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Mordversuch: Es bleibt bei 16 Jahren

18.09.2020 • 05:30 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Oberlandesgericht bestätigte Strafe: Lauteracher stach auf Gattin ein.

Wegen versuchten Mordes wurde der unbescholtene Angeklagte zu 16 Jahren Gefängnis verurteilt. Das Urteil mit der strengen Sanktion ist nun rechtskräftig. Denn das Oberlandesgericht Innsbruck bestätigte am Donnerstag in der Berufungsverhandlung die erstinstanzliche Strafe des Landesgerichts Feldkirch. Das teilte auf Anfrage Richard Freyschlag von der Oberstaatsanwaltschaft Innsbruck mit. Der Strafberufung des Angeklagten wurde keine Folge gegeben. Der Strafrahmen betrug 10 bis 20 Jahre oder lebenslängliche Haft. Der Schuldspruch der Feldkircher Geschworenen vom 7. Juli wurde nicht bekämpft.

Küchenmesser

Nach den gerichtlichen Feststellungen hat der 67-jährige Lauteracher in Tötungsabsicht im Juni 2019 seiner schlafenden Gattin mit einem Küchenmesser mit einer 17 Zentimeter langen Klinge zwei Mal in den Hals gestochen, ein und drei Zentimeter tief. Die 58-jährige Serbin wachte auf und hörte, dass ihr Mann zu ihr sagte, er werde sie jetzt töten. Sie wehrte Messerstiche mit den Händen ab und entriss ihm das Messer.
Der Serbe würgte seine Frau wiederholt. Sie konnte in dem Mehrparteienhaus zu einer Nachbarin flüchten. Der Pensionist verletzte sich danach in Selbstmordabsicht mit einem anderen Messer schwer.

Glück

Auch das Opfer habe nur dank eines glücklichen Zufalls überlebt, meinte der Feldkircher Staatsanwalt Heinz Rusch. Wären die Messerstiche ein bis zwei Zentimeter weiter seitlich in den Hals eingedrungen, wäre das potenziell tödlich gewesen, sagte der Innsbrucker Gerichtsmediziner Walter Rabl.
Mildernd wertete das Gericht die Unbescholtenheit und die verminderte Zurechnungsfähigkeit des an psychischen Störungen leidenden Angeklagten sowie den Umstand, dass es beim Mord beim Versuch geblieben ist. Erschwerend war, dass die Tat heimtückisch an einem schlafenden Opfer begangen wurde und es sich dabei um die Ehefrau des Beschuldigten handelte.

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