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Verdacht auf Untreue: Entlassung rechtmäßig

10.09.2020 • 17:59 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
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Symbolbild / NEUE

Ex-Manager forderte 669.000 Euro.

Der sehr gut verdienende Geschäftsführer eines großen Vorarlberger Unternehmens wurde im April 2018 entlassen. Die fristlose Kündigung ist nach Ansicht des Landesgerichts Feldkirch zu Recht erfolgt. Die Klage des für Finanzen und Vertrieb zuständig gewesenen Ex-Managers, mit der er seine Entlassung in einem Arbeitsprozess bekämpft hat, wurde schon in erster Instanz rechtskräftig abgewiesen. Das teilte auf Anfrage Gerichtssprecher Norbert Stütler mit.

Pay to Play

Entlassen wurde der Geschäftsführer, weil er für eine unzulässige Anwerbung eines Kunden verantwortlich gemacht wurde. Denn das Vorarlberger Unternehmen hat nach den gerichtlichen Feststellungen im Oktober 2016 einer italienischen Firma 12.000 Euro bezahlt, um sie als Kundin zu gewinnen. Pay to play, bezahle, um mitspielen zu können, so wird diese zweifelhafte Methode der Kundenaquise genannt.

Die Zahlung an die italienische Firma sei aus Sicht des Arbeitsgerichts eine zweckwidrige Verwendung von Geldern des Arbeitgebers des Managers gewesen, entnimmt Stütler dem Urteil. Mit seinem Verhalten habe der Geschäftsführer sich dem Verdacht ausgesetzt, Untreue zum Nachteil seines Arbeitgebers begangen zu haben. Damit sei er vertrauensunwürdig geworden. Daher sei seine Entlassung gerechtfertigt gewesen.

Kläger fordert 669.000 Euro

Seine Entlassung sei zu Unrecht erfolgt, meinte hingegen der klagende Ex-Manager. Als Entschädigung für die vorzeitige Auflösung seines Vertrags verlangte der 55-Jährige vergeblich 669.000 Euro. Der Kläger forderte eine Kündigungsentschädigung, eine Abfertigung, Urlaubsgeld, eine Karenzentschädigung und Bonuszahlungen.

Bereits im Juli 2017 erfolgte die Dienstfreistellung des Geschäftsführers. Er durfte nicht mehr arbeiten, erhielt aber seine Gehälter. Zur Dienstfreistellung sei es gekommen, sagte der Vorsitzende des Aufsichtsrats des Unternehmens, weil der Geschäftsführer für Finanzen und Vertrieb die betriebswirtschaftlichen Erwartungen nicht erfüllt habe. Zudem habe er allein einen Vertrag mit einem Geschäftspartner unterschrieben und damit gegen das Vieraugenprinzip verstoßen. Zu der ursprünglich angestrebten einvernehmlichen Auflösung des Arbeitsverhältnisses sei es nicht gekommen, weil der Geschäftsführer den Entlassungsgrund gesetzt habe.

 Wenige Monate nach seiner Entlassung fand der Oberländer eine neue Anstellung bei einem anderen großen Vorarlberger Unternehmen.