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Reiselust ist ungebremst

27.06.2020 • 18:59 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Die Griechischen Inseln sind diesen Sommer durchaus bei Reiselustigen angesagt. <span class="copyright">REUTERS</span>
Die Griechischen Inseln sind diesen Sommer durchaus bei Reiselustigen angesagt. REUTERS

Die Vorarlberger sind reiselustig und es gibt sehr viele Schnäppchen.

Natürlich ist die Buchungslage nicht mit jener der Vorjahre vergleichbar. Dennoch nimmt die Nachfrage an In- und Auslandsreisen Fahrt auf. Die Reiselust der Vorarlberger scheint ungebremst. Das berichtet jedenfalls Simone Emlich, Leiterin der Filiale von Herburger Reisen in Bregenz.

Es wird viel, aber anders gereist. Ein großer Teil der Fernwehgeplagten bleibt in Österreich. Geht baden, wandern, radeln. In Kärnten, der Steiermark oder dem Salzburgerland. „Gut gebucht sind auch geführte Wandertouren in Vorarlberg. Das ist etwas völlig Neues im Programm“, sagt Emlich. Die Kurzreisen im Ländle werden von ausgebildeten Reiseführern begleitet. Nach der sportlichen Betätigung geht‘s ins Wellnesshotel. Gewandert wird in Brand, Lech, Warth oder Mellau.

Neu im Programm sind geführte Wandertouren in Vorarlberg. <span class="copyright">vorarlberg Tourismus</span>
Neu im Programm sind geführte Wandertouren in Vorarlberg. vorarlberg Tourismus

Buss- und Flugreisen

Einige andere zieht es in die Ferne. Seit den Grenzöffnungen sind bei Herburger Reisen auch wieder Bus- und Flugreisen verstärkt nachgefragt. Ab Juli starten Airlines wieder in Richtung einiger Urlaubsdestinationen. Die griechischen Inseln, Kroatien oder Mallorca werden angeflogen. Keine Flüge gibt es hingegen in Gebiete mit Reisewarnung wie Ägypten, die Türkei oder noch fernere Ziele in Übersee.

Nach Aussage von Emlich sind vor allem jene Ziele attraktiv, welche von jeher nur wenig von der Pandemie betroffen waren. „Auf den griechischen Inseln etwa wurde schon früh der Fähr- und Flugverkehr eingestellt, um eine Verbreitung zu verhindern. Kroatien und Mallorca waren ebenfalls nur wenig betroffen. Ganz stark nachgefragt wird auch die italienische Adria“, sagt die Reiseexpertin. Herburger Reisen fährt wöchentlich nach Lido de Jesolo. Ab Mitte Juli sind die Busse wieder gut gebucht. Denn auch diese Region war laut Emlich fast coronafrei.

Busreisennach Lido de Jesolo sind gerfragt.<span class="copyright">GEPA</span>
Busreisennach Lido de Jesolo sind gerfragt.GEPA

Kreuzfahrten und Fähren

Freunde von Kreuzfahrten werden sich erst einmal noch gedulden müssen. Bei allen Reedereien sind diese bis Ende Juli ausgesetzt. Ein Teil der Anbieter setzt nach aktuellem Stand sogar bis Ende August aus. Das hängt auch damit zusammen, dass gewisse Gebiete – wie etwa die USA – nicht angefahren werden können. Zwar gibt es für Herbst und Winter wieder einige Kreuzfahrt-Reisen am Markt, viele Kunden hätten jedoch auf 2021 verschoben. „Es gibt derzeit lukrative Boni, wenn man umbucht und nicht cancelt. Die Reedereien sind wie alle Anbieter daran interessiert, dass Kunden umbuchen und nicht stornieren“, weiß die Fachfrau.

Freunde von Kreuzfahrten werden sich erst einmal noch gedulden müssen.<span class="copyright"> dpa</span>
Freunde von Kreuzfahrten werden sich erst einmal noch gedulden müssen. dpa

Bei Fährverbindungen – etwa von Italien nach Griechenland – gibt es täglich Neuigkeiten. Ab Juli starten die meisten den Betrieb unter strengen Auflagen. Doch es empfiehlt sich immer, nachzufragen.

Beratungsvorteil

Kunden hätten derzeit einen großen Informationsbedarf. Viele recherchieren im Vorfeld im Internet und sichern sich im Reisebüro ab. „Für uns ist das eine positive Entwicklung. Denn im Netz muss ich mich alleine informieren und kann keine Fragen stellen“, sagt Emlich. Anders vor Ort. Kunden fragen, die Mitarbeiter in den Reisebüros liefern die Infos. Klärungsbedarf gibt es nämlich auch in Sachen Stornierung. Laut Emlich bieten viele Veranstalter bei Neubuchungen den Service einer kostenlosen Stornierung bis zwei Wochen vor Antritt der Reise. Falls eine zweite Welle kommen sollte.

Viele Vorarlberger seien reiselustig, wissen nur noch nicht wohin. Und Emlich empfiehlt nichts, wo sie persönlich derzeit nicht auch hin verreisen würde. Bei den Vorlieben „Cluburlaub oder Ferienwohung“ hat sich wenig am Buchungsverhalten verändert. Auch die Pandemie hatte darauf keinen Einfluss. Die einen mögen Animation, Sportangebot oder Veranstaltungen (jetzt im kleinen Kreis), die anderen schätzen es, selbst zu kochen und alleine zu sein.

Heuer generell große Nachfrage an Last Minute Buchungen.<span class="copyright">Shutterstock</span>
Heuer generell große Nachfrage an Last Minute Buchungen.Shutterstock

Schnäppchen und Könige

Die Reiseexpertin rechnet heuer generell mit einer große Nachfrage an Last-Minute-Buchungen. Die waren eigentlich aus der Mode gekommen, erleben jetzt aber ein Revival. „Anstatt mit Frühbucherrabatten locken Veranstalter derzeit mit echten Last-Minute-Schnäppchen. Echt, weil es keine Lockangebote, sondern tatsächliche Vergünstigungen sind. Es gab seit Jahren nicht mehr so viele Schnäppchen wie heuer“, erzählt Emlich.

Natürlich wollen die Hoteliers die Zimmer belegen. Und die Kunden, die derzeit reisen, werden wie Könige hofiert. Laut Reiseexpertin gibt es noch viele verfügbare Angebote.

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