendliche sollen durch „Fliehen vor dem ­Holocaust“ an das Thema herangeführt werden. Fachhochschule an Entwicklung beteiligt.

Die App „Fliehen vor dem Holocaust“ wurde von einer internationalen Jury mit dem Worlddidac Award ausgezeichnet. Entwickelt wurde das Lern-Programm für Geschichte vom Forschungszentrum Nutzerzentrierte Technologien der FH Vorarlberg (FHV), der Pädagogischen Hochschule (PH) Luzern und von erinnern.at, Institut für his­torisch-politische Bildung über Holocaust und Nationalsozialismus. Jugendlichen soll mit der App das Thema Holocaust nähergebracht werden. Der Preis wird am 7. November an die Gewinner übergeben.

Die Verantwortlichen des Worlddidac Award zeichnen innovative, pädagogisch sinnvolle und nachhaltige Produkte beziehungsweise Lösungen im Bildungsbereich aus, heißt es in einer Aussendung der FHV. Die Jury habe die Geschichts-App als besonders lobenswert und für den Einsatz in Schulen überaus empfehlenswert bezeichnet.

Nahtlose Integration. „Fliehen vor dem Holocaust. Meine Begegnung mit Geflüchteten“ ist im Zuge eines Forschungsprojekts entstanden. Zielgruppe sind 14- bis 18-jährige Schülerinnen und Schüler. „Bei der Entwicklung neuer Lerntools für diese Altersgruppe ist darauf zu achten, dass sie nahtlos in die Medienlandschaft dieser Zielgruppe integriert werden kann“, erklärte Guido Kempter, Leiter des Forschungszentrums Nutzerzentrierte Technologien an der FHV.

Die Jugendlichen erhalten über das Medium Film einen Zugang zu den historischen Erfahrungen. Im Zentrum stehen kurze Videointerviews mit Zeitzeugen des Holocaust. Fünf Personen erzählen ihre Erfahrungen auf der Flucht vor dem Nazi-Regime. Damit werden im Schulunterricht ausgewählte Lebensgeschichten ins Zentrum gerückt. Diese sollen die Mädchen und Burschen dazu bewegen, Erzählungen darüber zu generieren. „Ziel ist, das Erlernte in einer eigenen Geschichte zu erzählen und mit der Klasse zu reflektieren. Die Schüler lernen, Erinnerungen mit historischen Dokumenten zusammenzubringen sowie beide quellenkritisch zu betrachten“, erläuterte Peter Gautschi von der PH Luzern. Die App kann sowohl im Unterricht als auch in der Jugendarbeit oder individuell genutzt werden. Für Lehrpersonen steht ein Handbuch bereit.

Individuelles Lernen. „Studien beweisen, dass Jugendliche gerne und gut mit Zeitzeugen-Videos und Apps lernen. Unsere App macht die Geschichten von Überlebenden des Holocaust für Schülerinnen und Schüler zugänglich“, sagte der Geschäftsführer von erinnern.at, Werner Dreier. Durch das Programm werde ein individuelles Lernen ermöglicht. Zudem würden die Nutzer zur Diskussion über Geschichte und Gegenwart eingeladen. Die Digitalisierung des Lernens biete viele Chancen für die historisch-politische Bildung. „Fliehen vor dem Holocaust“ ist kostenlos im Playstore von ­Google und im App-Store von Apple verfügbar.

Teil des Projekts ist auch noch eine wissenschaftliche Auswertung. Dabei wird die Interaktion mit den Videointerviews und deren Auswirkung auf die Lernerfahrung untersucht. Finanziell unterstützt wurde die Erstellung der App durch das Eidgenössische Departement des Äußern und die schweizerische Stiftung Gamaraal. Ebenso mit Förderungen beteiligt waren der Nationalfonds der Republik Österreich für die Opfer des Nationalsozialismus, das österreichische Bildungsministerium, die österreichische Forschungsförderungsgesellschaft und die deutsche Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft.

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