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Rückenwind für heimische Lebensmittel

27.05.2020 • 18:18 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
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Die heimische Landwirtschaft soll gestärkt werden. Hartinger (2)

Mindestquote für regionale und Bio-Lebensmittel in Pflichtschulen.

Wohl auch unter dem Eindruck der Corona-Krise haben sich der landwirtschaftliche sowie der Kultur- und Bildungsausschuss des Landtags am Mittwoch mit der regionalen Lebensmittelversorgung befasst. Einstimmig beschlossen wurde dabei ein sieben Punkte umfassendes Maßnahmenpaket zur Stärkung der heimischen Lebensmittelproduzenten. Ebenso wurde entschieden, dass beim Essen in Pflichtschulen, Kinderbetreuungseinrichtungen und Kindergärten vermehrt auf regionale und biologisch erzeugte Produkte gesetzt wird.

Kälberstrategie entwickeln

Das Maßnahmenpaket geht auf einen Antrag der Freiheitlichen zurück. Die Landesregierung wird darin aufgefordert, Schritte zu setzen, um den Selbstversorgungsgrad mit Eiern, Fleisch und anderen Nahrungsmitteln zu steigern und den Obst- sowie Gemüseanbau im Land zu unterstützen. Weiters soll die Vertragslandwirtschaft weiter ausgebaut und die Produzenten sollen bei der Erschließung des heimischen Marktes unterstützt werden. Nicht zuletzt wird gefordert, eine „Kälberstrategie“ zu erarbeiten, durch die Tiertransporte minimiert werden. Außerdem soll ein regionales Schlacht- und Verarbeitungszentrum aufgebaut werden.

FPÖ-Landwirtschaftssprecher Daniel Allgäuer zeigte sich erfreut über die Zustimmung zum Antrag seiner Partei. Die Corona-Krise habe gezeigt, welche Bedeutung eine funktionierende Lebensmittelversorgung habe und welchen Stellenwert die heimische Landwirtschaft dabei einnehme, teilte er in einer Aussendung mit. Es sei daher unbedingt notwendig, die regionale Versorgung auszubauen und die Strukturen zu stärken. Die im Antrag enthaltenen Maßnahmen könnten alle von der schwarz-grünen Regierung umgesetzt werden, da diese im eigenen Einflussbereich lägen.

SPÖ-Familiensprecher Michael Ritsch hätte gerne höhere Quoten gehabt.
SPÖ-Familiensprecher Michael Ritsch hätte gerne höhere Quoten gehabt.

Bei den Neuerungen in der Verpflegung in Pflichtschulen, Kindergärten und Kinderbetreuungseinrichtungen war ein SPÖ-Antrag die Grundlage. In diesem hatte SPÖ-Familiensprecher Michael Ritsch angeregt, eine Quote für regionale und Bio-Lebensmittel von 50 Prozent einzuführen. Seitens der Regierungsparteien wurde daraufhin ein eigener Antrag eingebracht, in dem ein Mindestanteil von 50 Prozent regionalen Lebensmitteln bei der Verpflegung in den genannten Einrichtungen eingeführt wird. Ebenso sollen bis zum Jahr 2025 mindestens 30 Prozent der verwendeten Produkte aus Bio-Anbau stammen. Nicht zuletzt wird eng mit den Bildungseinrichtungen zusammengearbeitet. Die Vorreiter in Sachen qualitätsvoller, regionaler und saisonaler Ernährung sollen ausgezeichnet und vor den Vorhang geholt werden.

Ritsch zeigte sich in einer Aussendung zufrieden. Allerdings merkte er an, dass er sich von den Regierungsparteien mehr Mut gewünscht hätte. Ihm sind die beschlossenen Quoten zu niedrig. Dennoch sei der Beschluss „ein wichtiger Erfolg“. Positiv äußerten sich auch ÖVP-Familiensprecherin und Bundesbäuerin Andrea Schwarzmann sowie Grünen-Ernährungssprecher und Klubobmann Daniel Zadra. Aus Sicht der beiden Regierungsvertreter gibt es mit dem Beschluss nicht nur „bestes Essen für unsere Kinder“, sondern auch die heimische Landwirtschaft wird gestärkt.

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