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Sulzberger Höhenrücken

07.08.2020 • 15:17 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Sulzberger  Höhenrücken
Hertha Glück

Hertha Glück wanderte von Sulzberg auf dem Grenzer­pfad nach Martinsruh.

Die 1836 Einwohner (Stand 2020) zählende Gemeinde Sulzberg befindet sich auf dem Rücken des 1041 Meter hohen gleichnamigen Berges im äußersten Norden des Bregenzerwaldes. Mit der katholischen Pfarrkirche hl. Laurentius im Rücken beginnt die eindrucksvolle Rundwanderung in Richtung Oberreute, eine bayrische Gemeinde, die bis 1805 zu Österreich gehörte. Zu Beginn gibt eine große Panoramatafel Klarheit über die Bregenzerwälder Bergwelt, denn herausragend ist der länger im Fokus bleibende Hochgrat (1833 m), der den höchsten Gipfel in der deutsch-österreichischen Nagelfluhkette darstellt. Vorab auf der Straße, zwischen Häuserzeilen besteigt man leicht ansteigend den Sulz­berger Höhenrücken, genießt den weiten Blick über schön gelegene Ortschaften im Tal und gelangt somit gemütlich zum Startpunkt des Grenzerpfades. Ab hier nimmt der „Schmugglerpeter“ die Kleinen mit auf eine Abenteuerreise und lädt sie dazu ein, die Natur mit spielerischen Mitteln zu erforschen. Auch für die Erwachsenen sind die Infotafeln sehr interessant. Also rechts ab führt ein breiter Forstweg, gesäumt von zahlreichen Ameisenhügeln, große Blätter der Roten Pestwurz, Springkraut, leuchtend roten Vogelbeeren und dem gesunden Plenterwald. Bei Plenterwäldern handelt es sich um Dauerwälder, bei denen immer nur einzelne, große Bäume entnommen werden, da der Nachwuchs schon bereitsteht.

Staatsgrenze

Bei der Pilzstation geht es rechts ab, begleitet von den weißen Grenzsteinen, die die Staatsgrenze zwischen Österreich und Deutschland bezeugen. Bei Hochsträß (1025 m) rechts ab und man betritt den Freistaat Bayern. Ein breiter Forstweg geleitet gemütlich bis Kalter Brunnen, ein Rastplatz mit kühlem Wasser, Hängematte, Schmugglerhütte und Spielecke. Für die ganz Kleinen empfiehlt es sich, auf dem Grenzpfad zurück zu wandern. Oder es geht weiter nach Martinshöhe (953 m), der Hausberg von Oberreute, der sich knapp vor dem Ort erhebt. Ab der Irsengunder Höhe nimmt man den Waldweg, der sich plötzlich öffnet und einen fantastischen Blick auf die landwirtschaftlich geprägte Landschaft mit der idyllischen Ortschaft Oberreute freigibt. Hier lässt sich gut ras­ten und schauen. Den Hügel links abwärts zum Forstweg hin, tritt man schon wieder den Rückweg, mit dem Säntis mit Alpstein im Fokus, an. Ab „Auf dem Gesäß“ kommt man wieder zu Kalter Brunnen (Viertelstunde), Hochsträß (halbe Stunde) und endlich in einer Dreiviertelstunde zum Wildrosenmoos. Wieder überraschen artenreiche Blumenwiesen, stattliche Tannenwälder und eindrucksvolle Bergpanoramen äußerst abwechslungsreich.

Sulzberger  Höhenrücken
HERTHA GLÜCK

Einfach dem gut angeschriebenen Weg im leichten Auf und Ab folgend, steht man in Bälde bei „An der alten Grenze“. Eindrucksvoll schildert die Infotafel über Kaffee- und Salzschmuggel und den Streifengängen der Zöllner. Schon flitzt man zur nächsten Sehenswürdigkeit, dem Wildrosenmoos. Diese Schönheit, eingehüllt in natürliche Stille, ist unbeschreiblich, denn das Schutzgebiet darf nur auf dem Holzplankenweg betreten werden, um das Naturjuwel zu erhalten. Auf dem Sulzberger Rücken entspringen zwischen Hochsträß und Wildrosenmoos mehrere kleine Bachläufe aus Quellen und Tümpeln. Streuwiesen, die vom Frühling bis in den Herbst in bunter Blüte stehen, schließen die Rundwanderung ab. Und schon sieht man die ersten Häuser von Sulzberg und erreicht auch bald die Ortsmitte und den Ausgangspunkt der Wanderung durch die Naturlandschaft am Grenzerpfad.