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Heimischer Handel mit Zuversicht

22.08.2020 • 19:49 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Heimischer Handel mit  Zuversicht
Stiplovsek

Geschäft hat sich seit dem Ende des Lockdowns wieder normalisiert.

Durchaus positiv gestimmt sind die Verantwortlichen im Vorarlberger Handel. Das hat sich bei einem Rundruf der NEUE am Sonntag gezeigt. Die Stimmung in den Betrieben sei durchaus positiv und optimistisch, heißt es beispielsweise seitens der Wirtschaftskammer.

Zwar seien die verschiedenen Branchen von der Corona-Krise und auch dem Lockdown vor einigen Monaten unterschiedlich betroffen gewesen, mittlerweile sei das Geschäft allerdings überall wieder angelaufen. Profitiert hätten etwa die Fahrradhändler. Der Absatz an E-Bikes habe stark zugenommen. Aber auch aus dem Modehandel seien durchaus positive Rückmeldungen eingetroffen, obwohl man aufgrund des Lockdowns Ausfälle beim Verkauf der Frühjahrskollektionen zu verzeichnen hatte. Mancherorts sei es auch gelungen, in der Krise Impulse zu setzen und Innovationen voranzutreiben. Beispielsweise hätten viele Firmen darauf gesetzt, über soziale Medien in Kontakt mit ihren Kunden zu bleiben. Diese Eigeninitiative könne sich auch langfristig bezahlt machen, hofft man bei der Wirtschaftskammer.

Erfreuliche Überraschung

Positiv gestimmt ist auch Eva Molnar-Thielmann vom „Juwelier O.Rein“ in der Dornbirner Innenstadt, zugleich Obfrau der Werbegemeinschaft „inside Dornbirn“. In ihrem eigenen Geschäft sei sie bereits bei der Öffnung nach dem Lockdown vom Zuspruch der Kundschaft überrascht gewesen. „Wir haben uns eigentlich nicht viel erwartet“, erzählt sie. Der Gedanke war, dass anfangs höchstens vereinzelt Kunden ins Geschäft kommen werden, weil ihnen etwa das Linsen-Mittel ausgegangen ist oder die Batterie in ihrer Uhr gewechselt werden muss. „Erfreulicherweise konnten wir dann aber kurz nach der Öffnung sehr schöne Verkäufe tätigen“, berichtet Molnar-Thielmann.
Sie erzählt von einer Kundschaft, die als Jubiläumsgeschenk für den Partner eigentlich eine Reise geplant hatte. Durch die Corona-Pandemie seien diese Pläne allerdings durchkreuzt worden. Als Präsent gab es stattdessen einen Ring aus dem Juweliergeschäft in der Dornbirner Innenstadt. „Das hat mich gefreut, weil wir eine eigene Werkstätte haben und dadurch auch Arbeitsplätze in Dornbirn gesichert werden“, sagt die Obfrau der Werbegemeinschaft.
Sie kann auch von positiven Rückmeldungen aus dem Textilhandel berichten. Die Dornbirner Vertreter seien sehr zufrieden mit dem Geschäft. Dieses sei über den Erwartungen gelegen. Im Buchhandel seien die Verkäufe schleppender angelaufen, aber auch dort bessere sich die Lage.

Regional einkaufen

Die Juwelierin ortet ein hohes Bewusstsein bei den Kunden für die Bedeutung des regionalen Handels und der Gastronomie. So mancher und so manche habe bewusst darauf verzichtet, während des Lockdowns bei Online-Händlern einzukaufen. Denn für viele gehöre zum Einkaufen auch das Erlebnis, ins Geschäft zu gehen und den persönlichen Kontakt zu haben.
Zuversicht herrscht auch in Bludenz, wie Hanno Fuchs, Obmann der Wirtschaftsgemeinschaft (Wige) Bludenz, berichtet. Die ersten beiden Wochen nach Ende des Lockdowns seien „sehr zäh“ gewesen. Danach habe das Geschäft allerdings angezogen. Ein wichtiger Faktor sei dabei auch die Wiedereröffnung des Marktes gewesen.

Derzeit sei zu spüren, dass viele Einheimische diesen Sommer nicht weggefahren seien. Zugleich seien aber auch viele Gäste vor Ort. „Das stimmt sehr positiv“, meint Fuchs. Die gute Auslastung im Tourismus liege wohl auch an der relativ niedrigen Zahl an Infizierten hierzulande. Umso wichtiger sei es, die Empfehlungen zum Abstand halten und die Hygienemaßnahmen weiterhin einzuhalten.

Kleinere Veranstaltungen

Nicht ganz so erfreulich ist für den Wige-Obmann, dass größere Veranstaltungen wegen der Corona-Pandemie nach wie vor tabu sind. Denn gerade Bludenz sei für die Events an den Wochenenden bekannt. Als Alternative gebe es daher jetzt kleinere Veranstaltungen wie etwa die Reihe „Beats & Beer“ mit beschränkter Gästezahl und Reservierung. Von den Besuchern würden diese Events auch gut angenommen.

Eine wichtige Rolle hat aus Sicht von Fuchs in den vergangenen Wochen und Monaten auch die Wige gespielt. Diese sei für die Mitglieder eine Plattform gewesen, um sich auszutauschen und über die eigenen Erfahrungen zu sprechen.

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