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Schul-Ampel wird nicht auf Rot geschaltet

30.10.2020 • 19:52 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Schulen bleiben gelb. Pensionierte Lehrer sollen reaktiviert werden.


In Bezug auf die Corona-Ampel wird Vorarlberg in fünf Regionen unterteilt. Nach der letzten Sitzung der Ampel-Kommission wurde mit dem Montafon/Brandnertal eine zweite Region nach Rheintal/Walgau auf Rot gestellt. Während Bregenz/Kleinwalsertal orange eingefärbt ist, sind nur das Große Walsertal und die Region Klostertal/Arlberg noch gelb. Dennoch hat sich die Bildungsdirektion in Abstimmung mit dem Bundesminis­terium dazu entschlossen, die Schulampel nach den Herbstferien auch in roten Bezirken nicht zu verändern und weiterhin lediglich gelb zu bewerten.
„Gerade in der Sekundarstufe II stellt der aufrechte Schulbetrieb wesentlich mehr Tagesstruktur für diese Altersgruppe dar. Die weiteren Entwicklungen werden in Abstimmung mit der Landessanitätsdirektion genau beobachtet, um allenfalls auch Maßnahmen für einzelne Schulstandorte treffen zu können“, erklärt Bildungsdirektorin Evelyn Marte-Stefani. Eine Umschaltung auf Orange würde laut der Bildungsdirektion „aus epidemio­logischer Sicht kaum zu einer Entspannung der allgemeinen Infektionslage beitragen“. Somit wird es auch kein generelles Home-Schooling für die Oberstufenklassen geben.

Lehrer nicht begeistert

Kritik kommt von den Lehrervertretern. „Es wird alles unternommen, um die Schulen offenzuhalten. Das ist in unserem Sinne, aber nur dann, wenn der Dienstgeber seiner Verpflichtung nachkommt, auch den Gesundheitsschutz der Lehrer zu gewährleisten. Davon ist jedoch nichts zu spüren,“ sagt BMHS-Vertreterin Katharina Bachmann. Bereits die simpelsten Maßnahmen seien in verschiedenen Schulen schlicht nicht umsetzbar. Viele Klassenräume seien zu klein, um das Abstandhalten gewährleisten zu können. Um die Schulen offenhalten zu können, fordern die Pädagogen eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen. „Wir brauchen eine Verdünnung, kleinere Klassen und zusätzliche personelle Unterstützung. Die Sorglosigkeit der politischen Akteure im Bildungsbereich ist offenkundig. Schulen werden zu Betreuungseinrichtungen degradiert, der gesetzlich vorgesehene Gesundheitsschutz der Lehrer wird ignoriert“, sagt AHS-Vertreter Gerhard Pušnik. Von einem „normalen“ Schuljahr müsse man sich aus Sicht der Lehrer und Eltern aber ohnehin verabschieden.

Pensionierte Lehrer reaktivieren

In Vorarlberg wurden bisher 76 Schüler und 32 Lehrer positiv auf das Virus getestet. Die Bildungsdirektion hat sich mit einem Schreiben, das der NEUE vorliegt, an pensionierte Lehrkräfte gewandt, um im Ernstfall auf deren Unterstützung zurückgreifen zu können. „Vorbeugend für den hoffentlich nicht eintreffenden Fall einer Verschärfung der Situation“, wie es in dem Schreiben heißt. Die Rückkehr in den Schuldienst ist für die pensionierten Lehrkräfte jedoch freiwillig.

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