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Zwei Jugendliche schlugen brutal zu

10.09.2020 • 17:58 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
<span class="copyright">Symbolbild / NEUE</span>
Symbolbild / NEUE

Kieferbruch nach Faustschlägen: Ersttäter kamen mit Geldstrafen davon.

Das Opfer erlitt einen Kieferbruch, als die beiden angeklagten Jugendlichen ihm im Jänner in Bregenz Faustschläge ins Gesicht versetzten. Sechs Wochen lang konnte der Schwerverletzte nur Flüssignahrung zu sich nehmen. Der Jugendliche musste operiert werden.

Wegen des Verbrechens der schweren Körperverletzung wurden die unbescholtenen Angeklagten am Landesgericht Feldkirch jeweils zu einer Geldstrafe von 960 Euro (240 Tagessätze zu je vier Euro) verurteilt. Davon beträgt der unbedingte, dem Gericht zu bezahlende Teil 480 Euro. Das Urteil ist rechtskräftig.

Teilschmerzgeld und Antiaggressionstraining

Als Teilschmerzengeld haben die beiden Täter dem Opfer gemeinsam 1500 Euro zu bezahlen. Zu den Bewährungsauflagen für den bedingten Teil der Geldstrafe zählt, dass die türkischstämmigen Angeklagten ein Antiaggressionstraining beim Institut für Sozialdienste absolvieren und zudem Bewährungshilfe in Anspruch nehmen müssen.

Der Strafrahmen für schwere Körperverletzung nach Paragraf 88 Absatz 4 des Strafgesetzbuches beläuft sich für Erwachsene auf sechs Monate bis fünf Jahre Gefängnis. Die Strafdrohung für Jugendliche bewegt sich zwischen null und zweieinhalb Jahren Haft. Eine Freiheitsstrafe schon für die erste Tat wäre zu streng gewesen, sagte Richter Richard Gschwenter in seiner Urteilsbegründung. Der Jugendrichter warnte die beiden Jugendlichen vor weiteren Gewalttaten: “Sonst landen Sie irgendwann im Gefängnis.”

Staatsanwalt Markus Fußenegger verwies darauf, dass die Staatsanwaltschaft Feldkirch bereits sechs Strafverfahren gegen den Erstangeklagten eingestellt habe, weil der Teenager noch nicht 14 Jahre alt gewesen sei. Der öffentliche Ankläger kritisierte die Gewaltbereitschaft der zwei Jugendlichen. Sie hätten zugeschlagen, obwohl sie nur leicht provoziert worden seien. Das spätere Opfer habe ihnen zur Begrüßung die Hand nicht geben wollen und ihnen stattdessen den Mittelfinger gezeigt.