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Drogenpaket kam nicht in Bregenz an

02.06.2020 • 16:48 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Angeklagter muss nicht in Haft, aber eine Geldstrafe zahlen. <span class="copyright">Symobolfoto Hartinger</span>
Angeklagter muss nicht in Haft, aber eine Geldstrafe zahlen. Symobolfoto Hartinger

Ein 19-jähriger Deutscher wurde verurteilt.

Ein Paket mit 226 Gramm Amphetamin im Verkaufswert von zumindest 2200 Euro haben deutsche Zollfahnder im Frühjahr 2019 in Frankfurt abgefangen und sichergestellt. Adressiert war das Drogenpaket an den in Bregenz lebenden Angeklagten. Aber der 19-jährige Deutsche bestritt vor Gericht, das Suchtgift bestellt zu haben, allerdings ohne Erfolg.

Bedingte Haft

Wegen Suchtgifthandels und Drogenkonsums wurde der unbescholtene Arbeitslose am Landesgericht Feldkirch zu einer bedingten, nicht zu verbüßenden Haftstrafe von drei Monaten und einer unbedingten, dem Gericht zu bezahlenden Geldstrafe von 1200 Euro (300 Tagessätze zu je vier Euro) verurteilt. Das Urteil, mit dem der Angeklagte und der Staatsanwalt einverstanden waren, ist rechtskräftig. Die mögliche Höchststrafe wäre drei Jahre Gefängnis gewesen. Die verhängte kombinierte Strafe entspricht acht Monaten Haft.

Richterin Sabrina Tagwercher. <span class="copyright">Dünser</span>
Richterin Sabrina Tagwercher. Dünser

Angaben für Richterin „unglaubwürdig“

Richterin Sabrina Tagwercher erläuterte in ihrer Urteilsbegründung, warum sie die Angaben des Beschuldigten zum Drogenpaket für unglaubwürdig hielt. Der Angeklagte habe zum einen selbst zugegeben, Amphetamin konsumiert zu haben. Zudem habe er zu Protokoll gegeben, er habe versucht, sich im Darknet die Preisliste für Speed, wie Amphetamin in der Drogenszene auch genannt wird, anzusehen. Die Richterin ging von einer Schutzbehauptung und davon aus, dass der 19-Jährige das Rauschgift im Darknet in Deutschland bestellt hat.

Schon früher konsumiert

Auch das Argument des Angeklagten, er hätte die Drogenlieferung nicht an seine damalige Adresse in einem Wohnheim liefern lassen, weil dort Drogenkonsum verboten gewesen sei, überzeugte die Strafrichterin nicht. Sie wies darauf hin, dass der Beschuldigte nach eigenen Angaben schon während seiner Zeit im Wohnheim Amphetamin konsumiert habe. Das Speed, das er genommen habe, habe er stets beim Bahnhof in Dornbirn gekauft, sagte der in Vorarlberg lebende Deutsche.

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