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„Impfung der Kinder schützt auch andere“

30.09.2020 • 11:00 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Landessanitätsdirektor Wolfgang Grabher über die Impfempfehlung von Kindern ab sechs Monate. <span class="copyright">Bernd Hofmeister</span>
Landessanitätsdirektor Wolfgang Grabher über die Impfempfehlung von Kindern ab sechs Monate. Bernd Hofmeister

Schwere Verläufe sind selten, aber es gibt sie.

Warum sollten Kinder gegen Grippe geimpft werden?
Wolfgang Grabher:
Kinder sind die Multiplikatoren der Influenza. Oft nur leicht erkrankt, stecken sie Eltern und Großeltern an. Die Impfung der Kinder schützt so indirekt die Erwachsenen. Bei Kindern unter sechs Jahren ist Influenza aber ein häufiger Grund für eine Spitalsaufnahme: Fieberkrampf, Atemnot, Austrocknung durch Durchfall sind die Aufnahmegründe. Schwere Verläufe sind eher selten. Dennoch: 2017/2018 wurden neun, 2018/2019 fünf Todesfälle bei Kindern in Österreich nachgewiesen. Die Kinder versterben an einer kaum behandelbaren, „blutigen“ Lungenentzündung

Was hat die Impfempfehlung mit der Corona-Pandemie zu tun?
Grabher:
Bei geimpften Personen kann bei Influenza-Symptomen, die nicht von Covid-Symptomen wie Husten, Atemnot, Halsschmerzen zu unterscheiden sind, eine Influenza schon einmal ausgeschlossen werden.

Reicht denn der Impfstoff überhaupt für alle, wenn sich in erster Linie auch ältere Personen oder solche mit Vorerkrankungen impfen lassen sollen?
Grabher
: Kinderimpfstoff für Kinder vom sechsten Lebensmonat bis zum 15. Lebensjahr wird vom Bund zur Verfügung gestellt, zugesagt ist eine ausreichende Menge. Für Personen über 65 in Pflegeheimen ist es uns gelungen 5000 Dosen eines Impfstoffes über den Bund zu ordern. Die Erwachsenenimpfungen laufen über die Apotheken und die niedergelassenen Ärzte.