Lokal

Bäder-Saisonstart für Hartgesottene

29.05.2020 • 20:13 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Wer dennoch vor Ort war, hatte ein Becken fast für sich alleine. <span class="copyright">Klaus Hartinger</span>
Wer dennoch vor Ort war, hatte ein Becken fast für sich alleine. Klaus Hartinger

Der Auftakt zur Freibadsaison war schwach und kühl.

„Max. Personenzahl im Sportbecken 175“, steht auf einem Schild am Boden. Eine zieht ihre Bahnen im 22 Grad warmen Wasser. Die Lufttemperatur liegt am Freitagmorgen bei 17,5 Grad. Nicht die Angst vor einer Corona-Ansteckung, vielmehr dieser leicht unterkühlte Maimorgen dürfte der Grund für den eher verhaltenen Saisonstart im Waldbad Enz in Dornbirn sein. Eine Handvoll Besucher haben den ersten Öffnungstag genutzt. Darunter Saisonkartennutzer, Stammgäste, Besucher, die sich einen Spind über den Sommer reservieren wollen. Einige kommen und gehen daher gleich wieder.

Kaum Unterschied zu vorher

Ein Unterschied zu „vor Corona“ ist auf der Anlage selbst kaum zu erkennen. Ein paar Schilder und Desinfektionsmittelspender wurden aufgestellt. Die Dame im Kiosk trägt Maske, die Dame an der Kasse Visier. Investiert wurde in die Technik. Die Drehkreuze an den Eingängen zählen nun auch diejenigen, die das Bad verlassen. So kann stets die Besucherzahl kontrolliert werden. „Bei 1300 Personen stoppen wir den Einlass“, sagt Bademeister Markus Hellbock. Doch das sind Spitzentage. Er rechnet nicht damit, dass es oft dazu kommen wird. Gespannt darauf, wie sich die Situation mit vielen Besuchern darstellt, ist Hellbock trotzdem.

Schilder wurden angebracht. Die Betreiber setzen dennoch auf Eigenverantwortung. <span class="copyright">Hartinger</span>
Schilder wurden angebracht. Die Betreiber setzen dennoch auf Eigenverantwortung. Hartinger

Mai hatte kaum Badetage

Im Becken desinfiziert das Chlor, dennoch gilt der Sicherheitsabstand. Damit keiner den anderen anhusten kann. „Wir setzen auf Eigenverantwortung der Gäste und werden dann einschreiten, wenn es gefordert wird“, sagt der Bademeister. Er ist guter Dinge, dass das funktioniert.

Eigentlich hätte das Waldbad Anfang Mai die Pforten geöffnet. Der Schaden ist geschätzt, da der Mai schon immer eher schwach, weil zu kalt war.

Das Wasser war mit 22 Grad wärmer als die Außentemperatur. <span class="copyright">Klaus Hartinger</span>
Das Wasser war mit 22 Grad wärmer als die Außentemperatur. Klaus Hartinger

“Jeder weiß wie er sich verhalten soll”

Sonja und Mandy Schößner haben sich in einer vom kalten Wind geschützten Ecke am Beckenrand niedergelassen. Die beiden Stammgäste waren selbstverständlich schon schwimmen. Die Sonne wärmt sie jetzt ein wenig auf. Es ist ruhig, kaum vorstellbar welch fröhlicher Lärm an gleicher Stelle im Hochsommer herrschen wird. „Wie man sieht, ist es total entspannt. Jeder weiß doch wie er sich zu verhalten hat“, sagen die beiden. Doch auch sie sind neugierig, ob und wie die Maßnahmen bei einem Besucheransturm eingehalten werden.

Kühler Wind im Erholungszentrum Rheinauen in Hohenems. <span class="copyright">Klaus Hartinger</span>
Kühler Wind im Erholungszentrum Rheinauen in Hohenems. Klaus Hartinger

25 Grad in Hohemems

Kurze Zeit später in Hohenems sind Wolken aufgezogen. Einige wenige der hartgesottenen Besucher im Erholungszentrum Rheinauen werfen sich Handtücher um die Schultern. Der Wind ist kalt, die Sonne verschwindet immer wieder. Abhelfen kann da eigentlich nur der Sprung ins Wasser. Das misst immerhin 25 Grad. Die wenigen Besucher verlieren sich regelrecht auf dem 13 Hektar großen Gelände.

Geschäftsführer Ewald Petritsch schlendert durch die Landschaft. Tauscht sich mit den paar Besuchern aus. „Du weiß ja, wir kommen immer“, ruft ihm ein fröstelnder Saison-Badegast nebst Familie als Antwort auf sein Winken zu. Petritsch ist entspannt. Der Mai habe sowieso kaum Badetage gehabt und der Verkauf der Saisonkarten läuft hervorragend. „Es ist noch nichts verloren“, sagt er. Dem Sommer sieht er positiv entgegen. Denn: alle sind da. Kaum jemand wird den Urlaub woanders verbringen. „Das könnte also eine perfekte Saison werden“, mutmaßt Petritsch.

Kleine Orientierungshilfe zum Abstandhalten. <span class="copyright">Klaus Hartinger</span>
Kleine Orientierungshilfe zum Abstandhalten. Klaus Hartinger

Der Plan: Eigenverantwortung

Was die Maßnahmen betrifft, setzt auch er auf Eigenverantwortung. Es gibt keine Security. Weit vor der Eröffnung hat er die Anlage genau vermessen lassen. Theoretisch müssen jedem Gast zehn Quadratmeter zustehen. Bei 6100 Besuchern wird auch in den Rheinauen dicht gemacht. Seltene Tage.

Nur vereinzelte Saison-Badegäste zogen in Bregenz ihre Bahnen. <span class="copyright">Klaus Hartinger</span>
Nur vereinzelte Saison-Badegäste zogen in Bregenz ihre Bahnen. Klaus Hartinger

Keine Floße in Bregenz

Gleiche überschaubare Anzahl an Gästen, anderes Bad. Auch das Bregenzer Strandbad hat die Tore geöffnet. Vereinzelte Saison-Badegäste ziehen ihre Bahnen zur sportlichen Betätigung, andere verspeisen Pommes oder räumen lediglich den Spind ein. Es ist kühl und windig am See. Was gleich auffällt sind die roten Signalstreifen am Aufgang zur Rutsche. Ein wenig Klebeband soll es den Heranwachsenden erleichtern, den notwendigen Sicherheitsabstand einzuhalten. Auch die Floße wurde nicht zu Wasser gelassen, da dort die Maßnahmen schwer umsetzbar sind.

Betriebsleiter Alexander Fritz hofft auf eine Normalisierung der Lage.