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Verkehrsgeplagte Anrainer protestieren

21.08.2020 • 20:16 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Verkehrsgeplagte Anrainer protestieren
Roland Paulitsch

In Altach rührt sich jetzt heftiger Protest gegen den zunehmenden Lkw-Verkehr.

Die Anrainer im Bereich Unterhub, Oberhub, Konstanzer Straße und Rheinstraße wehren sich gegen den zunehmenden Lkw-Verkehr. Laut ihren Schilderungen kommt es in dem betriebsamen Ortsteil immer wieder zu gefährlichen Situationen, weil Schwerfahrzeuge und Autos auf Gehsteige und in Hauseinfahrten ausweichen müssen. Da der Ruf nach Entlastung bisher verhallt zu sein scheint, marschierten die Anwohner Freitagfrüh mit Plakaten und Bannern auf. Sie fordern eine Verkehrslösung in Form einer neuen Zufahrtsstraße für das betreffende Betriebsgebiet.

Das Verkehrsdilemma in der Kummenberg-Gemeinde beschäftigt die Altacher bereits seit mehr als 20 Jahren. Die Gründe dafür sind vielfältig, Die „Bürgerliste Altach + Die Grünen“ (BLA.G), die die Initia­tive unterstützt, beklagt etwa „Entscheidungen, die sich im Nachhinein als nicht zukunftsfähig oder nicht alltagstauglich entpuppt haben“. Als Beispiel nennt Bürgermeisterkandidat Willi Witzemann den Umstand, dass hier „ein Industriegebiet mit völlig unzureichenden Erschließungsstraßen angesiedelt wurde, die noch dazu mitten durch ein Wohngebiet führen“. Zudem weist er darauf hin, dass die betroffenen Straßen mit einem überfahrbaren Gehsteig ausgestattet worden seien, „der inzwischen nicht einmal mehr der Straßenverkehrsordnung (StVO) entspricht und von Kraftfahrzeugen gar nicht mehr befahren werden darf“.

“Das ist eine Zumutung für die Schulkinder. Zum Glück ist noch nichts passiert, Sachschäden gab es schon einige.”

Gerhard Dünser, Anrainer

Bürgermeister reagiert

Dieser Meinung ist auch Rechtsanwalt Dieter Klien, der die Anliegen der Anrainer vertritt und ges­tern ebenfalls auf der Demonstration zugegen war. Seiner Meinung nach müsste die Gemeinde darauf schauen, dass die Bestimmungen der StVO eingehalten werden und allfällige Verstöße abstrafen. Bürgermeister Gottfried Brändle (VP) sieht das offenbar anders. Auf die Frage eines Anrainers, was die Gemeinde und die Polizei zu tun gedenke, soll er – laut einem Informationsblatt der BLA.G-Fraktion – gemeint haben, dass die Anrainer die Lkw-Fahrer „schon selbst anzeigen“ müssten.

Brändle und VP-Spitzenkandidat Markus Giesinger erinnern an das Mobilitätskonzept, das im Jänner 2020 von der Gemeindevertretung beschlossen wurde. „In die Arbeitsgruppe eingebunden waren alle Parteifraktionen sowie drei Bürger, darunter auch ein Vertreter der Bürgerinitiative. Eines der wichtigsten Themen war dabei die Entlastung der Bevölkerung vom Lkw-Verkehr auf unseren Gemeindestraßen“, heißt es in einer Aussendung.

Verkehrsgeplagte Anrainer protestieren
Paulitsch

Autobahnanschluss

Die Gemeinde Oberen setzen nach wie vor auf den Autobahnanschluss über die Rampe der Raststätte in ­Hohenems. BLA.G-Spitzenkandidat Witzemann ist der Meinung, dass der Autobahnanschluss „für die Anrainer nur eine bedingte Entlastung und für das Naherholungsgebiet am Alten Rhein eine große Belastung“ bringen würde.

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