Lokal

Pfanner: leichtes Minus wegen Krise

30.07.2020 • 18:43 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Pfanner: leichtes Minus wegen Krise
HARTINGER

Der Absatzrückgang von Pfanner ist etwa fünf Prozent gegenüber 2019.

Die Auswirkungen der Maßnahmen zur Bekämpfung von Covid-19 hinterlassen je nach Branche, Ländern und Absatzkanälen unterschiedlich tiefe Spuren in den Geschäftszahlen von Vorarlberger Firmen. Der Getränkehersteller Pfanner ist bislang vergleichsweise glimpflich durch die Krise gekommen. Wie Vorstand Peter Pfanner von der Pfanner Holding AG im wpa-Gespräch erklärte, stehe in den ersten sieben Monaten 2020 ein mengenmäßiger Absatzrückgang von fünf Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres in den Büchern. „Eigentlich hatten wir zu Jahresbeginn mit einem Plus in dieser Größenordnung gerechnet“, so Pfanner.

Verantwortlich für das angesichts der Begleitumstände eher moderate Minus sei vermutlich die sehr breite Aufstellung des Lebensmittelherstellers, meint Pfanner. So kommt das Lauteracher Unternehmen auf einen Exportanteil von 83 Prozent. Die Getränke werden in über 80 Länder weltweit exportiert. Zudem beliefert Pfanner sowohl den Lebensmittelhandel als auch die Gastronomie und nutzt weitere Vertriebskanäle.
„Dazu kommt das breite Produktspektrum von Fruchtsäften, Nektaren, Eistees, Teegetränken und Fruchtpürees bis hin zu Konzentraten, Weinen und Bränden.“

„Die Menschen konsumieren ihre Getränke eher nicht in den Gasthäusern, sondern daheim. Die Lebensmittelbranche erweist sich bislang also als relativ stabil.“

Peter Pfanner, Vorstand

Gastronomie versus Handel

Dementsprechend haben sich auch die Absatzzahlen völlig unterschiedlich entwickelt. „Wir machen mit der Gastronomie rund 20 Prozent unseres Volumens. Und hier sind die Mengen in Österreich und Italien sehr deutlich eingebrochen, nämlich um gut 50 Prozent.“ Auf der anderen Seite sei Deutschland der wichtigste Exportmarkt für Pfanner und dort habe man von einer guten Entwicklung im Lebensmitteleinzelhandel profitiert. „Die Menschen konsumieren ihre Getränke eher nicht in den Gasthäusern, sondern daheim. Die Lebensmittelbranche erweist sich bislang also als relativ stabil.“
Andererseits dürfe diese Entwicklung nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Unternehmen derzeit „weiterhin nur auf Sicht“ fahre, betont Pfanner. Denn früher oder später dürften sich steigende Arbeitslosenzahlen oder immer noch mehr Beschäftigte über längere Zeiträume in Kurzarbeit auch auf das Konsumverhalten und den Kauf bestimmter Produkte auswirken, befürchtet Pfanner.

Über das Unternehmen

Die Pfanner Holding AG hat im Geschäftsjahr 2019 einen Umsatz von 295 Millionen Euro erzielt. Insgesamt werden rund 900 Mitarbeiter beschäftigt, davon 430 in Österreich. Produktionsstandorte gibt es neben Lauterach in Enns (OÖ), Hamburg (D), Policoro (I) und Bar (Ukraine). Insgesamt zählt Pfanner in Europa zwölf Tochterunternehmen. Die Wurzeln reichen in das Jahr 1856 zurück.

von Günther Bitschnau/wpa

Du hast einen Tipp für die NEUE Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@neue.at.