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Entwicklung nur zum Teil wie geplant

In Mariahilf und am Leutbühel sollen noch dieses Jahr Baumaßnahmen erfolgen. Zumindest ein Projekt wurde am Donnerstag ­beschlossen. Klaus Hartinger

In Mariahilf und am Leutbühel sollen noch dieses Jahr Baumaßnahmen erfolgen. Zumindest ein Projekt wurde am Donnerstag ­beschlossen.

 Klaus Hartinger

Grundsatzbeschluss zur Quartiersentwicklung Leutbühel. Noch keine Einigung zwischen Stadt Bregenz und Pfarre Mariahilf erzielt.

Nicht wie erhofft ist die jüngste Sitzung der Bregenzer Stadtvertreter am Donnerstagabend verlaufen. Denn eigentlich hätten durch entsprechende Beschlüsse die Quartiersentwicklungsprojekte am Leutbühel und im Stadtteil Mariahilf vorangetrieben werden sollen. Allerdings war dies nur in einem Fall möglich. „Es wäre der Wunsch gewesen, in dieser Sitzung beide Projektbeschlüsse herbeizuführen“, informierte Bürgermeister Markus Linhart (ÖVP). Es sei jedoch nicht gelungen, sich mit den Zuständigen der Pfarre Mariahilf zu einigen. Das habe im Übrigen nicht an der Haltung der Verantwortlichen der Stadt gelegen, versicherte er.

„Jene Liegenschaft, über die die Pfarre im Quartier verfügt, betrifft ein wesentlicher Teil des Projekts. Heute einen Beschluss zu fassen, stünde dem großen Ziel, doch noch eine Umsetzung zu erreichen, entgegen“, erklärte der Ortschef. Die Behandlung der Thematik werde also quasi zurückgestellt.

Bürgerbeteiligung. Sorgen bereitet dies insbesondere Vizebürgermeisterin Sandra Schoch (Grüne). Sie habe sich intensiv für das Projekt in Mariahilf eingesetzt, nicht zuletzt deshalb, damit die Entwicklung parallel zu jener am Leutbühel vonstattengehen könne, ließ sie wissen. Geplant wäre etwa, eine Begegnungszone im Bereich der Pfarrkirche zu schaffen. Eine Geschwindigkeitsbeschränkung von 20 Stundenkilometern soll eine Entschleunigung bringen, zudem sind eine Bepflanzung und Wasserspiele vorgesehen. Diverse Parkplätze würden allerdings verschwinden.

Die bisherigen Pläne seien in einem „sehr sensiblen und intensiven Bürgerbeteiligungsprozess“ entstanden, sagte Schoch.Dabei hätten neben Fachexperten auch Vertreter der Kirche mitgewirkt. „Es sind nur einzelne, die damit nicht mitgehen können. Die Gründe kenne ich nicht“, meinte die Vizebürgermeisterin. Erst am Donnerstagmorgen sei eine abschlägige Rückmeldung eingelangt.

Schoch will nun weitere Gespräche mit den Zuständigen suchen und notfalls eine alternative, weniger umfassende Bauvariante zur Umsetzung bringen. Die Bürger dürften „nicht im Regen stehen gelassen werden“.

Bürgermeister Linhart blieb angesichts der Schwierigkeiten gelassen. Es gebe keinen Anlass für eine „Trauerrede“. „Manchmal sind die Dinge eben verworren. Dann muss man einen Gang zurückschalten, um mit neuem Anlauf zu einem guten Ergebnis zu kommen.“ Am Projekt werde jedenfalls weitergearbeitet, der vorläufig fehlende Beschluss gefährde nicht das Ziel, im Winter mit Baumaßnahmen zu starten.

Grünes Licht hingegen gab es für die erste Etappe der Quartiersentwicklung am Leutbühel. Konkret soll der Bereich der Römer- und Kirchstraße zu einer Begegnungszone umgestaltet werden. Dazu dienen unter anderem eine Fahrbahnverengung mit neuen Gehsteigen und ein einheitlicher Bodenbelag. Geplant sind auch eine 95 Meter lange Arkade mit breitem Vordach und die Reduktion von Pkw-Parkplätzen. Vor der Umsetzung zwischen Herbst 2018 und Frühjahr 2019 sollen allerdings noch verschiedene Fragen von Anrainern geklärt werden.

Akzeptanz. Sandra Schoch erinnerte an die Diskussionen um die Neugestaltung des Kornmarktplatzes. Damals habe es entschiedene Gegner gegeben, heute werde der Platz jedoch sehr gut angenommen – ein ähnliches Ergebnis erwartet sie sich hinsichtlich der Begegnungszone im Stadtzentrum. Kritisch wird von manchen Seiten etwa gesehen, dass für diese die derzeitigen Pflastersteine einem einheitlichen Belag weichen müssen. Nach Ansicht der Grünen-Politikerin ist diese Änderung allerdings bedeutsam für die Verkehrssicherheit, da Fahrzeuglenker so „intuitiv zum Abbremsen“ bewegt würden.

Gegen die Umsetzung der Baumaßnahmen argumentierte Alexander Moosbrugger. „Das Projekt ist super, aber wir haben nicht das Geld dafür“, mahnte der Neos-Vertreter. Die Maßnahmen würden womöglich wegen der Wahlen im übernächsten Jahr so rasch vorangetrieben.

Dafür erntete Moosbrugger Widerspruch von mehreren Seiten. Die Vizebürgermeisterin meinte etwa, bei einer Projektlaufzeit von acht Jahren könne nicht von „schnell-schnell“ gesprochen werden. Andrea Kinz (FPÖ) betonte, es sei richtig, für die Belebung der Stadt Geld in die Hand zu nehmen. Zuvor hatte Gerhard Schwärzler (ÖVP) hervorgehoben, wie wichtig die Investitionen für die örtlichen Unternehmer seien. Allerdings müssten unmittelbar die weiteren Bauetappen folgen, etwa am Leutbühel selbst. „Sonst muss bescheiden von einer Straßen-, keiner Quartiersentwicklung gesprochen werden.“

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