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Bergparzelle mit Ausblick

29.08.2020 • 12:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Bergparzelle mit Ausblick
Hertha Glück

Hertha Glück wanderte von Nüziders zur Bergparzelle Laz.

Beim ehemaligen Postamt erläutern historische und geografische Infotafeln Wissenswertes über Nüziders. Obwohl die Beschilderung geradeaus zeigt, empfiehlt es sich gleich links, direkt beim Brunnen in die Dr. Seegerstraße abzuzweigen. Am Ende bringt die Burggasse rechts den Wanderer zu einer Anhöhe. Nun folgt man dem kleinen gelb-weißen Wegweiser scharf rechts auf den Lazerweg, der gleich steil beginnt.

Ein sich windender Waldweg lässt einen entlang einer imposanten Wildbachverbauung, mitunter das Einzugsgebiet des Stutzbaches, rasch in den Wald verschwinden. Mit der Überquerung der Forststraße gelangt man in die Nähe von Lutafaz, dessen Name eventuell vom lat. Lutum (Lehm, Torferde, Dreck) abgeleitet werden kann. Dieses Gebiet war sicherlich ursprünglich eine Weidefläche und wurde auch zur Torfgewinnung genutzt. Der Messweg führt zwischen Bachrauschen, dichtem Gestrüpp, Stechlaubdickicht und gewöhnlichen Wasserdostflächen gemütlich bergan. Im direkten Blick steht der Hausberg Hoher Fraßen (1979 Meter) und im Rücken sieht man Bürserberg mit dem Schesatobel.

Schöne Kapelle

Schon längst hat die Wegmarkierung auf weiß-rot-weiß gewechselt. Nach einer knappen Stunde öffnet sich plötzlich der Wald und die Parzelle Laz mit der Kapelle zu unserer Lieben Frau Mariä Heimsuchung grüßt vom Hügel herab. An der Straße rechts und gleich wieder links und dann geht es direkt auf das kleine, schmucke Gotteshaus aus dem Jahre 1672 zu.

Bergparzelle mit Ausblick

Laz war zunächst von rätoromanischen Bauern aus dem Dorf Nüziders besiedelt, die dann sukzessive von den eindrängenden Walsern abgelöst wurden. Laz dürfte vom romanischen „lat“ herrühren und eine weite, breite Halde bezeichnen. Das lateinische Wort „latus“ steht für „weit, breit“ oder auch für „Seite“ beziehungsweise „leicht geneigte Halde“. Die Frage, wann in den Bergparzellen die ersten Bauernhöfe, die ganzjährig bewirtschaftet wurden, entstanden sind, muss offenbleiben. Sicherlich wurden die flach geneigten Flächen zunächst als Waldweiden genutzt und anschließend entstanden dann Maisäße und Alpen. Laz dürfte ein Laubmischwaldgebiet gewesen sein, das relativ früh gerodet und besiedelt wurde.

Auf der einladenden Rastbank an der Kirchenmauer sitzend kann man gut die Blicke talauswärts bis zum Alpstein mit Hohem Kasten und Säntis sowie bergan zum Rätikon mit der Schesaplana (2964 Meter) als höchster Berg schweifen lassen.

Weg zurück

Der Rückweg führt vorerst entlang der Kirchenmauer in den Wald und bei der Waldöffnung kann man sich gleich rechts abwärts halten. Über den Forstweg geradeaus auf den Hohlweg zugehend verliert man auf steilen Serpentinen geschwind an Höhenmetern. Achtung, bei der nächsten Rastbank rechts ab, über die Lazerstraße erreicht man in Bälde Maria Brünnele und erfährt noch Kirchengeschichtliches aus Nüziders. Rechts ab geht es flach dahin über den Kreuzboden, jedoch dann links auf den Walgauweg der Ortsmitte Nüziders zu. Im Wald vorab geradeaus bleiben, doch dann rechts auf den Wiesenweg, der bald in einer Straße mündet. Ab hier passiert man wieder die ersten Häuser der Ortschaft und die Kirchturmspitze der Katholischen Pfarrkirche Hll. Viktor und Markus gibt eine klare Wegrichtung an. So schließt man die geschichtsträchtige Rundwanderung wieder beim schönen Brunnen im Ortszentrum ab.

Besonderes: Herausfordernd und doch lohnend führt der steile Messweg zum schönen Aussichtspunkt Laz und belohnt mit fantastischem Panorama.

Anforderung und Gehzeit: In knappen zwei Stunden absolviert man ungefähr 340 Höhenmeter aufwärts und auch wieder abwärts.

Markierungen: gelb-weiß, weiß-rot-weiß

Tipp: bei Hitze oder Schlechtwetter empfehlenswert

Charakter der Wege: wenig Straße, Wald- und Forstwege

Kultur und Natur unterwegs: Katholische Pfarrkirche Hll. Viktor und Markus mit Friedhof, Kapelle zu unserer Lieben Frau Mariä Heimsuchung, Maria Brünnele

Anziehen und Mitnehmen: gutes Schuhwerk mit Profilsohle, Wanderstöcke empfohlen

Einkehrmöglichkeiten: Nüziders

Start und Ende: Nüziders Postamt, Bushaltestelle, Parkplatz