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Miete nicht bezahlt, Wohnung beschädigt

16.11.2020 • 19:55 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Prozess am Landesgericht Feldkirch. <span class="copyright">hartinger</span>
Prozess am Landesgericht Feldkirch. hartinger

Ehepaar wegen schweren Betrugs und schwerer Sachbeschädigung verurteilt.

er geschädigte Vermieter federte als Zeuge mit Ironie seine Enttäuschung ab und sagte im Gerichtssaal zu den beiden Angeklagten: „Aus Dankbarkeit dafür, dass ihr fast ein Jahr umsonst gewohnt habt, habt ihr die Mietwohnung total verwüstet.“

Schwerer Betrug, schwere Sachbeschädigung

Das angeklagte Ehepaar hat nach den gerichtlichen Feststellungen für die Feldkircher Wohnung fast ein Jahr lang keine Miete bezahlt und damit den Vermieter um 8200 Euro betrogen. Darüber hinaus haben die 25-Jährige und der 33-Jährige in der Mietwohnung laut Urteil mit Sachbeschädigungen einen Schaden von 8700 Euro angerichtet. Schuldig gesprochen wegen schweren Betrugs und schwerer Sachbeschädigung kamen die dreifach vorbestrafte Frau und der bereits mit zwölf Vorstrafen belastete Mann beim Strafprozess am Landesgericht Feldkirch mit Geldstrafen davon: 960 Euro (240 Tagessätze zu je vier Euro) für die Arbeitslose und 1800 Euro (360 Tagessätze à vier Euro) für den Arbeiter. Mit dem Urteil waren die Angeklagten und der Staatsanwalt einverstanden. Die mögliche Höchststrafe wäre drei Jahre Gefängnis gewesen.

Nicht zahlungsfähig

Nicht zahlungsfähig. Nach Ansicht der Strafrichterin waren die Angeklagten beim Abschluss des Mietvertrags arbeitslos, weder zahlungsfähig noch zahlungswillig und haben damit den Vermieter vorsätzlich um die vereinbarten Mieteinnahmen von monatlich 1047 Euro betrogen. Erhalten hat der Vermieter nur 4200 Euro an öffentlicher Wohnbeihilfe.
Sie seien arbeitslos und überfordert gewesen, sagten die miteinander verheirateten Angeklagten. Ihre drei gemeinsamen Kinder wachsen in Pflegefamilien auf.

Wasserschaden

Der Vermieter gab vor Gericht zu Protokoll, die Angeklagten hätten beim Parkettboden einen beträchtlichen Wasserschaden angerichtet. Zudem hätten sie wohl mit einem Hammer Teile der Kücheneinrichtung zerschlagen. Wenn seine Mieter ihm mit 500 Euro wenigstens die Hälfte der Monatsmiete bezahlt hätten, hätte er ihnen wahrscheinlich den Rest geschenkt, sagte der 70-Jährige. Dann könnten sie nach wie vor in seiner Wohnung leben.
Die Angeklagten bekannten sich zum Mietbetrug und zu den Beschädigungen in der Küche schuldig. Den Wasserschaden hätten aber nicht sie verursacht.

Kein Diebstahl

Frei gesprochen wurde das Ehepaar im Zweifel vom angeklagten Diebstahl. Im Strafantrag wurde den Angeklagten vorgeworfen, sie hätten aus der Mietwohnung einen Garderobenschrank, eine Lampenverglasung und Seifenschalen gestohlen.