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Mit Sturmgewehr und Schutzweste

04.11.2020 • 12:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Polizei patrouilliert verstärkt. <span class="copyright">NEUE</span>
Polizei patrouilliert verstärkt. NEUE

Nach Anschlag in Wien: Vorarlberger Polizei verstärkt Präsenz.

Noch am Montagabend hat die Vorarlberger Polizei ihre Präsenz verstärkt. Mit Sturmgewehren bewaffnete Beamten positionierten sich an neuralgischen Punkten, um die Lage zu überwachen. „Die Polizei ist in erhöhter Alarmbereitschaft. Das bedeutet, die Kollegen sind noch stärker auf verdächtige Wahrnehmungen sensibilisiert, etwa auf Personen mit Waffen oder sich verdächtig verhaltende Menschen“, sagt Polizeisprecher Rainer Fitz. Bislang mussten im Rahmen des verstärkten Streifendienstes noch keine Personen näher überprüft werden, auch Hausdurchsuchungen gab es hierzulande nicht. Gefährderansprachen fanden dem Vernehmen nach statt.
Zusätzliche Kräfte wurden von der Polizei nicht mobilisiert. Laut Fitz sind allerdings mehr Uniformierte im Außendienst unterwegs als üblicherweise. Auch das Einsatzkommando Cobra steht bereit.

„In Vorarlberg hat es keine Hausdurchsuchungen gegeben.“

Rainer Fitz, Polizeisprecher

Präventivmaßnahme

Zu den neuralgischen Bereichen, die nun verstärkt überwacht werden, gehören öffentliche Plätze genauso wie Behörden und Elektrizitätswerke. Der Hauptfokus der Überwachung gilt jedoch dem Jüdischen Viertel in Hohenems – denn, wie berichtet, fielen ges­tern in Wien die ersten Schüsse in unmittelbarer Nähe des Stadttempels, der Hauptsynagoge von Wien. Bürgermeister Dieter Egger bestätigt verstärkte Patrouillen rund ums Jüdische Museum, stellt aber zugleich klar, dass es sich um eine reine Präventivmaßnahme handle. Hinweise oder eine konkrete Gefahr gebe es keine. „Wir stehen seit gestern in intensivem Kontakt mit dem Sicherheitslandesrat und dem Verfassungsschutz. Bis Dienstagfrüh wurde das Museum von Polizisten bewacht, mittlerweile gibt es verstärkte Patrouillen.“ Auch in den nächs­ten Tagen werde die Situation genau beobachtet.

„Dieser Terrorakt wirft viele Fragen an die Gesellschaft auf.“

Hanno Loewy, Jüdisches Museum Hohenems

Warnsignal

Hanno Loewy, Direktor des Jüdischen Museums, verfolgt die Situation in Wien mit größter Sorge. Ob es der Attentäter gezielt auf die Synagoge abgesehen hatte, könne man derzeit nur vermuten. „Er wollte den größtmöglichen Terroreffekt erzielen, indem er sich einen Ort ausgesucht hat, an dem am Abend am meisten los ist“, konstatiert Loewy. Dass ein Mensch, der in Österreich aufgewachsen sei, so etwas tue, werfe viele Fragen an die Gesellschaft auf.

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