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Bregenz

Überraschender Rückzug: Abt Van der Linde geht

Der Abt (im Vordergrund) bei der letztjährigen Festspieleröffnung.  Klaus Hartinger

Der Abt (im Vordergrund) bei der letztjährigen Festspieleröffnung.  Klaus Hartinger

Der Skandal um sexuellen Missbrauch oder die Schließung des Sanatoriums fielen in die knapp zehnjährige Amtszeit.

Der Abt der Zisterzienserabtei Wettingen-Mehrerau in Bregenz, Anselm van der Linde (47), legt sein Amt nach fast zehnjähriger Tätigkeit nieder. Van der Linde gab diesen für die Öffentlichkeit überraschenden Schritt am Donnerstag per Aussendung bekannt. Es sei Zeit, die Leitung der Mehrerauer Kongregation in neue Hände zu übergeben, so der gebürtige Südafrikaner.

Van der Linde hat Papst Franziskus bereits über seinen Rückzug informiert. Bis zur Bestellung eines neuen Abtes bleibe er aber de jure im Amt, erklärte Van der Linde. Die Wahl des Abts der Territorialabtei Wettingen-Mehrerau wird vom Papst per Dekret bestätigt, der Abt hat auch einen Sitz in der Österreichischen Bischofskonferenz. Er ist außerdem für insgesamt 21 Zisterzienser-Klöster in Österreich, Deutschland, der Schweiz, Italien, den USA, Tschechien und Slowenien verantwortlich.

Der scheidende Abt zog in seiner Mitteilung Bilanz über die vergangenen zehn Jahre. „Ich habe im Jahr 2009 die Abtei Wettingen-Mehrerau in einer für sie sehr schwierigen Zeit übernommen. Eine meiner Aufgaben war es, eine wirtschaftlich tragfähige, nachhaltige Basis für die Klostergemeinschaft herzustellen“, stellte Van der Linde fest. Der Skandal um sexuellen Missbrauch, der seine Kreise auch in die Zisterzienserabtei zog, habe ihn persönlich zutiefst erschüttert. „Die Aufarbeitung dieser beschämenden und unverzeihlichen Ereignisse haben mich unglaubliche Kraft und Energie gekostet“, informierte der studierte Politikwissenschafter.

Als weitere Marksteine nannte er den Brand der Tischlerei des Klosters und die Schließung des Sanatoriums, aber auch „die erfolgreiche Neuausrichtung unserer Schule, die Öffnung für Mädchen, die Einrichtung einer Volksschule sowie die großartige Zusammenarbeit mit der Fußballakademie“. Es seien zukunftsfähige Konzepte entstanden. Er lege sein Amt „mit Dankbarkeit und in großer Demut“ nieder, sagte Van der Linde. Er habe in seiner Zeit in Bregenz „hautnah erlebt, dass der Wahlspruch unserer Abtei – ‚non mergor‘ (‚Ich gehe nicht unter‘) – absolut stimmt“.

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