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Versuchter Giftmord: Zwölf Jahre Gefängnis

18.09.2020 • 05:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Versuchter Giftmord: Zwölf Jahre Gefängnis

51-jährige Mieterin versuchte ihren 82-jährigen Vermieter mit Tablettenüberdosis zu ermorden.

Einstimmig sprachen die acht Geschworenen die 51-jährige Angeklagte wegen versuchten Mordes schuldig. Dafür wurde die mit einer Vorstrafe belastete Niederländerin am Donnerstag am Landesgericht Feldkirch zu zwölf Jahren Gefängnis verurteilt. Als Teilschmerzengeld hat die Frühpensionistin dem mutmaßlichen Opfer 2000 Euro zu bezahlen. Das Urteil in dem Schwurgerichtsprozess ist nicht rechtskräftig. Denn Verteidiger Manuel Dietrich und Staatsanwältin Sarah Maria Haugeneder nahmen drei Tage Bedenkzeit in Anspruch.

Strafrahmen

Der Strafrahmen betrug 10 bis 20 Jahre oder lebenslängliche Haft. Mildernd gewertet wurden die verminderte Zurechnungsfähigkeit der an Beruhigungsmittel gewöhnten Angeklagten und der Umstand, dass die Tat beim Versuch geblieben ist. Als Erschwerungsgründe nannte Richter Richard Gschwenter die heimtückische Begehungsweise und den niedrigen Beweggrund der Geldgier.Testament. Nach Ansicht der Laienrichter hat die Angeklagte ihrem 82-jährigen Vermieter im September 2019 in Tötungsabsicht eine Überdosis an Beruhigungs- und Schmerzmitteln ins Essen gemischt, um ihn rasch beerben zu können. Der pensionierte Landwirt aus Riefensberg hatte seine Mieterin und deren Sohn im April 2019 in seinem Testament zu Alleinerben gemacht.

Akute Lebensgefahr

Der vergiftete 82-Jährige befand sich nach Angaben der Staatsanwältin in akuter Lebensgefahr, als er in der Nacht auf den 30. September 2019 ins Dornbirner Stadtspital eingeliefert wurde. Demnach hatte die Angeklagte trotz des schlechten Gesundheitszustands ihres Vermieters, den sie betreute, über Tage hinweg keinen Arzt zu Hilfe geholt.
Die 51-Jähige schrieb ihrem Freund nach Südafrika, nach dem Tod ihres Vermieters werde sie erben und sich dann ein schönes Haus am Meer bauen. Der alte Mann sei ihr hörig. Der alleinstehende Rentner hat der spielsüchtigen Frau hohe Geldbeträge überlassen.

Medikamentencocktail

Die Beschuldigte suchte im Internet nach Informationen über einen nicht nachweisbaren tödlichen Medikamentencocktail. Als Erklärung dafür gab sie zu Protokoll, sie habe sich selbst umbringen wollen. Die Angeklagte bestritt den Tatvorwurf. 2019 wurde sie rechtskräftig verurteilt, weil sie ihren Vermieter um 400 Euro betrogen hatte. Verteidiger Dietrich sagte, trotz belas­tender Indizien sei im Zweifel ein Freispruch vorzunehmen, zumal es keinen direkten Beweis dafür gebe, dass seine Mandantin den Mann vergiftet habe.

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