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Ursachenforschung nach heftiger Explosion

19.10.2020 • 20:30 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Noch am Montag mussten die Reste des Gebäudes gesichert werden, damit die Brandermittler überhaupt die Arbeit aufnehmen können. <span class="copyright">Klaus Hartinger</span>
Noch am Montag mussten die Reste des Gebäudes gesichert werden, damit die Brandermittler überhaupt die Arbeit aufnehmen können. Klaus Hartinger

37 Schüler und sieben Lehrer sind in Haselstauden untergebracht.

Auch am Montag nach der Explosion der Ausweichschule Fischbach in Dornbirn waren die Arbeiten vor Ort noch im vollen Gange. Derzeit sieht es nicht so aus, als könnte irgendetwas der baulichen Überreste wiederverwendet oder erhalten werden. Im bes­ten Fall sind die Treppentürme noch zu gebrauchen. Allerdings ist auch das noch fraglich, da die Gewerke aus Beton auch Stahl enthalten, welcher sich durch die Hitze verformt haben dürfte. „Eine Einschätzung diesbezüglich ist in Arbeit. Ansonsten wird alles abgerissen“, informierte Ralf Hämmerle, Sprecher der Stadt Dornbirn, am Montag.

Selbst Stunden nach der Katastrophe stieg noch immer Rauch aus den Resten des Gebäudes auf. Im Zuge der Löscharbeiten mussten Gebäudeteile abgetragen werden, da sich immer wieder neue Glutnester gebildet hatten. Davon nicht betroffen war übrigens der Technikbereich. „In diesem vermuten die Brandermittler die Ursache“, meinte Hämmerle. Derzeit erfolgt die Sicherung der Brand­ruine. Erst wenn das Gebäude begehbar ist, starten die Ermittlungen zur Brandursache. Und dazu wurde von der Landespolizeidirektion ein Spezialistenteam aus Wien angefordert. Laut den Zuständigen soll das Ergebnis in den kommenden Tagen vorliegen.

Die Brandruine sollte bis Dienstag so stabilisiert sein, dass keine Einsturzgefahr mehr besteht.<span class="copyright">Klaus Hartinger</span>
Die Brandruine sollte bis Dienstag so stabilisiert sein, dass keine Einsturzgefahr mehr besteht.Klaus Hartinger

Arbeiten wegen Fernwärme

Am Freitag und Samstag wurde eine Kernbohrung im Fundament der Schule vorgenommen, da das Gebäude an das Fernwärmenetz angeschlossen werden sollte. Bei besagter Kernbohrung frisst sich ein Bohrer langsam durch die Mauer des Gebäudes und hinterlässt eine Öffnung, durch welche der Anschluss erfolgen sollte. Dabei dürften Gasleitungen, die sich rund 80 Zentimeter unter dem Erdgeschoss befanden, beschädigt worden sein. „Ob diese Arbeiten jedoch mit der Brandursache in Verbindung stehen, kann erst nach den Ermittlungen festgestellt werden“, stellte Hämmerle klar.

Selbstverständlich ist das Schulgebäude versichert – der aktuelle finanzielle Schaden kann jedoch laut Hämmerle noch nicht geschätzt werden. Auch die Frage, wann oder ob eine neue Ausweichschule gebaut wird, steht noch im Raum. Wahrscheinlich ist dies aber. „Das Konzept war ein durchaus gutes“, sagte der Sprecher der Stadt Dornbirn. Die weiteren Schritte werden aber erst in den kommenden Tagen und Wochen zu diskutieren sein – aktuell könne dazu noch keine Aussage getroffen werden. Sollte gegebenenfalls neu gebaut werden, dann jedenfalls an gleicher Stelle.

Vor dem Unglück: Die Ausweichschule Fischbach wurde vor gut zehn Jahren errichtet und diente als Quartier für jene Schulen in Dornbirn, die saniert oder neu gebaut werden.<span class="copyright"> Google Earth</span>
Vor dem Unglück: Die Ausweichschule Fischbach wurde vor gut zehn Jahren errichtet und diente als Quartier für jene Schulen in Dornbirn, die saniert oder neu gebaut werden. Google Earth

Schüler untergebracht

Für die 37 Kinder der drei betroffenen Schulklassen und die sieben Lehrer gab es bereits am Sonntag einen Plan. Sie sind diese Woche in der Volksschule Haselstauden und anschließend in der Mittelschule Haselstauden untergebracht. Schulfrei war nicht angesagt. Trotz Corona-Maßnahmen habe man die Verlegung der 37 Mädchen und Buben gut organisieren können. An Volks- und Mittelschule Haselstauden werden nun wenig frequentierte Neben- oder Werkräume für die Schüler bereitgestellt. Auch die Musikschule nutzte coronabedingt drei Klassenräume in der Ausweichschule. Für diese wurden inzwischen ebenfalls andere Räumlichkeiten gefunden.

Komplette Zerstörung

Die Explosion hatte in der Nacht auf Sonntag die Ausweichschule Fischbachgasse quasi komplett zerstört. In dem Gebäude hatten sich zum Zeitpunkt der Detonation, die sich kurz nach Mitternacht ereignete, keine Personen aufgehalten. Zwei Passanten sowie ein Feuerwehrmann wurden verletzt.

Die Detonation war weithin hör- und spürbar gewesen. Glasscherben und Metallstücke seien über 100 Meter weit geflogen. Der Zugverkehr auf der unmittelbar neben der Ausweichschule liegenden Bahntrasse musste vorübergehend unterbrochen werden. Sicherheitshalber wurde aufgrund der eventuellen Explosionsgefahr eine großräumige Evakuierung der umliegenden Gebäude veranlasst. Die Gasleitungen wurden von Mitarbeitern des Erdgasnetzes abgesperrt.

Drei Verletzte

Zwei Passanten wurden bei der Explosion verletzt. Sie wurden nach der Erstversorgung durch die Rettungskräfte stationär im Krankenhaus Dornbirn aufgenommen. In Folge der Explosion war auch ein Brand ausgebrochen, der laut dem Feuerwehrkommandanten Gerold Hämmerle das gesamte Gebäude umfasste. Während der Löscharbeiten wurde ein Feuerwehrmann leicht verletzt. Er wurde im Krankenhaus Dornbirn ambulant behandelt.

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