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Verdacht auf Wolfrisse im Bregenzerwald

10.08.2020 • 12:26 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
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AP/Symbolbild

Vorsäßen im Mittelbregenzerwald wurden mehrere Schafe gerissen.

Im Bregenzerwald hat am Wochenende offenbar ein Wolf mehrere Schafe gerissen und eines schwer verletzt. Eine Bestätigung durch eine DNA-Analyse stand zwar noch aus, nach dem vorgefundenen Schadbild liegt der Verdacht nach Angaben des Landeswildbiologen Hubert Schatz aber nahe, dass es sich um Wolfsrisse handelt. Die gezogenen Proben würden gerade untersucht.

DNA-Analye

Die Schafe wurden auf zwei Vorsäßen im Mittelbregenzerwald getötet. “Endgültig bestätigt werden kann die Einschätzung, dass ein Wolf die Tiere gerissen hat, erst nach Vorliegen der Ergebnisse der genetischen Untersuchungen”, sagte Schatz. Die Analysen werden am Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie der Veterinärmedizinischen Universität in Wien durchgeführt.

Der Einschätzung von Schatz zufolge hält sich ein einzelner Wolf bevorzugt im Großraum Sibratsgfäll-Hittisau-Balderschawang-Hirschgunttal (Grenzgebiet Bregenzerwald/Allgäu) auf. Aus dem Vorjahr liegen zwei genetisch bestätigte Risse in Hittisau und Schönebach vor. Zudem sei es im Herbst in Hittisau einem Jäger gelungen, mit Hilfe einer Wildkamera einen Wolf zu fotografieren, so der Wildbiologe.

Entschädigung

Betroffene Landwirte werden entschädigt, erklärte der zuständige Landesrat Christian Gantner (ÖVP). Das weitere Vorgehen finde nun nach dem gemeinsam festgelegten ‘Aktionsplan Wolf’ statt. Vorrangiges Ziel sei es, weitere Schäden möglichst zu verhindern. Die Bewirtschaftenden der benachbarten Vorsäße und Alpen werden ersucht, die Weidetiere möglichst genau zu beobachten und in der Nacht an gesicherten Plätzen unterzubringen, so Gantner. Die Verantwortlichen der Hegegemeinschaft sowie Jäger des Gebietes sind dazu aufgerufen, allfällige relevante Beobachtungen an den Wildbiologen weiterzuleiten.

Landwirtschaftskammerpräsident Josef Moosbrugger (ÖVP) forderte unterdessen den Abschuss des Tieres. Mit dem Auftreten des Wolfes sei die Weidetierhaltung massiv gefährdet. Die jüngsten Fälle zeigten, dass sich der Wolf nicht abwehren lasse.

Das komplette Statement von Josef Moosbrugger:

“Mit dem Auftreten des Wolfes ist die Weidetierhaltung massiv gefährdet. Gerade im heurigen Jahr in dem viele zu Erholungszwecken in der freien Natur unterwegs sind, zeigt sich wie wichtig die flächendeckende Bewirtschaftung ist.”, erklärt Landwirtschaftskammer-Präsident Josef Moosbrugger in einer Aussendnung. “Die wirtschaftliche Situation für die Weidewirtschaft ist schon schwierig genug, mit dem Auftreten des Wolfes wird sie zunehmend verunmöglicht. Die Landwirte brauchen Antworten. In dieser Form wird sich das keine Bäuerin und kein Bauer mehr antun können. Diese grausamen Fälle zeigen, obwohl in direkter Siedlungsnähe und trotz bester Herdenschutzmaßnahmen, lässt sich der Wolf nicht abwehren. Ich fordere daher, dass sofort reagiert wird und die Behörde für diesen Wolf einen Abschussauftrag erteilt”, wird der LK-Präsident weiter zitiert.