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Nobelskiort: Politische Wachablöse am Arlberg

28.09.2020 • 20:38 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Nach 27-jähriger Amtszeit unterlag Muxel seinem Herausforderer Jochum.

Langzeitbürgermeister Ludwig Muxel muss den Hut nehmen. Er stolpert dabei vor allem über das 38 Millionen schwere Gemeindezentrumsprojekt, an dem auch René Benko beteiligt ist. In das neue Gemeindezentrum des Nobel-Skiorts wollte Muxel nämlich nicht ortsansässige Geschäfte lassen, sondern nur Benkos Nobel-Kaufhaus KaDeWe. Das hat viele Geschäftsleute gegen ihn aufgebracht und die Stimmung kippen lassen. Muxel wird auf Nachfrage der Redaktion keine Interviews mehr geben und zieht sich mit sofortiger Wirkung aus der Politik zurück.

Wintersaison

„Das Dringlichste, das für mich jetzt ansteht, ist die neue Wintersaison im Zeichen von Corona. Da gibt es noch einiges zu tun, damit wir bestmöglich vorbereitet sind. Der Tourismus ist für uns in Lech die Existenzgrundlage. Und so wie es aussieht, könnte es ein schwieriger Winter werden“, so der designierte Bürgermeister Stefan Jochum. Der vergangene Sommer habe gezeigt, dass das funtionieren kann.


Für ihn als langjähriger Gemeindemitarbeiter und Standesbeamter in Lech sei es nun schon ein eigenartiges Gefühl: „Seit 34 Jahren ist das Gemeindeamt mein Arbeitsplatz. Ich bin jetzt noch in meinem alten Büro. Aber nach der konstituierenden Sitzung werde ich zwei Büros weiterziehen. Das ist schon ein anderes Gefühl, bald die Verantwortung für die ganze Gemeinde zu haben“, so Jochum. Er kenne natürlich die Abläufe im Gemeindeamt und wisse auch, was ein Bürgermeister zu tun hat. Das sei für ihn definitiv ein Startvorteil. „Ich habe ja mit Ludwig Muxel über zehn Jahre eng zusammengearbeitet. Da wird es nun keine große Einschulung brauchen.“

Hohe Wahlbeteiligung

Über 80 Prozent der Bürger in Lech sind zur Wahl gegangen. Sowohl im ersten Durchgang als auch in der Stichwahl. Diese Zahl sticht heraus. „Es war den Lecherinnen und Lechern wichtig. Denn das, was in letzter Zeit im Dorf passiert ist, hat niemanden kalt gelassen.“ Vor allem das bereits erwähnte Gemeindezentrum habe die Menschen emotionalisiert. „Die erste Bauetappe ist gerade in der Fertigstellung. Die Tiefgarage. Da müssen wir jetzt mit vereinten Kräften schauen, dass wir den Deckel vor dem Winter draufbekommen.“ Man sei etwas in Verzug, da es im Sommer Probleme mit Wassereinbruch gegeben hat. Dann werde man über die Bücher gehen und schauen, ob und wie man sich das leisten kann, so Jochum. „Zudem muss die Diskussion geführt werden, ob es ein Gemeindezentrum bleibt, wie es ursprünglich geplant war,

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