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Gewalt in der Familie: Neun Jahre Haft

21.06.2020 • 09:59 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Im Juli 2019 wurde am Landesgericht Feldkirch verhandelt. <span class="copyright">Klaus Hartinger</span>
Im Juli 2019 wurde am Landesgericht Feldkirch verhandelt. Klaus Hartinger

Familienvater vergewaltigte und schlug Gattin und misshandelte seine Kinder.

Streng bestraft wurde der 37-jährige Türke für die Gewalttaten, die er nach Ansicht der Richter zwischen 2008 und 2017 im Unterland innerhalb der Familie begangen hat. Der mit drei Vorstrafen belastete Angeklagte wurde zu neun Jahren Gefängnis verurteilt. Das Urteil ist seit dieser Woche rechtskräftig. Nach Überzeugung der Richter hat der Familienvater zwei seiner unmündigen Kinder über Jahre hinweg geschlagen. Die Tochter war nach den gerichtlichen Feststellungen zu Beginn der erlittenen Misshandlungen vier Jahre alt, der Sohn sechs. Für das Verbrechen der fortgesetzten Gewaltausübung an unmündigen Kindern mit einem Tatzeitraum von mehr als einem Jahr sieht das Strafgesetzbuch 5 bis 15 Jahre Haft vor.

Tritte gegen den Unterbauch

Zudem hat der Mann laut Urteil auch seine damalige Gattin über Jahre hinweg geschlagen, misshandelt und zudem bedroht und genötigt. Demnach hat er ihr, als sie 2013 schwanger war, Tritte gegen den Unterbauch versetzt. Des Weiteren, so die Richter, hat der Bauarbeiter sie zwei Mal bewusstlos geschlagen. Und er hat aus Sicht der Gerichte seine Ehefrau 2014 einmal vergewaltigt. 2015 ist die Scheidung erfolgt.

Jahrelanges Martyrium

Der Angeklagte wurde gerichtlich dazu verpflichtet, seiner Ex-Gattin als Schmerzen­geld 14.000 Euro zu bezahlen und seinen beiden Kindern jeweils 5000 Euro. „Die Opfer haben ein jahrelanges Martyrium hinter sich“, sagte die Vorsitzende des Schöffensenats beim erstinstanzlichen Strafprozess im Juli 2019 am Landesgericht Feldkirch. Der Angeklagte bestritt sämtliche Vorwürfe: „Ich habe nichts gemacht, bin unschuldig und werde trotzdem bestraft.“ Unmittelbar nach der Feldkircher Verhandlung wurde der Türke wegen Fluchtgefahr in Untersuchungshaft genommen.

Schuldspruch rechtskräftig

Der Angeklagte bekämpfte das Feldkircher Ersturteil ohne Erfolg. Seine Nichtigkeitsbeschwerde wurde im Jänner am Obersten Gerichtshof (OGH) zurückgewiesen. Mit dem Beschluss der Wiener Höchstrichter wurde der wegen Vergewaltigung, fortgesetzter Gewaltausübung, Körperverletzung, Nötigung und gefährlicher Drohung ergangene Schuldspruch rechtskräftig.

Nun war das Oberlandesgericht Innsbruck am Zug. <span class="copyright">Shutterstock</span>
Nun war das Oberlandesgericht Innsbruck am Zug. Shutterstock

Über die Berufung des Angeklagten gegen die Strafe hat im Auftrag des OGH jetzt das Innsbrucker Oberlandesgericht (OLG) entschieden. In der Berufungsverhandlung am vergangenen Mittwoch wurde seiner Strafberufung keine Folge gegeben. Damit wurde das Urteil rechtskräftig.

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