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Café bald unter Denkmalschutz?

05.08.2020 • 20:07 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Café bald unter Denkmalschutz?
HARTINGER

Café Feurstein: Stadt möchte Unterschutzstellung verhindern.

Einen Schritt weiter ist das vom Bundesdenkmalamt in die Wege geleitete Unterschutzstellungsverfahren des seit Dezember 2019 geschlossenen Café Feurstein in Feldkirch. Wie berichtet, hatte das Amt der Stadt Feldkirch einen Sachverständigen beauftragt, zu überprüfen, ob die Unterschutzstellung der Kaffeehauseinrichtung tatsächlich angemessen ist. Die Expertise liegt mittlerweile vor. Auf deren Grundlage stellte die Stadt nun wie erwartet den Antrag, von der Unterschutzstellung des bekannten Kaffeehauses Abstand zu nehmen.

Stilistisch inkonsistent“

Wie aus einem der NEUE vorliegenden Schreiben des Bundesdenkmalamts hervorgeht, haben sich die Rechtsvertreter der Stadt und der Sachverständige vor allem auf den „schlechten Zustand“ des Mobiliars eingeschossen. Zudem sei das Interieur „stilistisch inkonsis­tent“ und passe auch nicht zum wesentlich älteren Gebäude. Äußerungen zur historischen, künstlerischen und kulturellen Bedeutung des ­traditionsreichen Kaffeehauses vermisst die Rechtsabteilung des Bundesdenkmalamts allerdings.

Das Mobiliar steht im Eigentum von Klaus Feurstein. Der bekannte Wirt verabschiedete sich im Dezember 2019 in den Ruhestand.  <span class="copyright">HARTINGER</span>
Das Mobiliar steht im Eigentum von Klaus Feurstein. Der bekannte Wirt verabschiedete sich im Dezember 2019 in den Ruhestand. HARTINGER

Öffentliche Wahrnehmung wird gestärkt.

Unmissverständlich klargestellt wird seitens der Denkmalschützer, dass „der Zustand des Objekts dessen Denkmalbedeutung nicht schmälert oder entwertet“. Ganz im Gegenteil komme es durch die restauratorischen Reparaturmaßnahmen und die Erhaltung der Gegenstände zu einer intensiven Auseinandersetzung mit dem Interieur der 1950er-Jahre. „Die öffentliche Wahrnehmung für Objekte dieser Zeit wird bewusst gemacht und gestärkt“, heißt es in dem Schreiben vom 27. Juli weiter. Dass die im Eigentum des früheren Pächters Klaus Feurstein stehenden Möbel „in einem schlechten Zustand sind“ und „insbesondere die Oberflächen starke Abnutzungsspuren sowie zum Teil unsachgemäße Reparaturversuche“ aufweisen, spricht laut Bundesdenkmalamt für einen starken Gebrauchswert und den eingeforderten Erhaltungswert. Zudem deute der Zustand auf „die Kontinuität und die Akzeptanz in der Bevölkerung“ hin. Die permanente Nutzung habe einen Gebrauchswert erzeugt, der mithilfe eines restauratorischen Konzepts wieder aufgewertet werden könne, befinden die Denkmalschützer.

Informierte Beobachter gehen davon aus, dass die Stadtoberen die Unterschutzstellung weiterhin bekämpfen werden, da sie sich hinsichtlich der künftigen Nutzung wohl alle Möglichkeiten offenhalten möchten. Zudem muss sich der Eigentümer eines denkmalgeschützten Gebäudes bei der Sanierung an viele Vorschriften halten.

Weiteres Prozedere

Das Verfahren wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Die Stadt Feldkirch kann nun binnen vier Wochen eine weitere Stellungnahme abgeben. „Erst danach wird der Bescheid unter Berücksichtigung der eingegangenen Stellungnahmen erlassen. Alle Parteien haben die Möglichkeit, gegen den Bescheid innerhalb einer Frist von vier Wochen Beschwerde zu erheben. Rechtsmittelinstanz ist das Bundesverwaltungsgericht“, erklärt der stellvertretende Leiter der Vorarlberger Abteilung des Bundesdenkmalamts, Georg Mack, das weitere Prozedere.

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